{"id":821,"date":"2010-01-18T18:54:01","date_gmt":"2010-01-18T17:54:01","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=821"},"modified":"2010-01-18T18:54:01","modified_gmt":"2010-01-18T17:54:01","slug":"uber-mich-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/uber-mich-selbst\/","title":{"rendered":"\u00dcber mich selbst"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Leser macht sich sein eigenes Bild \u00fcber mich und das, was, wie und wor\u00fcber ich schreibe. Kaum ein Autor, der seine mehr oder weniger gro\u00dfe Leserschaft hat, ist von einer derartigen Entwicklung ausgenommen. Bitter kann das sein, wenn man einen Beitrag, eine Geschichte mit bestimmten Ambitionen geschrieben hat, aber die Message nicht ankommt oder \u00fcber unwichtige Teilaspekte diskutiert wird. Das ist mir erst k\u00fcrzlich wieder passiert. Derartiges l\u00e4sst sich nicht beeinflussen, entweder man h\u00f6rt zu schreiben auf oder man akzeptiert es. Andere M\u00f6glichkeiten bleiben nicht. Und als ein so genannter Fan mir neulich mailte, meine erotischen Gedichte begeistert lobte und schlie\u00dflich sogar Teil solcher Fantasien werden wollte (obwohl verheiratet und Enkelkinder!), nahm ich es mit relativem Gleichmut hin. Zwar las ich dem Mann die Leviten und verweigerte jedes \u201eErotisieren\u201c, aber im Gegensatz zu fr\u00fcher bleibe ich zwar konsequent, aber ich rege mich nicht mehr auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00fc\u00dfig, Sie alle, meine Leser, darauf hinzuweisen, dass ich keine Femme fatale bin sondern eine Durchschnittsfrau mit einer ausgepr\u00e4gten Fantasie, eben auch auf dem erotischen  Gebiet. Im Grunde, darauf m\u00f6chte ich trotzdem hinweisen, bin ich teilweise eine durchaus einfach gestrickte Frau, die zwar eine vehemente Gegnerin der Ehe ist, aber auch eine Verfechterin der Monogamie und keine wechselnden Sexbekanntschaften w\u00fcnscht \u2013 auch nicht virtuell. Wer mich pers\u00f6nlich kennt, wei\u00df das auch, aber die Fantasie so manchen Lesers wird durch meine bildhaften Erz\u00e4hlungen und Verse in die Irre gef\u00fchrt \u2013 und das nicht das erste Mal. F\u00e4lle wie mit dem oben genannten Herrn wird es wohl auch in Zukunft weiter geben, das werde ich auch mit ehrlichen Erz\u00e4hlungen \u00fcber mich und mein Leben nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen. Man sieht, was man sehen will\u2026 Genau so wenig wie, dass sich selbst ernannte Nymphchen auf der Bohne oder meiner eigenen HP bedienen und Erotik heraus kopieren um sie auf ihren Homepages als eigene Werke ver\u00f6ffentlichen. Um sich dann von Fans fragw\u00fcrdig huldigen zu lassen\u2026 Auch diese Verletzungen des Copyrights passieren, man kann sie nicht alle verhindern oder aufdecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All das geh\u00f6rt zum t\u00e4glich Brot eines Hobbydichters wie mir, kann aber die Freude an der Arbeit kaum schm\u00e4lern \u2013 meine besseren Beitr\u00e4ge, das m\u00f6chte ich ganz ehrlich sagen, finden sich in anderen Themen und Bereichen: durchaus melancholisch, schwerm\u00fctig und nachdenklich. Aber das liest sich auch nicht so gef\u00e4llig und darum stellen sich die Surfer im Web lieber bei jenen Beitr\u00e4gen an, die das Blut in Wallung bringen. Der Mensch ist doch letztlich sehr simpel