{"id":465,"date":"2010-01-12T18:20:52","date_gmt":"2010-01-12T17:20:52","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=465"},"modified":"2018-09-29T10:42:12","modified_gmt":"2018-09-29T08:42:12","slug":"arbeitslose-aller-lander-vereinigt-euch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/arbeitslose-aller-lander-vereinigt-euch\/","title":{"rendered":"Arbeitslose aller L\u00e4nder vereinigt euch!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Als Arbeitsloser stehst du nach wie vor am Rande der Gesellschaft. Nur ein richtiger Gauner wird vielleicht noch tiefer abgewertet, denn nach der g\u00e4ngigen Meinung \u201efindet jeder eine Arbeit, der auch eine Arbeit will.\u201c Eine grobe Fehleinsch\u00e4tzung, denn bei der Jobsuche geht es nicht nur allein um die aktive und engagierte Suche nach Jobs. Weit gefehlt! Zweifellos, das will ich nicht in Abrede stellen, gab es speziell bis vor knapp etwa f\u00fcnfzehn Jahren schon so manchen, der auf Kosten des Staates und offen arbeitsunwillig sehr probat gelebt hat um dann schlie\u00dflich nach zwanzig Jahren (!) Bezug auch noch eine Pension daf\u00fcr zu kassieren. Das wei\u00df ich selber aus der Zeit, als ich kurzfristig am Linzer Arbeitsamt gearbeitet habe, offiziell eingestuft allerdings als Schulung. Die Geschichten, die ich damals zu h\u00f6ren bekam, haben mich gepr\u00e4gt und mir gezeigt wie \u201eungleich\u201c unsere Gesellschaft eigentlich agiert. Als aggressiver, tatkr\u00e4ftiger Sozialschmarotzer kannst du ein vergleichsweise angenehmes Leben im Rahmen des sozialen Netzes f\u00fchren (weil sich keiner mit dir anlegen will), wenn du aber nicht unbedingt in das g\u00e4ngige \u201eBerufsschema\u201c dieser Gesellschaft passt (und dazu rechne ich mich selber auch), wirst du klein gemacht, durchaus auch erniedrigt und wie ein Bittsteller behandelt\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck zu den Arbeitslosen, die trotz aktiver Arbeitssuche nicht mehr so leicht in der Arbeitswelt Fu\u00df fassen k\u00f6nnen. Ich wei\u00df ein Lied davon zu singen, wie man zwangsweise in v\u00f6llig sinnlose Schulungen gesteckt wird, die doch so oft nichts anderes sind als Arbeitsbeschaffung f\u00fcr Besserstehende (sprich, die die richtigen Leute kennen) aus diversen Vereinen mit wohlklingenden Namen, und wie man den Tag dort sinnlos unter Aufsicht versitzen muss. Ablehnen darf man diese quasi Kontrolle auf Arbeitswilligkeit durch das System nicht, man riskiert sonst seinen Arbeitslosenbezug und damit seine Existenz. \u00dcbergriffe wie bei mir, als etwa eine Kursleiterin meine geheime Handynummer einfach weitergab ohne mich zu fragen, d\u00fcrften meiner Einsch\u00e4tzung nach durchaus gang und g\u00e4be sein. Neben Einzelgespr\u00e4chen, in denen die Kursleiterin psychologische Spielchen ausprobierte, gab es auch Gruppentage die zumeist mit sinnlosen Dartturnieren vergeudet wurden. Alles auf Staatskosten\u2026 aber daf\u00fcr gibt es ja Geld!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wagte damals trotz des \u00fcblen Klimas nicht wirklich, mich gegen schlimme Vorf\u00e4lle wie eine Morddrohung (!) durch einen betrunkenen Kursteilnehmer oder auch aktive Einmischung in mein Privatleben zu wehren. Meinen jetzigen Job, das m\u00f6chte ich aber entschieden festhalten, habe ich viel Gl\u00fcck und Eigeninitiative zu verdanken, aber ganz sicher nicht den M\u00f6glichkeiten und der Unterst\u00fctzung des AMS oder gar des uns\u00e4glichen Kurses und der Betreuerin mit dem exorbitant gro\u00dfen