{"id":25653,"date":"2018-10-17T16:43:49","date_gmt":"2018-10-17T14:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/?p=25653"},"modified":"2018-10-17T16:43:49","modified_gmt":"2018-10-17T14:43:49","slug":"hans-juergen-hennig-zwei-gegen-ragnarok-buchtipp-von-harry-popow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/hans-juergen-hennig-zwei-gegen-ragnarok-buchtipp-von-harry-popow\/","title":{"rendered":"Hans-J\u00fcrgen Hennig: \u201eZWEI GEGEN RAGNAROK\u201c &#8211; Buchtipp von Harry Popow"},"content":{"rendered":"<p><strong>BEKEHRUNG <\/strong><strong>MIT DEM SCHWERT<\/strong><\/p>\n<p>Buchtipp von Harry Popow<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei diesem Titel mag es neugierige und zugleich verwunderte Leser geben, die sich fragen, was soll die Christianisierung des Nordens mit der heutigen Zeit zu tun haben? Was motiviert den Autor, sich gerade diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Thema zu stellen?<\/p>\n<p>Liest\u00a0 man die ersten Seiten dieses Bandes mit den insgesamt 818 Seiten, so ist man unmittelbar gefangen, sowohl von der Ortskunde des Autors &#8211; offenbar hat er die Lokalit\u00e4ten alle pers\u00f6nlich aufgesucht -, als auch von seinen enormen Geschichtskenntnissen.<\/p>\n<p>Die Handlung l\u00e4sst sich kaum in nur wenigen S\u00e4tzen skizzieren, nur soviel sei gesagt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Roman besteht aus 41 Geschichten. Jede hat ihre eigene Spannung und ihren H\u00f6hepunkt. Das kann das Aufkeimen einer zarten und wundersch\u00f6nen Liebe zwischen Falki und dem Slawenm\u00e4dchen Jewa sein, oder das Fl\u00fcstern der Nornen in Falkis Ohren, als er ertrinkend im Fjord schwimmt, oder wie Thurid mit ihrem besonderen Sinn die hungernden Wolfswelpen aufsp\u00fcrt, die sie anschlie\u00dfend aufzieht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Zwei.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-25654\" src=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Zwei.png\" alt=\"\" width=\"261\" height=\"327\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Geschichte spielt vor etwa 1000 Jahren im Norden Europas, zum Ende der Wikingerzeit. Es ist auch jene Zeit, da die europ\u00e4ischen Herrscher erkannten, dass sie im Bunde mit der Kirche ihre Macht erheblich vergr\u00f6\u00dfern konnten. Ritterorden und M\u00f6nche, beauftragt von den K\u00f6nigen und F\u00fcrsten, begannen im Norden Europas die Barbaren oder Heiden zu christianisieren. Sehr oft erfolgte die Christianisierung auch mit dem Schwert: Kopf ab oder Taufe. Kirchenf\u00fcrsten und K\u00f6nige wissen, dass sie mit dem Christentum ihre Macht erheblich ausdehnen k\u00f6nnen. Nicht selten erfolgte die Missionierung unter den K\u00f6nigen Olaf Tryggvasson und sp\u00e4ter unter Sven Tvesk\u00e6g gewaltt\u00e4tig. Der M\u00f6nch Andreas, ein ehemaliger Ordensritter, der das Christianisieren mit dem Schwert nicht mehr ertragen konnte, fl\u00fcchtete davor in den Norden und landet, wie durch Schicksalshand, im Dorf Bj\u00f6rkendal<\/p>\n<p>Wie die K\u00f6nige und F\u00fcrsten (z.B. Olaf Tryggvasson und Sven Tvesk\u00e6g, <em>Gabelbart<\/em>) ihre Macht mittels Christentum ausweiteten und V\u00f6lker unterwarfen, \u201eim Namen Gottes\u201c, ist historisch interessant und vielleicht denkt man auch an gegenw\u00e4rtige Machtspiele in der Welt.<\/p>\n<p>Djarfur, ein Mann aus dem hohen Norden, befindet sich nach zwanzig Jahren Abenteuer in der Welt, auf Heimreise. Viele Jahre lebte er auf der Iberischen Halbinsel, bei den Umayyaden*. Sein Wissensdurst lie\u00df ihn in dieser Zeit zu einem hervorragenden Heiler und Wundarzt werden, doch sein Wissensdurst und die Liebe zu einer F\u00fcrstentochter kosteten ihm ein Auge und er musste mit ihr fliehen. Auf seiner Heimfahrt, kurz vor dem heimatlichen Fjord, l\u00e4sst ihn ein merkw\u00fcrdiger Sturm auf einer mysteri\u00f6sen Insel landen, die es dort eigentlich gar nicht geben d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>In vielen Details erf\u00e4hrt der Leser vom Leben an den Fjorden Norwegens, von der t\u00e4glichen Nahrung, bis hin zum Bootsbau, als ein alter Bootsbauer f\u00fcr Thurid und ihre Freunde die Vona baut, das schnellste Schiff, dass er je baute.