{"id":5862,"date":"2010-06-26T12:13:32","date_gmt":"2010-06-26T11:13:32","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=5862"},"modified":"2010-06-26T12:13:32","modified_gmt":"2010-06-26T11:13:32","slug":"weniger-ist-mehr-feuerlilie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/weniger-ist-mehr-feuerlilie\/","title":{"rendered":"Weniger ist mehr&#8230; &#8211; Gedankensplitter"},"content":{"rendered":"<p>Hilfe.<br \/>\nVon Mensch zu Mensch.<br \/>\nIst unverzichtbar.<br \/>\nDie Welt w\u00e4re nicht mehr dieselbe.<br \/>\nWenn es das alles nicht gebe.<br \/>\nN\u00e4chstenliebe.<br \/>\nMenschlichkeit.<br \/>\nUneigenn\u00fctzige Hilfe.<br \/>\nUm der Hilfe willen.<br \/>\nUm des Mensches willen.<br \/>\nUnd nicht ob des Eigennutzes\u2026<br \/>\nManche Menschen.<br \/>\nSie tragen dieses edle M\u00e4ntelchen.<br \/>\nNach au\u00dfen hin.<br \/>\nBepackt mit Menschlichkeit und Edelmut.<br \/>\nSie tragen es wie Schmuck.<br \/>\nSie stellen es zur Schau.<br \/>\nAls wollten sie sagen.<br \/>\n<em> Was bin ich nicht gut!<br \/>\nWas bin ich nicht edelm\u00fctig\u2026<\/em><\/p>\n<p>Und  doch kein bisschen von alledem\u2026<\/p>\n<p>Vor  Jahren.<br \/>\nDa kannte ich eine junge Frau.<br \/>\nSie arbeitete in einer gro\u00dfen Firma.<br \/>\nIrgendwo in Salzburg.<br \/>\nWo ich auch einmal gelebt hatte\u2026<br \/>\nDie junge Frau.<br \/>\nSie war ganz gern in ihrer Firma.<br \/>\nBis es \u00fcberraschend zu kriseln begann.<br \/>\nIm Unternehmen.<br \/>\nEin Sparpaket wurde geschn\u00fcrt.<br \/>\nAlle waren von den K\u00fcrzungen betroffen.<br \/>\nAber die junge Frau.<br \/>\nGanz besonders.<br \/>\nSie lebte allein in ihrer Wohnung.<br \/>\nF\u00fcr sie war diese Entwicklung ein Parcours.<br \/>\nIn dem es um das nackte \u00dcberleben ging.<br \/>\nVon der Firma konnte sie schlecht fort.<br \/>\nEs war noch so viel Geld offen.<br \/>\nDas h\u00e4tte sie wohl in den Wind schreiben m\u00fcssen\u2026<br \/>\nDie junge Frau.<br \/>\nBesonders gesellig war sie wohl nie gewesen.<br \/>\nAber sie zog sich mehr und mehr zur\u00fcck.<br \/>\nVon ihrer Umwelt.<br \/>\nWurde eine Einzelg\u00e4ngerin.<br \/>\nUnd sie brach ein.<br \/>\nIn ihren Leistungen.<\/p>\n<p>Wer  h\u00e4tte ihr das ver\u00fcbeln k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Nein.<br \/>\nManchmal brachte sie gar nichts Rechtes mehr zusammen.<br \/>\nDiese junge Frau.<br \/>\nSchlie\u00dflich war sie zutiefst verletzt.<br \/>\nSie empfand es als gro\u00dfes Unrecht.<br \/>\nDas ihr da in der Firma passiert war.<br \/>\nSelbst als das offene Geld doch noch kam.<br \/>\nUnd die Dinge wieder ihren Gang gingen.<br \/>\nSo halbwegs\u2026<br \/>\nKonnte sich die Frau nicht beruhigen.<br \/>\nSie hatte das Vertrauen verloren\u2026<br \/>\nZudem hatten manche geglaubt.<br \/>\nMit einem Mann w\u00e4re ihr schon geholfen.