{"id":711,"date":"2010-01-13T19:08:05","date_gmt":"2010-01-13T18:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=711"},"modified":"2010-01-13T19:08:05","modified_gmt":"2010-01-13T18:08:05","slug":"anleitung-zur-sexuellen-belastigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/anleitung-zur-sexuellen-belastigung\/","title":{"rendered":"Anleitung zur sexuellen Bel\u00e4stigung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Leonie Maurer, die mit ihrem Mann k\u00fcrzlich in die Wohnung gegen\u00fcber von Ali und mir eingezogen war, stand vor der T\u00fcr und l\u00e4chelte mich an. \u201eIch brauche dringend eine Gl\u00fchbirne, in unserem Bad funktioniert sie nicht mehr. Und heute am Sonntag werden wir nirgends eine bekommen\u2026\u201c Sie \u00f6ffnet ihre Arme. \u201eK\u00f6nnen Sie uns helfen\u2026?\u201c Ich nickte. Leonie folgte mir und ich \u00f6ffnete eine Schublade. Hier mussten doch unsere Gl\u00fchbirnen sein\u2026 \u201e40 Watt?\u201c fragte ich Leonie. Sie strahlte mich an. \u201ePerfekt. Jetzt m\u00fcssen wir uns doch nicht im Dunkeln die Z\u00e4hne putzen\u2026\u201c Ich nickte. Noch recht junge Leute die beiden, keine Drei\u00dfig und erst seit Kurzem miteinander verheiratet. Und dazu noch sehr nett. Ich lud Leonie auf einen Kaffee an und sie nickte freundlich. \u201eGern. Gerhard kommt jetzt ohnedies ohne mich zurecht.\u201c Sie senkte ihre Stimme. \u201eEr bohrt die Lampenschirme an, da kann ich ihm nicht helfen\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leonie war wirklich ein nettes M\u00e4dchen, unkompliziert und sehr fr\u00f6hlich. Bald waren wir per du und wir unterhielten uns \u00fcber Gott und die Welt. \u00dcber einen Bericht im Fernsehen schweifte unser Gespr\u00e4ch schlie\u00dflich auch auf den komplexen Bereich der sexuellen Bel\u00e4stigung ab. Mit einem Mal l\u00e4chelte Leonie nicht mehr so spitzb\u00fcbisch. \u201e\u2026da ist mir einmal etwas passiert, \u00a9 Vivienne. Ich glaube, es ist zwei oder drei Jahre her. So was ist nicht lustig.\u201c Ich blickte Leonie wortlos ins Gesicht und sie verstand meine unausgesprochene Frage. \u201eWas soll ich dir sagen? Ein Kollege hat sich da vergessen, eigentlich eine sehr dumme Sache, ich h\u00e4tte nie gedacht, dass sich das Ganze so ausw\u00e4chst. Wei\u00dft du, \u00a9 Vivienne, ich halte nicht viel von einem, sagen wir mal, bewegten Privatleben. Gerhard, mit dem ich \u00fcber sechs Jahre beisammen bin, ist erst mein zweiter Mann, du wei\u00dft schon, was ich meine. Und wenn ich ehrlich bin\u2026\u201c Sie l\u00e4chelte mich entwaffnend und mit ihrer unglaublich offenen Art an. \u201eWarum soll er nicht auch der letzte sein? Wenn es passt?\u201c Ich nickte. Warum nicht, wenn es passt? Und ich dachte an meinen Albert\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leonie fuhr in der Zwischenzeit fort. \u201eIch war in der Firma ein unbeschriebenes Blatt, sprich eine von denen, die sich \u00fcber Privates eher bedeckt gab. Gerhard, damals noch mein Freund, arbeitete und studierte zu der Zeit im Ausland und ich hatte keine Lust, mich lange dar\u00fcber auszulassen. Offiziell hatte ich keinen Lebensgef\u00e4hrten und die Kollegen\u2026 nun sie interessierten mich privat nicht wirklich. Sie hatten ihre Pantscherl in- und au\u00dferhalb der Firma, was mich ja im Grunde auch nicht ber\u00fchrte, aber schlie\u00dflich kam man auf die Idee, mich \u201eabzuschie\u00dfen\u201c. Ich wurde zum Freiwild erkl\u00e4rt und sollte flach gelegt werden. Nat\u00fcrlich wusste ich nichts davon, ich dachte mir auch nichts Schlechtes, als man mich unerwartet zu einer privaten Geburtstagsfeier eines Kollegen einlud. Wirklich Lust dorthin zu gehen, hatte ich nicht, aber ich konnte mich nat\u00fcrlich nicht ganz ausschlie\u00dfen\u2026\u201c Leonie versank in Gedanken. \u201eWei\u00dft du, \u00a9 Vivienne, ich habe mich gar nicht so schlecht am\u00fcsiert dort und einen Moment glaubte ich sogar, vielleicht w\u00fcrde nun mein Verh\u00e4ltnis zu den Kollegen besser werden\u2026 Bis zu der Heimfahrt.