<\/p>\n<p>Der Autor benennt in seinem Buch, wie oben geschrieben, zahlreiche \u00d6rtlichkeiten und Namen, sodass die Geschichte an Authentizit\u00e4t gewinnt, so zum Beispiel\u00a0 den Baum Old Tjikko und den Njupesk\u00e4r Wasserfall oben im schwedischen Fj\u00e4ll (Hochebene im Gebirge) sowie den Handelsort Haithabu und die norwegischen K\u00f6nige Olaf Tryggvasson und Sven Tvesk\u00e4g, die nur erw\u00e4hnt werden. Ich kenne kein \u00e4hnliches Buch, dass mit so vielen Details (Essen, Handwerk, Natur und Historie) Einblick in das Leben der mittelalterlichen Norweger gibt, bis hin zu dem Rezept eines Kr\u00e4utertees f\u00fcr die Monatsbeschwerden bei Frauen ;o) und dabei noch hohe Spannung liefert, oder tief ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Von besonderer Bedeutung im Buch sind der Zusammenhalt einer Gruppe von Norwegern im Kampf, die Liebe zu ihrer Art zu leben und die Entschlossenheit, f\u00fcr diese Werte zu k\u00e4mpfen. Hier prallt die Welt des sich ausdehnenden Christentums mit der Welt der nordischen Mythologie zusammen. Hier agieren G\u00f6tter, die fast menschlich sind und ihre H\u00e4nde sch\u00fctzend \u00fcber Thurid und Falki halten.<\/p>\n<p>Sprachlich besticht dieser Roman durch die genaue Kenntnis der Geschichte (Historie) sowie durch die Fabulierkunst des Autors. Sowohl die Natur als auch die menschlichen Charaktere zeichnet er mit treffenden Worten. Hervorzuheben sind seine Dialoge zwischen den Menschen sowie die Darstellung der vielf\u00e4ltigen Motive ihres Denkens und Handelns. Man f\u00fchlt sich in eine l\u00e4ngst vergangene Zeit zur\u00fcckversetzt. Und man versteht, weshalb die V\u00f6lker des Nordens hart und mit Verbissenheit ihre Freiheit vor den Bestrebungen der Christianisierung verteidigt haben.<\/p>\n<p>Wer etwas f\u00fcr die nordische Mythologie \u00fcbrig hat, wird hier f\u00fcndig, auch ohne wissenschaftliche Abhandlungen lesen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Darin liegt auch der aktuelle Wert dieses Romanwerkes: Gegen jegliche Unterdr\u00fcckung und Bevormundung, vor allem gegen unterdr\u00fcckerische Gewalt eine klare Position eingenommen zu haben: Sie kann man nicht nur mit guten Worten zur\u00fcckweisen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Buch k\u00f6nnte Leser aller Altersstufen interessieren, ist es doch ein Thema, was auch die j\u00fcngere Genration betrifft und die gerne eine spannende Geschichte lesen und auch Tiefgang m\u00f6gen, der sich nicht zuletzt in vielen kulturellen Details des damaligen Lebens zeigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hans-J\u00fcrgen Hennig:<\/strong> <strong>\u201eZWEI GEGEN RAGNAROK\u201c, <\/strong>Broschiert: 818 Seiten, Verlag: Engelsdorfer Verlag; Auflage: 1 (16. August 2018), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3961453454, ISBN-13: 978-3961453450, Gr\u00f6\u00dfe und\/oder Gewicht:14,6 x 5 x 20,8 cm, Preis: 28,OO Euro<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BEKEHRUNG MIT DEM SCHWERT Buchtipp von Harry Popow &nbsp; Bei diesem Titel mag es neugierige und zugleich verwunderte Leser geben, &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Hans-J\u00fcrgen Hennig: \u201eZWEI GEGEN RAGNAROK\u201c &#8211; Buchtipp von Harry Popow\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/hans-juergen-hennig-zwei-gegen-ragnarok-buchtipp-von-harry-popow\/#more-25653\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Hans-J\u00fcrgen Hennig: \u201eZWEI GEGEN RAGNAROK\u201c &#8211; Buchtipp von Harry Popow\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[96],"tags":[],"class_list":["post-25653","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-buchtipp","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25653"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25653\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}