{"id":19859,"date":"2015-06-02T16:00:38","date_gmt":"2015-06-02T14:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/?p=19859"},"modified":"2018-09-29T10:05:45","modified_gmt":"2018-09-29T08:05:45","slug":"wie-rettet-man-diesen-euro-oder-wer-rettet-eigentlich-die-eu-teil-1-frankie-millers-einsichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wie-rettet-man-diesen-euro-oder-wer-rettet-eigentlich-die-eu-teil-1-frankie-millers-einsichten\/","title":{"rendered":"Wie rettet man diesen Euro? (oder wer rettet eigentlich die EU?), Teil 1 &#8211; Frankie Millers Einsichten"},"content":{"rendered":"<p>Der Editor blickte uns der Reihe nach an. Sein sonst so verkniffen scheinender Mund war einem sanften L\u00e4cheln gewichen. Oder kam es mir nur so vor? Kein Zweifel, der Editor f\u00fcrte etwas im Schilde. Sein Blick war immer noch freundlich, aber sobald er auf mich fiel, zogen sich seine Augenbrauen \u00fcber den leuchtend blauen Augen zusammen.<br \/>\n\u201eMiller&#8230;\u201c, hob er an und seine Stimme bekam sofort die gewohnte Sch\u00e4rfe, \u201e ich h\u00e4tte da was f\u00fcr Sie!\u201c<br \/>\nIch versuchte gar nicht erst, seinem Blick so etwas wie \u00dcberheblichkeit entgegen zu setzen. War er es schlie\u00dflich doch, der meine geschliffene Schreibe mit einem, wenn auch viel zu mikrigen Scheckchen am Monatsende zu vergolden wusste.<br \/>\nManchmal unterwirft sich der Intellekt gesunderma\u00dfen einfach dem Profanen.<\/p>\n<p>\u201eWer sind die eigentlich, die Euroretter, Miller? Ne Meinung dazu?\u201c<br \/>\nIch \u00fcberlegte. Sollte ich nun  den Versuch eines monet\u00e4r gewichteten Seminars vor der gesamten Redaktionskonferenz abspulen oder w\u00e4re es nicht besser einfach mal angeraten, hier den absoluten Laien zu spielen?<\/p>\n<p>Seine erneute Fragestellung beendete meine anhaltende Unschl\u00fcssigkeit.<\/p>\n<p>\u201eWas, sehr verehrter Herr Redaktor, bedeuten diese kryptischen Begriffe,  ESFM, oder EFSF? Schon mal was von ESM geh\u00f6rt oder Rettungsschirm und Troika?\u201c<\/p>\n<p>Ich warf der Redaktionskatze, die nun auf einmal sehr interessiert aus ihrem K\u00f6rbchen linste, einen Blick zu, kratzte mein haarloses Haupt auch schon wieder mal ein wenig zu lange, bevor ich anhob:<\/p>\n<p>\u201eDa w\u00e4re zun\u00e4chst der EFSM, der Europ\u00e4ische Finanzstabilisierungsmechanismus, der&#8230;\u201c<\/p>\n<p>\u201eIst schon gut, Miller, ich seh schon, sie stecken mitten drin in der Sache! Ein Halbseiter, wom\u00f6glich mit Aufmacher f\u00fcr Samstag?\u201c<\/p>\n<p>Ich \u00fcberlegte wohl wieder mal nur etwas zu lange.<\/p>\n<p>\u201eIch stecke wirklich noch mitten drin in&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Er lies mich gar nicht mehr erst weiter reden.<\/p>\n<p>\u201eAlso abgemacht, mit Aufmacher. Ein paar Fotos w\u00e4ren nicht schlecht und eine aussagekr\u00e4ftige Grafik. Die Volont\u00e4re k\u00f6nnen sie ja dabei unterst\u00fctzen.\u201c<br \/>\nJa, die Volont\u00e4re!<br \/>\nSein Blick verriet mir, ich war entlassen! Nat\u00fcrlich nur aus dem Konferenzraum, alles andere w\u00e4re auch h\u00f6chst prek\u00e4r f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter, auf dem Redaktionsflur, die Katze hatte auch noch rechtzeitig ihr Futtersch\u00e4lchen aufgef\u00fcllt bekommen, stellte ich es mir vor, wie es war, damals in Griechenland auf Lesbos.