{"id":7247,"date":"2010-07-03T11:18:33","date_gmt":"2010-07-03T10:18:33","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=7247"},"modified":"2010-07-03T11:18:33","modified_gmt":"2010-07-03T10:18:33","slug":"die-schonheitsoperation-die-bunte-welt-von-vivienne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/die-schonheitsoperation-die-bunte-welt-von-vivienne\/","title":{"rendered":"Die Sch\u00f6nheitsoperation &#8211; Die bunte Welt von Vivienne"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Jugendwahn in  unserer Welt macht es m\u00f6glich: immer \u00f6fter glauben Menschen, Frauen und  auch  immer mehr M\u00e4nner, sie k\u00f6nnten ihre Beziehungsprobleme und die  Einsamkeit durch  eine kosmetische Ver\u00e4nderung positiv beeinflussen. Sie w\u00e4ren dann mehr  Wert&#8230;  Ein gr\u00f6\u00dferer Busen, ein knackiger Po oder h\u00f6here Wangenknochen machen es  im  Leben angeblich aus \u2013 der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und die  Sch\u00f6nheitschirurgen streifen das Geld der Willigen ein und verdienen  sich dumm  und d\u00e4mlich&#8230; Ob das Ziel der derart \u201eGesch\u00f6nten\u201c erreicht wird \u2013  zumeist ein  neuer, liebender Partner \u2013 ist durchaus fraglich. Wenn es so einfach  w\u00e4re,  einzig mit Sch\u00f6nheit beim anderen Geschlecht zu punkten, w\u00e4ren wohl  Film- und  Popstars selten alleine und immer gl\u00fccklich&#8230; Aber wenn man ehrlich  ist: gerade  die genie\u00dfen gar kein wirkliches Gl\u00fcck in der Liebe sondern wechseln  viel mehr  die Lover wie am Flie\u00dfband&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sarah Bayer, eine  fr\u00fchere Arbeitskollegin meines Bruders Claudio, war vor knapp zwanzig  Jahren von  den Tiroler Alpen in die ober\u00f6sterreichische Landeshauptstadt gekommen.  Sie war  damals Mitte zwanzig und ein rechtes Mauerbl\u00fcmchen mit relativ kleinen  Br\u00fcsten,  wie sie meinte. Claudio wurde stets nachdenklich, wenn die Rede auf sie  kam.  \u201eSie hatte eine v\u00f6llig normale Figur, nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches.\u201c Ihr  Manko waren  halt ein etwas undamenhafter Gang, wie er erz\u00e4hlte, und eine plumpe,  etwas derbe  Wesensart. Sie arbeitete im Lager von Claudios damaligen Firma und litt  unter  ihrem Singleleben, wie sie jedem auf die Nase binden musste, ob er es  nun h\u00f6ren  wollte oder nicht. Und irgendwann manifestierte sich in ihr der Glaube,  dass sie  mit gr\u00f6\u00dferen Br\u00fcsten und einer kleineren Nase viel bessere Chancen beim  anderen  Geschlecht h\u00e4tte. Sie begann eisern zu sparen und als sie im Lotto  unerwartet  fast 100.000,&#8211; Schilling gewann, schien das Ziel ihrer Tr\u00e4ume greifbar  nahe zu  r\u00fccken. Sie machte in einer ungarischen Sch\u00f6nheitsklinik einen Termin  aus und  deponierte bei einem ersten Besuch ihre W\u00fcnsche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich wurde der  Tag festgelegt, an dem das neue Leben von Sarah beginnen sollte. Sie  nahm sich  drei Wochen Urlaub f\u00fcr die Operation und verschwand an einem kalten Tag  im  November ins benachbarte Ausland&#8230; Claudio hatte immer Mitleid mit der  Frau  gehabt. \u201eEigentlich war sie ja nur dumm, und es w\u00e4re besser f\u00fcr sie  gewesen, an  ihrer Pers\u00f6nlichkeit, an der Reife zu arbeiten. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte es nicht   geschadet zu lernen, wie man sich etwas eleganter gibt. Sie stiefelte ja  daher  wie ein Trampel, weil sie es nie anders gelernt hatte. Aber es war  einfacher f\u00fcr  sie, an sich herum schneiden zu lassen als sich dem eigenen Ich, dem  Wesen und  auch so mancher charakterlichen \u201eUnebenheit\u201c zu stellen. Und so geht es  vielen  Leuten&#8230;\u201c Und darum fuhr Sarah nach Ungarn und meinte, damit w\u00fcrden  sich alle  ihre Beziehungsprobleme fast von selbst l\u00f6sen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sarah kam tats\u00e4chlich  ver\u00e4ndert zur\u00fcck, am ersten Arbeitstag grinste sie breit und stellte ein  tiefes  Dekollet\u00e9 zur Schau. Relativ schnell gelang es ihr so manchen jungen  Mann in der  Arbeit oder in ihrem Umfeld zu beeindrucken. Und Sarah hatte gro\u00dfen  Nachholbedarf und zeigte sich den Herren gegen\u00fcber willig und begl\u00fcckt.  