\u201c Leonie fixierte die Decke und hielt die Kaffeetasse mit beiden H\u00e4nden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEiner der Kollegen, Sebastian, bot sich an, mich nach Hause zu bringen. Ich hatte keine Einw\u00e4nde, bis er auf halber Strecke auf einen Parkplatz lenkte, mich in den Arm nahm, seine Zunge in meinen Mund steckte und angestrengt versuchte, meinen B\u00fcstenhalter zu \u00f6ffnen. Ehrlich gesagt, ich war wie vom Donner ger\u00fchrt, es dauerte ein paar Momente, bis ich mich losrei\u00dfen konnte und dann sagte ich ihm, dass ich das nicht wollte. Der halb besoffene Sebastian starrte mich bl\u00f6de an und dann wurde mir erst bewusst, was ich f\u00fcr eine Verr\u00fccktheit begangen hatte! Ich kannte ihn doch nicht wirklich und in seinem Zustand war er nicht nur zudringlich geworden, er h\u00e4tte uns auch in einen Unfall verwickeln k\u00f6nnen\u2026 W\u00e4hrend mir das durch den Kopf ging, stieg ich ohne ein Wort aus und verlie\u00df den Parkplatz zu Fu\u00df. Sebastian schrie mir nach, was ich mir eigentlich denken w\u00fcrde und so sei das nicht ausgemacht gewesen, und da begriff ich dann auch, dass die Sache inszeniert worden war. Am n\u00e4chsten Tag redete ich mit unserer Chefin und die wusch den Herren den Kopf. Die Hoffnung, dass die Sache damit beendet w\u00e4re, erf\u00fcllte sich aber nicht. Nichts ist schlimmer als ein Mann, der sich in seiner Ehre verletzt glaubt\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leonie zuckte die Achseln. Dann grinste sie mich an. \u201eDie Kollegen haben sich dann einen im Grunde verr\u00fcckten Plan zurechtgelegt. Den Vorwurf der sexuellen Bel\u00e4stigung, den sollte ich unbedingt bereuen\u2026 Und da kein Mensch von Gerhards Existenz ahnte, meinte man, es w\u00e4re sehr leicht m\u00f6glich mich selbst in eine Situation zu bringen, in der ich diejenige sein sollte, die sich der sexuellen Bel\u00e4stigung schuldig macht.\u201c Ich h\u00fcstelte. \u201eAber nicht wirklich! Ticken die noch richtig?\u201c \u201eAber ja, \u00a9 Vivienne. Armin, der zugegebenerma\u00dfen fescheste der Herren-Runde, legte es ganz gezielt an, mich in ihn verliebt zu machen damit ich mich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter meinerseits an ihn ranmachen w\u00fcrde\u2026\u201c Leonie kicherte in Erinnerung. \u201eIch habe es lange gar nicht bemerkt, \u00a9 Vivienne. Auch wenn ich damals Gerhard nur etwa einmal im Monat f\u00fcr ein langes Wochenende gesehen habe, so war er doch der Mann, dem mein Herz geh\u00f6rte. Und noch immer geh\u00f6rt\u2026\u201c Ihre Augen leuchteten gl\u00fccklich. \u201eJa, der Plan ging v\u00f6llig schief, eben weil ich mich nicht in Armin verliebte und warum h\u00e4tte ich dem Typen auch an die W\u00e4sche gehen sollen? Nur aus Jux und Dollerei? Ein anderer Kollege hat mich schlie\u00dflich so halb und halb auf die Hintergr\u00fcnde aufmerksam gemacht\u2026 Als ich Armin damit konfrontierte, wurde der w\u00fctend und bestritt alles. Missverst\u00e4ndnisse, alles Missverst\u00e4ndnisse! Aber mit seiner zuvor unglaublichen Liebensw\u00fcrdigkeit war es dann f\u00fcr immer vorbei\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leonie neigte ihren Kopf leicht. \u201eUnd schlie\u00dflich kam dann durch einen Zufall doch noch heraus, dass ich eine heimliche Liebe pflegte. Das Gerede wollte einige Zeit kein Ende nehmen, aber mir war es egal. Wen geht schon mein Privatleben etwas an? Und, ob du es glaubst oder nicht, \u00a9 Vivienne, ich arbeite nach wie vor in dieser Firma. Ich muss mich ja mit niemandem verbr\u00fcdern dort.\u201c Sie stand auf. \u201eDu, ich sollte doch wieder zu meinem Mann schauen, jetzt wird er mich sch\u00f6n langsam vermissen. Danke f\u00fcr den Kaffee und ich hoffe, wir sehen uns noch \u00f6fter!\u201c Ich blickte ihr nach, als sie zur T\u00fcr ging. Ja, das hoffte ich auch, wirklich. Diese Leonie war mir ganz besonders sympathisch\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a9 Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leonie Maurer, die mit ihrem Mann k&uuml;rzlich in die Wohnung gegen&uuml;ber von Ali und mir eingezogen war, stand vor der &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Anleitung zur sexuellen Bel\u00e4stigung\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/anleitung-zur-sexuellen-belastigung\/#more-711\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Anleitung zur sexuellen Bel\u00e4stigung\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-711","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-bunte-welt-von-vivienne","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/711","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=711"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/711\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=711"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=711"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=711"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}