<br \/>\nUnd dass ich meinem \u201eAufmacher\u201c, Griechenland und dem rebellischen Varoufakis widmen m\u00fcsste, war wohl nicht nur mir klar! <\/p>\n<p>Bei der Katze sah die Sache da schon wieder ganz anders aus.<\/p>\n<p>Also, wie war das nochmal? Mal kurz im Ganglienvorrat gekramt.<br \/>\nEinem Schuldner, nehmen wir ruhig mal an Griechenland oder Spanien oder Irland, droht der Kollaps.<\/p>\n<p>Beim Schuldner auf zwei Beinen ist die Sachlage klar. Er bedient seine Kredite nicht mehr, wird gepf\u00e4ndet. Sein Gut kommt \u201eunter den Hammer\u201c! Es wird versteigert.<br \/>\nEr erkl\u00e4rt schlussendlich seine Mittellosigkeit und beantragt vermutlich die Privatinsolvenz.<br \/>\nKredite kann er zu mindest f\u00fcr die n\u00e4chsten sieben Jahre vergessen! Aber auch nur, wenn wirklich alles gut geht!<\/p>\n<p>Bei Griechen, Iren und Spaniern, also den gleichnamigen Staaten, s\u00e4he die Sachlage etwas anders aus, obwohl die Voraussetzungen zu dem Privatpleitier unbedingt vergleichbar w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Staatsbanken k\u00f6nnten die zuvor noch so hoffnungsvoll ausgegebenen Schuldscheine nicht mehr zur\u00fcck kaufen!<br \/>\nWenn sie dennoch zumindest die verbrieften Zinsen bedienen k\u00f6nnten, w\u00e4re noch ein wenig Spielraum.<br \/>\nFalls nicht, bef\u00e4nden sich die \u201eStaatsanleihen\u201c der Griechen, Iren und Spanier unmittelbar \u201eim freien Fall\u201c und die Zinsen f\u00fcr neu auszugebende Anleihren w\u00fcrden gleichzeitig ins \u201eUnermessliche\u201c klettern.<\/p>\n<p>\u00dcber die weltweit agierenden amerikanischen Ratingagenturen, die sozusagen Gutachten \u00fcber die Zahlungsf\u00e4higkeit von Staaten erstellen, w\u00fcrden Griechen, Iren und Spanier \u201eherabgeratet\u201c.<\/p>\n<p>Die Gl\u00e4ubiger der Griechen und Spanier, also mehrheitlich Banken und Versicherungen, etwas seltener auch Fondsanleger und Privatleute mit Ersparnissen, w\u00fcrden zwar immer noch Kredite an die notleidenden Staatsbanken geben, aber die h\u00f6her verzinsten Papiere w\u00fcrden schon sofort wieder an Wert verlieren. Es sei denn&#8230;!<\/p>\n<p>Aber wo dr\u00fcckt beim Euro eigentlich der Schuh?<\/p>\n<p>Die Katze h\u00e4tte wohl auch bei gr\u00f6sster Konzentration und gleichzeitig geringstem Sachverstand, keine sehr kurze Antwort. Darin zumindest, f\u00fchlte ich mir ihr \u00fcberlegen. Obwohl kurz, geht das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Griechen, Iren und Spanier wollten seinerzeit unbedingt beim Model Europa und Euro mitmachen. <\/p>\n<p>Anders als bei einer Fu\u00dfballmanschaft, die sich auf der Spielerb\u00f6rse bedient, also Luschen vorher streng aussortiert, spielte Tatkraft und Standfestigkeit oder auch nur Fitness bei der Einf\u00fchrung der Europ\u00e4ischen Einheitsw\u00e4hrung, dem Euro nur das Auftreten mit gegelten Frisuren und manik\u00fcrten Fingern\u00e4geln, in Br\u00fcssel die ganz gro\u00dfe Rolle.<br \/>\nJeder, der wollte, sollte auch ein warmes Pl\u00e4tzchen \u201eim Hause Europa\u201c sein Eigen nennen.<\/p>\n<p>Aber nun mal von ganz vorne rekapituliert!<\/p>\n<p>Ein Staat braucht Geld, da geht es wie bei Herrn und Frau Jedermann zu.