Allerdings nur ein paar Wochen, dann lie\u00df der Ansturm wieder deutlich  nach und  Sarah strahlte nicht mehr wie an den ersten Tagen. Claudio konnte sich  genau  erinnern. \u201eEigentlich war sie wirklich zu bedauern: sie hatte nun eine  kleine  Stupsnase und einen riesigen Silikonbusen, der nat\u00fcrlich zun\u00e4chst  manchen  sexwilligen, geilen Kerl aufmerksam machte. Und Sarah sagte nicht nein.  Im  Gegenteil, sie glaubte nun, sie k\u00f6nne sich den \u201eBesten\u201c von allen  ausw\u00e4hlen,  aber ihr neuer Reiz verpuffte schnell.\u201c Richtig, denn Sarah war n\u00e4mlich  trotzdem  das einfache Bauernm\u00e4dchen geblieben, das sie vorher gewesen war. Mit  einem  wenig damenhaften Gang und ihrer etwas schlichten, derben Art, die nun  mal nicht  jeder putzig fand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schnell begann sie mit  sich selbst zu hadern. Aber statt sich einmal damit auseinander zu  setzen, was  die M\u00e4nner wirklich an ihr st\u00f6rte, dass sie keine l\u00e4ngerfristige  Beziehung zu  ihr suchten, dachte sie laut \u00fcber die n\u00e4chste Sch\u00f6nheitsoperation nach.  Von dem  Lottogewinn war ihr nur wenig geblieben, also begann sie rasch wieder  Tipps zu  spielen: diesmal sollten der Hintern aufgepeppt und die Lippen  aufgespritzt  werden. Claudio wusste noch mehr zu berichten. \u201eUnser Chef redete einmal  mit ihr  und versuchte ihr klar zu machen, dass ihr keine Sch\u00f6nheitsoperation der  Welt  einen liebenden Partner garantieren k\u00f6nnte. Sarah wollte das nicht  begreifen und  geriet fast in Streit mit ihm, weil seine Worte ihre Lebensl\u00fcgen blo\u00df  stellten.\u201c  Ein weiterer Lottogewinn blieb Sarah aber versagt, und das tat ihr noch  mehr  weh,\u00a0 als die Tatsache, dass ein Kollege, in den sie damals sehr  verschossen  war, eine andere heiratete und ein Kind mit ihr bekam. Der Busen der  Rivalin war  doch so mickrig, wie sie immer betonte, und der Kollege h\u00e4tte nur einmal  seine  Augen aufmachen m\u00fcssen, um das zu sehen. Aber vielleicht wollte er das  gar nicht  &#8211; weil es ihm um ganz andere Dinge ging&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sarah k\u00fcndigte  schlie\u00dflich und ging nach Tirol zur\u00fcck, wo sie sich mehr Begeisterung  f\u00fcr ihre  ver\u00e4nderte Erscheinung erhoffte. Claudio verlor sie auch aus den Augen  und wenn  das Gespr\u00e4ch auf die fr\u00fchere Kollegin kommt, dann wird nicht gelacht  oder  gespottet, dann kommt weit mehr Mitleid auf. Tiefes Mitleid, denn nicht  vermeintliche Sch\u00f6nheit f\u00fchrt zu trautem Gl\u00fcck sondern viel mehr die  eigenen  Wesensz\u00fcge. Aufrichtigkeit, Treue und Offenheit etwa \u2013 aber Sarah  fl\u00fcchtete sich  in die \u00e4u\u00dfere Erscheinung und damit in einen Irrglauben. Weil sie nicht  begriff,  dass Sch\u00f6nheit verg\u00e4nglich ist. Es bleibt letztlich nur das, was man  wirklich  ist, und nicht das Aussehen. In Tirol war das sicher nicht anders \u2013 aber   vielleicht hat Sarah das doch noch gelernt. Vielleicht&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Jugendwahn in unserer Welt macht es m&ouml;glich: immer &ouml;fter glauben Menschen, Frauen und auch immer mehr M&auml;nner, sie k&ouml;nnten &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Die Sch\u00f6nheitsoperation &#8211; Die bunte Welt von Vivienne\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/die-schonheitsoperation-die-bunte-welt-von-vivienne\/#more-7247\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Die Sch\u00f6nheitsoperation &#8211; Die bunte Welt von Vivienne\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-7247","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-bunte-welt-von-vivienne","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7247"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7247\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}