Herz f\u00fcr die Ausl\u00e4nder (wie sie st\u00e4ndig betonte)\u2026 Warum ich, liebe Leser, das, was ich in einigen l\u00e4nger zur\u00fcckliegenden Beitr\u00e4gen schon erz\u00e4hlt habe, jetzt alles wieder aufrolle? Dieser Tage (07.04.07) las ich auf orf.at von einer interessanten Vereinigung in der Steiermark, die von Arbeitslosen initiiert wurde. AMSEL nennt sich die Gruppe und man k\u00e4mpft um mehr Anerkennung, um eine eigene Lobby und um mehr Rechte! Ehrlich gesagt, ich bin begeistert, dass sich auf dem Gebiet jetzt endlich auch etwas tut und dass die betroffenen Arbeitslosen, die im Grunde in die v\u00f6llig rechtlose Ecke gedr\u00e4ngt werden, jetzt offen aufstehen und sich solidarisieren. Es ist an der Zeit, dass unsere Gesellschaft begreift, dass Arbeitslosigkeit nicht notwendigerweise mit Arbeitsunwilligkeit gleichzusetzen ist, sondern jeden treffen kann: jeden Mann, jede Frau, jede Alters- und Berufsgruppe\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten Arbeitslosen sch\u00e4men sich f\u00fcr ihre Situation, richtige \u201eRunterzahrer\u201c gibt es wenige und so mancher ist nicht zwangsl\u00e4ufig ein Schmarotzer, nur weil er ab und zu ein wenig \u201epfuscht\u201c, denn reich geworden ist von der Arbeitslosenunterst\u00fctzung noch keiner. Ganz im Gegenteil. Ich habe \u00fcber eineinhalb Jahre von gut 5.500,&#8211; Arbeitslosengeld im Monat leben m\u00fcssen (ein dreiviertel Jahr davon in dem sinnlosen Kurs), weil eine rachs\u00fcchtige Ex-Chefin sich gro\u00dfe M\u00fche gab mir jeden neuen Job zu vereiteln. Bei Nachfragen lie\u00df sie sich in einer Weise \u00fcber mich aus, dass jede der Firmen gerne auf meine Dienste verzichtete. Im Kurs wusste man genau dar\u00fcber Bescheid (die Ex-Chefin wurde \u201einterviewt\u201c von meiner Betreuerin und nutzte nat\u00fcrlich hoch erfreut die Gelegenheit Unrat \u00fcber mich auszusch\u00fctten), aufgekl\u00e4rt wurde ich aber nie, ich kam erst durch Zufall selber dahinter. Eigentlich m\u00fcsste man besagte Ex-Chefin (wie auch die Kursbetreuerin selber) vom AMS aus klagen, weil sie durch die Vereitelung meiner Anstellung den Staat viel Geld gekostet hat. Davon nahm man aber damals Abstand \u2013 vielmehr wird aber jeder auch nur scheinbar kontraproduktiv agierende Arbeitslose stigmatisiert und um sechs Wochen Arbeitslosengeld gebracht \u2013 eine Doppelmoral, die zum Kotzen ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck zu dem Verein AMSEL: Ich w\u00fcnsche den beherzten Herrschaften ehrlich viel Gl\u00fcck und hoffe sehr, dass ein Ruck durch die Arbeitslosen in ganz \u00d6sterreich geht: dass sie sich nicht mehr alles gefallen lassen m\u00fcssen, dass sie aktiv auf Rechte pochen k\u00f6nnen und dass sie nicht mehr zwangsweise sinnlose Kurse wie ich den meinen vor f\u00fcnf Jahren besuchen m\u00fcssen. Und dass man in der Folge auch einmal die M\u00f6glichkeit hat, rechtlich gegen die \u00fcble Nachrede eines fr\u00fcheren Dienstgebers vorzugehen. Arbeitslose aller L\u00e4nder vereinigt euch! Gegen Willk\u00fcr und K\u00e4lte der \u00c4mter, f\u00fcr eine sinnvolle Jobvermittlung und f\u00fcr mehr Achtung und Anerkennung! Als Arbeitsloser ist man nicht zwangsl\u00e4ufig immer selber Schuld\u2026 Das denen ins Stammbuch geschrieben, die immer alles besser wissen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a9 Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Arbeitsloser stehst du nach wie vor am Rande der Gesellschaft. 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