<br \/>\nDer Kollegin.<br \/>\nDa w\u00fcrde sie sie nicht mehr sp\u00fcren.<br \/>\nIhre Existenzangst.<br \/>\nZweisamkeit.<br \/>\nLiebe und Harmonie.<br \/>\nDas w\u00fcrde die Frau bestimmt heilen.<br \/>\nVon ihrer Bitterkeit.<br \/>\nAber die Frau wehrte sich.<br \/>\nSie hatte ihren Stolz.<br \/>\nSie wollte sich nicht aushalten lassen.<br \/>\nIhr war gar nicht nach einer Beziehung.<br \/>\nIm Moment.<br \/>\nSie wollte einfach sich selbst ern\u00e4hren k\u00f6nnen.<br \/>\nMit ihrer Arbeit.<br \/>\nSie brauchte das.<br \/>\nF\u00fcr ihr Selbstverst\u00e4ndnis.<br \/>\nUnd f\u00fcr ihre W\u00fcrde.<br \/>\nBegriffen hat das keiner.<br \/>\nVon denen.<br \/>\nDie ihr helfen wollten.<br \/>\nKeiner verstand.<br \/>\nDass sie nicht einen Mann brauchte.<br \/>\nZumindest zur Zeit nicht.<br \/>\nSondern schlicht ein Einkommen.<br \/>\nVon dem sie leben konnte\u2026<\/p>\n<p>Irgendwann  ging sie dann.<br \/>\nDie junge Frau.<br \/>\nSie hielt es nicht mehr aus.<br \/>\nIn der Firma.<br \/>\nWo man sie wie ein Kind behandelte.<br \/>\nSo kam es ihr zumindest manchmal vor.<br \/>\nWo man sie lobte.<br \/>\nTrotz ihrer Minderleistung in der Arbeit.<br \/>\nUnd wo man meinte.<br \/>\nEs w\u00fcrde sich alles normalisieren bei ihr.<br \/>\nH\u00e4tte sie nur einen Mann.<br \/>\nDer sie durch\u2019s Leben geleitet\u2026<br \/>\nNein, sie war kein Kind.<br \/>\nDas sich bevormunden l\u00e4sst.<br \/>\nAuch nicht hilflos.<br \/>\nOder schutzbed\u00fcrftig.<br \/>\nSie wollte einfach keinen Mann.<br \/>\nDer sie versorgte.<br \/>\nDamit sie die K\u00fcrzungen hinnahm.<br \/>\nIn der Arbeit.<br \/>\nUnd trotzdem blieb.<br \/>\nWeil man nicht auf sie verzichten wollte\u2026<\/p>\n<p>Sie  ging also.<br \/>\nDie Frau.<br \/>\nSie hatte eine andere Arbeit gefunden.<br \/>\nWo man sich weniger sorgte um sie.<br \/>\nSo erz\u00e4hlte sie mir damals.<br \/>\nMit einem sp\u00f6ttischen L\u00e4cheln.<br \/>\nWo man sich weniger sorgte um sie.<br \/>\nAber gerade deswegen so viel besser war.<br \/>\nZu ihr.<br \/>\nMan lie\u00df ihr ihre Selbst\u00e4ndigkeit.<br \/>\nUnd damit ihren Stolz.<br \/>\nUnd das brauchte sie mehr.<br \/>\nSehr viel mehr.<br \/>\nAls jede Hilfe.<br \/>\nDie unn\u00f6tig war.<br \/>\nUnd falsch<br \/>\nDie au\u00dferdem im Grunde sehr eigenn\u00fctzig war&#8230;<br \/>\nUnd sie fast erstickte\u2026<\/p>\n<p>Ich  habe sie lange nicht gesehen.<br \/>\nDie junge Frau.<br \/>\nIch glaube.<br \/>\nSie ist auch gar nicht mehr so jung.<br \/>\nAber sie wusste was sie wollte.<br \/>\nUnd was nicht!<br \/>\nWer versteht sie nicht\u2026?<\/p>\n<p><strong> Weniger ist mehr\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Vivienne\/Gedankensplitter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hilfe. 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