<br \/>\nUnd genauso, wie Herr und Frau Jedermann, hat der Staat ein Erwerbsmodell.<br \/>\nBei Hernn und Frau Jedermann ist es der Lohn oder die Rente oder meinetwegen Einkommen aus freiberuflicher T\u00e4tigkeit.<br \/>\nDagegen zieht der Staat Steuern, Geb\u00fchren und sonstige Gelder f\u00fcr die Finanzierung allgemeiner Aufgaben heran.<\/p>\n<p>Und wenn es gut geht, lassen sich die Einkommen von Jahr zu Jahr steigern, bei Staaten und auch bei Herrn und Frau Jedermann!<br \/>\nUnd wenn alles im Lot ist, k\u00f6nnen Schulden ganz ohne Beanstandungen regelm\u00e4\u00dfig auch bedient werden.<\/p>\n<p>Herr und Frau Jedermann gehen also zur Bank und nehmen einen Kredit auf. Wobei die Banken darauf spekulieren, dass das zuk\u00fcnftige Gehalt der Beiden f\u00fcr die Begleichung der Schulden und nat\u00fcrlich Zinsen zur Verf\u00fcgung stehen wird.<br \/>\nWenn nicht, haben beide schlagartig ihre Kreditw\u00fcrdigkeit verloren.<\/p>\n<p>Staaten machen es ebenso! Sie gehen zur Bank! Nur, anders als bei den meissten Kreditinstituten, treten die Staaten mit ihren jeweiligen Staatsbanken selber als Kreditgeber auf. Der Staat verleiht also an sich selber einen Kredit! Das Geld daf\u00fcr kommt von anderen Banken, Versicherungen oder Fondsanlegern, in der Regel weltweit. Gelder also, deren \u201eAnlagen\u201c gr\u00f6\u00dfte Zugewinne versprechen.<\/p>\n<p>Als Gegenleistung f\u00fcr die geliehenen Gelder, genauso wie bei Privatkrediten, erhalten die Geldgeber nat\u00fcrlich Zinsen. Zudem wird ein Zins f\u00fcr eine gewisse Laufzeit, die Laufzeit der Anleihen, festgelegt.<\/p>\n<p>Je nach Entwicklung eines \u201ePapiers\u201c, also dem Verh\u00e4ltnis zwischen fester Verzinsung und der Zinsentwicklung und dem Zinsniveau am \u201efreien Markt\u201c, den B\u00f6rsen, werden solche Papiere \u201egehandelt\u201c, also auf den Markt geworfen.<\/p>\n<p>Anleger sehen also ganz pl\u00f6tzlich den Wert eines festverzinslichen Papiers \u00fcber alle anderen Anlageformen steigen.<br \/>\nHieran l\u00e4sst sich meist auch schon die Wirtschaftskraft eines Staates ablesen. Also wird ein Run auf ein sicheres Investment gesehen. Die Nachfrage regelt dann den Preis der daf\u00fcr hinzubl\u00e4ttern ist.<\/p>\n<p>Sollten die Ratingagenturen, die, so sagt man, v\u00f6llig neutral den Markt beobachten, ganz pl\u00f6tzlich eine \u201eUnwucht im System\u201c erblicken, also zwischen Gewinnerwartung eines Papiers und dem Anlegerverhalten gewisse Schw\u00e4chen entdecken, wird entsprechendes Papier einer \u201eNeubewertung\u201c unterworfen.<br \/>\nSolche, meist negativen Nachrichten schlagen dann nat\u00fcrlich auch sofort auf die noch auszugebenden Papiere durch. Die emitierende, also ausgebende Bank muss also \u201enachbessern\u201c, die feste Zinszusage wird also zwangsweise steigen m\u00fcssen.<br \/>\nDieser Staat wird also, wenn sich nichts \u00e4ndert,bald von der Zinslast seiner Papiere erdr\u00fcckt.<br \/>\nDie Kosten dieses Staatswesens sind dann nicht mehr finanzierbar. Geld vom freien Markt wird unerschwinglich.<\/p>\n<p>Diesem Staatswesen, so noch vor Einf\u00fchrung des Euros, fiele dann nur noch ein, durch das Anwerfen der Gelddruckspressen im Lande f\u00fcr Ruhe zu sorgen, was dann nat\u00fcrlich immer mit Preissteigerungen, also Inflation einhergeht.