{"id":435,"date":"2010-01-12T18:10:34","date_gmt":"2010-01-12T17:10:34","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=435"},"modified":"2018-09-29T10:44:57","modified_gmt":"2018-09-29T08:44:57","slug":"meine-erste-begegnung-mit-dem-finanzministerium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/meine-erste-begegnung-mit-dem-finanzministerium\/","title":{"rendered":"Meine erste Begegnung mit dem Finanzministerium"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In &#8222;Die seltsamen Gebaren des Finanzamtes&#8220; habe ich Ihnen, liebe Leser, sehr ausf\u00fchrlich am Beispiel meines Vaters geschildert, wie kleine Pensionisten von der Finanz geradezu geschr\u00f6pft werden, wenn sie eine kleine Zusatzpension aus dem Ausland beziehen. Bei einem Bagatellbetrag von etwa \u20ac 160,00 im Monat hatte mein Vater heuer schon fast \u20ac 350,00 \u20ac an das Finanzamt abzuf\u00fchren. Ich schilderte Ihnen neulich meine Sicht der Dinge dazu, und darf zun\u00e4chst einmal vermelden, dass ich mit einem zugegeben sehr kooperativen Finanzbeamten wenigstens Ratenzahlungen ausmachen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings ist jetzt im August, ganz knapp vor der Abbezahlung der dritten Rate, die Zahlungsaufforderung f\u00fcr den zweiten Betrag, fast \u20ac 380,00, ins Haus geflattert. Dieser Betrag, den ich f\u00fcr eine Vorauszahlung f\u00fcr das Jahr 2007 hielt, stellt nat\u00fcrlich meine Eltern erneut vor ein finanzielles Problem. Da ich mir am besagten Tag, als der Brief von der Finanz kam, zuf\u00e4llig frei genommen hatte, kam ich auf die Idee mich via Email an eine Servicestelle des Finanzamtes zu wenden. Ich schilderte darin den Status Quo und wies darauf hin, dass es irgendwie nicht einzusehen sei, dass nach dem Erstbetrag nun schon wieder eine Zahlung f\u00e4llig sei. Beredt wies ich auf die etwas angespannte finanzielle Situation meiner Eltern hin und erhoffte mir ehrlich gesagt bei einiger Kooperation eine Verschiebung des Zahlungstermins ins n\u00e4chste Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorab, schon eine Stunde nach dem ich die Mail verschickt hatte, wurden wir von einer Mitarbeiterin des Finanzministeriums angerufen, nennen wir sie der Einfachheit halber Frau S. Frau S. empfing mich mit einem Schwall an Worten, der darin gipfelte, dass sie mir versicherte, ich w\u00fcrde die Dinge dramatischer sehen, als sie w\u00e4ren. Es folgte eine Lehrstunde, in der die Dame mir in weit schweifenden Worten erkl\u00e4rte, dass es sich bei dem zweiten Betrag \u201eum die Vorauszahlung f\u00fcr das dritte Quartal handelt, die dann bei der zu erwartenden Vorausschreibung f\u00fcr 2007 angerechnet werden w\u00fcrde.\u201c Meine Fragen dazwischen erstickte die Frau immer wieder mit dem Satz \u201eLassen Sie mich ausreden!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich h\u00f6rte mir diesen Monolog also gewisserma\u00dfen zwangsweise schweigend an, bis ich endlich Gelegenheit fand, meine Sicht der Dinge einzuwerfen. \u201eEs ist v\u00f6llig unerheblich, ob dieser Betrag eine Vorausschreibung f\u00fcr das Jahr 2007 oder eine f\u00fcr das dritte Quartal 2006 darstellt. In diesem Jahr werden meinem Vater vom Finanzamt umgerechnet 10.000 S vorgeschrieben, und meine Eltern haben das Geld einfach nicht. Darum geht es.\u201c Frau S. die offenbar der irrigen Meinung gewesen war, mit der kosmetischen Verbr\u00e4mung der Vorausschreibung w\u00e4re f\u00fcr uns das Problem flux geregelt, schwieg nun, um schlie\u00dflich zuzugeben, da k\u00f6nne sie auch nichts tun. Nat\u00fcrlich, sehe ich, weise geworden, ein, was das Finanzamt bzw. auf Umwegen das Finanzministerium, zu erhalten hat, darauf wird nicht verzichtet. Und anzunehmen, man k\u00f6nne kleinen Pensionisten die M\u00f6glichkeit zu geben, so einen Betrag erst 2007 zahlen, war wohl pure Vermessenheit von mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was mir Frau S. noch etwas kleinlaut riet, waren Hilfestellungen die mir ohne den Anruf der Dame auch bewusst gewesen waren. Wichtig war ihr noch, von mir best\u00e4tigt zu bekommen, dass die Sache erledigt w\u00e4re, was sie f\u00fcr mich auch war, aber anders, als sich das die Mitarbeiterin des Finanzministeriums wohl vorgestellt hat. Diese Email von mir hat im Grunde nicht das Geringste gebracht und st\u00fcnden meine Eltern vor dem finanziellen Ruin, w\u00fcrde ihnen das Finanzministerium auch nicht entgegenkommen. That\u2019s life, und deshalb habe ich auch heute wieder den netten, kooperativen Beamten am zust\u00e4ndigen Finanzamt angerufen und es war kein Problem, mit ihm auch f\u00fcr den zweiten f\u00e4lligen Betrag Ratenzahlung zu vereinbaren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Sicherheit gab er mir gleich seine Durchwahl, und ich bin davon \u00fcberzeugt, ich werde in der n\u00e4chsten Zeit noch \u00f6fter mit ihm telefonieren werden. Diese M\u00f6glichkeit bleibt mir in jedem Fall, auch wenn es bisweilen nervt, mich in solchen Angelegenheiten zum Bittsteller degradiert zu sehen. Vom Finanzministerium selber erwarte ich mir mit Sicherheit nichts mehr, der Sinn der Servicestelle scheint mir im Verborgenen zu liegen, denn nur zu erkl\u00e4ren statt aktiv zu helfen, wage ich als etwas d\u00fcrftig einzusch\u00e4tzen, wobei ich den Redeschwall der Frau S. schon lieber als Belehrung betrachten m\u00f6chte, gepaart mit etwas Arroganz \u2013 besonders im Hinblick auf ihre Sichtweise, ich w\u00fcrde die Dinge dramatischer sehen, als sie w\u00e4ren\u2026 Diese Annahme war entweder sehr optimistisch oder Frau S. hatte einfach meine Email nur sehr fl\u00fcchtig gelesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a9 Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In &bdquo;Die seltsamen Gebaren des Finanzamtes&ldquo; habe ich Ihnen, liebe Leser, sehr ausf&uuml;hrlich am Beispiel meines Vaters geschildert, wie kleine &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Meine erste Begegnung mit dem Finanzministerium\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/meine-erste-begegnung-mit-dem-finanzministerium\/#more-435\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Meine erste Begegnung mit dem Finanzministerium\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-435","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kritisch-betrachtet","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=435"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/435\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}