<\/p>\n<p>Diese \u201eaufgeblasene\u201c W\u00e4hrung w\u00fcrde dabei aber nicht nur im Lande selber an Wert verlieren. Auch im Ausland w\u00fcrde die W\u00e4hrung zum Spielball der freien M\u00e4rkte. Es w\u00fcrde Zocker geben, die auf Abwertung tippten, aber auch welche, die auf eine Konsolidierung der W\u00e4hrung wetten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Anzahl derjenigen, die aus der W\u00e4hrung \u201eausstiegen\u201c, k\u00f6nnten dann f\u00fcr weitere Kursst\u00fcrze der W\u00e4hrung sorgen.<br \/>\nKurz gesagt, jeder Inl\u00e4nder w\u00fcrde versuchen sein Geld in harte W\u00e4hrungen zu tauschen und diese Gelder dem inl\u00e4ndischen Geldverkehr entziehen, was dann wieder zu einer Schw\u00e4che der Volkswirschaft f\u00fchren w\u00fcrde. Die wiederum, kritisch von den Agenturen und Anlegern be\u00e4ugt, zu fallenden Kursen der Papiere sorgen w\u00fcrde und zu noch h\u00f6heren Verzinsungen f\u00fcr Neuemissionen!<\/p>\n<p>Die M\u00e4rkte gerieten, in Bezug auf Papiere dieses Staatswesens, \u201ev\u00f6llig au\u00dfer Rand und Band\u201c!<br \/>\nIm Endeffekt w\u00e4re ein jeder Anleger im g\u00fcnstigsten Falle nur froh,\u201cnochmal mit einem blauen Auge\u201c davon gekommen zu sein.<br \/>\nOft genug enden solche Unw\u00fcchte aber im freien Fall. Allseits ben\u00f6tigtes Geld, um einen \u201eStaat am Leben\u201c zu erhalten  wird einfach \u201evernichtet\u201c!<br \/>\nDem Staat geht das Geld aus, er m\u00fcsste, so wie Herr und Frau Jedermann zum Konkursrichter!<\/p>\n<p>Doch bei Staaten, ganz im Gegensatz zu Normalsterblichen, geht eine derma\u00dfen geregelte Pleite gar nicht.<br \/>\nNanu, was dann?<\/p>\n<p>Es gibt, anders als bei Userereins, immer ein klitzekleines Schlupfloch um die letzten Konsequenzen zu verhindern.<\/p>\n<p>Schuld daran sind die \u201egemeinsamen M\u00e4rkte, gemeinsamen Wirtschaftsr\u00e4ume\u201c! Und die hierdurch \u201evernetzten\u201c Staaten. Diese sind an ausgeglichenen Haushalten mehr als nur interessiert.<\/p>\n<p>Gemeinsame M\u00e4rkte sind an gemeinsam stabilen W\u00e4hrungen schon deshalb interessiert, weil jede Auf- oder Abwertung immer auch die W\u00e4hrungen der Partnerstaaten tangieren muss.<br \/>\nWertet der Nachbarstaat ab, werden dessen Waren und Leistungen preiswerter! Der Import in die meinetwegen benachbarten Stabilw\u00e4hrungs-Staaten nimmt dabei zu, wohingehend dessen Export in die Weichw\u00e4rungsStaaten stagniert! In beiden Staaten geht die Wirtschaft, also der Handel, sehr oft auch in den Keller.<br \/>\nWas tun?<\/p>\n<p>Das Zauberwort hei\u00dft \u201est\u00fctzen\u201c! Verliert eine W\u00e4hrung zuviel an Wert, f\u00fchlen sich die Partnerl\u00e4nder dazu verpflichtet, hier helfend einzugreifen.<br \/>\nDas hei\u00dft diese W\u00e4hrung am Markt aufzukaufen, eigene W\u00e4hrungen daf\u00fcr einzusetzen. Was dann nat\u00fcrlich nicht nur die Weichw\u00e4hrung st\u00fctzt, sondern auch eine gewisse Inflationsneigung in den helfenden W\u00e4hrungen bewirkt.<br \/>\nHier den gesunden Ausgleich zu finden ist aber alles andere als leicht.<\/p>\n<p>Heftige, nicht zuletzt durch zockende Inverstoren beg\u00fcnstigt, Kursspr\u00fcnge sind dann oft das Ergebnis.<br \/>\nNun aufeinmal geraten, neben der Gummiw\u00e4hrung, auch andere W\u00e4hrungen ins Zentrum der wagemutigen Investoren.<br \/>\nOptionsscheine, Wetten auf W\u00e4hrungskurse, von den Verarbeitern importierter Grundstoffe und Grundmaterialien als unbedingte Garantie f\u00fcr Preiskonstanz \u00fcber klar definierte Zeitr\u00e4ume gebraucht, werden ganz pl\u00f6tzlich zum Spielball weltweit! <\/p>\n<p>Nun haben wir ihn seit mehr als zehn Jahren, den Euro! Lange genug, gegen alle Hindernisse, ging es ganz gut! Die Einheitsw\u00e4hrung schien stabil zu sein. Der vorgeblich \u201egeeinte Wirtschaftsraum\u201c schien jeder Versuchung, durch Zocker angegriffen, gegen\u00fcber gefeit.<br \/>\nBis die Spanier, die Iren und zuletzt auch noch die Griechen ganz pl\u00f6tzlich vot leeren kassen standen. Gelder f\u00fcr ein einvernehmliches Miteinander in den Mitgliedsttaten waren nicht mehr verf\u00fcgbar.<br \/>\nDringend zu erledigende Aufgaben konnten nicht mehr erledigt werden! Die Wohlfahrtsstaaten schienen in Gefahr zu sein. Das Wirtschaftsgef\u00e4lle zwischen \u201eNord\u201c und \u201eS\u00fcd\u201c im Euroraum war augenscheinlich nicht mehr zu ignorieren. Wie hie\u00df es damals noch?<br \/>\n\u201eWohlstand f\u00fcr Alle wenn erst der Euro kommt!\u201c<\/p>\n<p>Im Falle der nun wirklich durch eine gemeinsame W\u00e4hrung geeinten Europ\u00e4ischen Gemeinschaft, der \u201eEU im Euroraum\u201c, schlug nun auf einmal die \u201eStunde der Wahrheit\u201c!<\/p>\n<p>Gro\u00dfspurige Versprechen, wie, \u201eKein EU-Staat muss f\u00fcr die Schulden eines anderen EU-Staates aufkommen!\u201c, oder, \u201edie gemeinsame W\u00e4hrung, bei aller Unterschiedlichkeit der monet\u00e4ren und Steuersysteme, wird auf den Euroraum stabilisierend wirken&#8230;\u201c, oder \u201eDeutschland wird von den Vorteilen einer gemeinsamen W\u00e4hrung, dank gefestigter Handelsstrukturen im gemeinsamen Wirschaftsraum, auf ganz au\u00dferordentliche Weise profitieren!\u201c, waren auf einmal nur noch leere Worth\u00fclsen und noch nicht mehr einer lobenden Erw\u00e4hnung wert.<\/p>\n<p>Nein, nicht Zocker waren es, es waren Politiker, vom Volk der \u201eGeeinten Europ\u00e4er\u201c gew\u00e4hlte Volksvertreter, die hier vor all den drohenden Gefahren einfach die Augen schlossen und gem\u00e4\u00df der Keynessianischen Grundvorhersage, \u201edie M\u00e4rkte, solange sie sich frei entwickeln k\u00f6nnen, also weitestgehend unreguliert bleiben, werden sich selber stabilisierend, f\u00fcr Transparenz und Ordnung sorgen!\u201c,so eines der Zitate, die dem Gro\u00dfen Propheten des \u201eNeoliberalismus\u201c zugeschrieben werden, wohl ersteinmal die Augen schlossen.<\/p>\n<p>John Maynard Keynes, Wirtschaftstheoretiker und Verfechter der Idee, derzufolge der Staat bei \u201estotterndem Wirtschaftsmotor\u201c, also Nachfrage-R\u00fcckgang bei Produkten und Leistungen im Lande, die \u201eGeldpresse anzuwerfen\u201c und gleichzeitig, um die \u201egr\u00f6\u00dften Ungerechtigkeiten in einem Sozialstaat zu lindern\u201c, die Sozialausgaben zu steigern h\u00e4tte, machte also die Idee, sich selber regulierender Wirtschaften, zum Leitfaden eines expansiven Kapitalismus.<\/p>\n<p>Geld, nur \u201ebillig genug zu bekommen\u201c, w\u00fcrde den leidenden Witschaftskreislauf bef\u00f6rdern. <\/p>\n<p>Bi-Nationale Wirtschaften k\u00f6nnten genauso funktionieren, so die allgemeine Ansicht der \u00fcberall um die Ecken einer \u201evereinheitlichten Wirtschaftskraft\u201c lugenden \u201eWirtschaftsweisen\u201c.<\/p>\n<p>Die Wirtschaft stottert, Zinsen runter, Wirtschaftsmotor l\u00e4uft gezwungenerma\u00dfen wieder an. L\u00e4uft der Motor erst wieder rund, steigen auch die Staatseinnahmen in Form von Steuern und Geb\u00fchren wieder! Waren und Leistungen werden billiger! Die Nachfrage steig wieder!<br \/>\nDie M\u00e4rkte haben sich also erst einmal beruhigt.<\/p>\n<p>Bei \u00fcberbordernder Konjunktur, was stets zu Inflation f\u00fchrt, kann die Staatsbank also wieder den Leitzins, der Zins den die Banken f\u00fcr von der Staatsbank erhaltene Kredite zu zahlen haben, beruhigt erh\u00f6hen.<br \/>\nWaren und Leistungen, da die Banken f\u00fcr Kredite an Wirtschaft und Konsumenten nun auch die Zinsen erh\u00f6hen, und vergebene Kredite werden teurer!<br \/>\nDie Nachfrage stagniert erst einmal und geht dann allm\u00e4hlich weiter zur\u00fcck. Die Inflationsneigung wird vorerst gebremst!<br \/>\nDie M\u00e4rkte sind auch nun beruhigt. Bei geschicktem Einsatz dieses \u201eInstrumentes\u201c, so die vorherrschende Theorie, w\u00fcrde sich alles im Lot befinden!<\/p>\n<p>Doch bei Staaten mit \u201evereinheitlichten\u201c Wirtschaftsr\u00e4umen in \u201evereinheitlichten\u201c Geldr\u00e4umen bei \u201euneinheitlichen\u201c Steuersystemen und \u201e uneinheitlicher\u201c Gerichtsbarkeit und dazu noch \u201euneinheitlicher\u201c Wirtschaftsordnung?<br \/>\nDas kann dann doch nicht wirklich klappen!<\/p>\n<p>Diesen Staaten ist es ja dann scheinbar gar nicht m\u00f6glich, v\u00f6llig frei an dem \u201eInstrument Zinsschraube\u201c zu drehen. Eine Regierung kann also, gem\u00e4\u00df Keynes Vorstellung, gar nicht \u201ehelfend eingreifen\u201c, also den Hebel ansetzen um entweder zu bremsen oder aufs Gas zu treten.<\/p>\n<p>L\u00e4sst ein Staatenbund mit solch einschneidender Struktur, \u201efreier Warenaustausch ohne Zollgrenzen\u201c und \u201egemeinsamer W\u00e4hrung\u201c bei gleichzeitig \u201ege\u00f6ffneten Grenzen\u201c und \u201egrenzenlosem Geldverkehr\u201c \u00fcberhaupt noch dieses \u201eInstrument\u201c zu?<\/p>\n<p>Was geht stattdessen, wenn die Zinsschraube der Einzelstaatlichkeit nicht mehr zur Verf\u00fcgung steht?<\/p>\n<p>Die Stachelpalme im Gro\u00dfen Redakteursraum bekam auch noch den ihr zustehenden t\u00e4glichen Guss. Was sie auch sofort mit einem Schmatzen bentwortete, als die zuvor noch trockene Erde das feuchte Nass in sich aufsaugte.<br \/>\nMein Computer ging auch sofort in Habachtstellung w\u00e4hrend ich mein Sacko in bew\u00e4hrt l\u00e4ssiger Art \u00fcber meiner Schreibtischsesselr\u00fcckenlehne drapierte.<\/p>\n<p>Aber nun, Frankie Miller, in die H\u00e4nde gespuckt und die Tasten geh\u00e4mmert. Zeit ist Geld und du weisst ja, der Herr Editor mit seinem Scheckbuch wartet!<\/p>\n<p>Ende Erster Teil!<\/p>\n<p>Chefschlumpf im Juni 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Editor blickte uns der Reihe nach an. Sein sonst so verkniffen scheinender Mund war einem sanften L&auml;cheln gewichen. Oder &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Wie rettet man diesen Euro? 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