gestrickt\u2026 Zur\u00fcck zu mir, dieser vielschichtigen Pers\u00f6nlichkeit, deren Leben im \u201ekrassen Gegensatz\u201c zu ihrem \u201eliterarischen Werk\u201c zu stehen scheint. Es gab sogar schon Leute, die ernsthaft bezweifelten, dass ich diese erotischen Beitr\u00e4ge selbst verfasst haben k\u00f6nnte. Das mag verschiedene Gr\u00fcnde haben, mit Sicherheit bin ich keine Sexbombe und wie schon erw\u00e4hnt ist mir ein ausschweifendes Sexualleben einfach zuwider. Was aber bestimmt keinen Gegensatz zu der Sinnlichkeit darstellt, die zweifellos in mir lebt, ich habe nur meine eigenen Vorstellungen, wie ich diese auslebe und gestalte. Und ich ermutige niemanden zum virtuellen Ehebruch mit mir und ich pflege keine Bekanntschaften zu Menschen im Web, die vorwiegend meine erotischen Gedichte und Geschichten lesen. Ich bin n\u00e4mlich der Meinung, dass diese keine Ahnung haben wer ich wirklich bin \u2013 nicht einmal ann\u00e4hernd!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erotik in meiner Lyrik und Prosa wird gemeinhin enorm \u00fcberbewertet. Dagegen muss ich mich immer wieder wehren und dabei bin ich leider nicht immer erfolgreich. Weil sich die Leser das Bild von mir und meinen Beitr\u00e4gen machen, das sie wollen. Ein Ph\u00e4nomen: die Dinge verselbst\u00e4ndigen sich und bekommen eine eigene Dimension. Eingreifen kann ich nur, wo sich wieder einer meldet und den eindimensionalen Austausch w\u00fcnscht \u2013 \u00fcber eines: Sex. Dem kann ich forsch entgegentreten und ihm gegebenenfalls auch verbal den Kopf waschen. Denn das muss nun wirklich nicht sein! Wer ich jetzt wirklich bin? Das wei\u00df ich selber auch nicht ganz genau. Als Philosoph sehe ich unser Leben als eine Reihe von Entwicklungsschritten, die uns weiter helfen, immer mehr die oder der zu werden, die\/der man werden soll. Schreiben ist einer dieser Wege, die f\u00fcr mich vorbestimmt waren, und die mich in den letzten Jahren gepr\u00e4gt und ver\u00e4ndert haben. Ohne das Schreiben h\u00e4tte ich vieles nicht so verarbeitet oder w\u00e4re \u00fcber manche menschliche Entt\u00e4uschung nicht so halbwegs gut hinweggekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe aber mit den Jahren auch meinen Schreibstil ver\u00e4ndert und verbessert \u2013 im Vergleich mit alten Beitr\u00e4gen f\u00e4llt mir das enorm auf, aber auch im Vergleich der Themen und Bereiche, die ich w\u00e4hle. Zu Beginn der \u201eBohne-\u00c4ra\u201c h\u00e4tte ich wohl nicht gedacht, dass ich oft so pers\u00f6nlich schreiben k\u00f6nnte, aber genauso wenig, dass ich einmal Erotik so locker und doch so \u201esauber\u201c von der Leber weg verfassen k\u00f6nnte. Man wird reifer, man lernt dazu und die Dinge fliegen einem zu, die einem vorbestimmt sind. Das ist der Lauf des Lebens. Wie ich schon an anderer Stelle anklingen habe lassen: ich werde auf das Schreiben sicher nicht mehr verzichten, ich lebe daf\u00fcr und ich w\u00fcrde es f\u00fcr NIEMANDEN aufgeben. Wer das von mir verlangt, will mir nichts Gutes, das wei\u00df ich mit Bestimmtheit. Ich lebe mein Leben und nicht das anderer Leute: Haushalt, Familie und eine gewisse \u201eBiedermeierlichkeit\u201c sind mir nun mal nicht vorbestimmt, genauso wenig wie das einer Kurtisane oder einer quasi Web-Prostituierten. Ich bin ich, ein Freigeist und Einzelg\u00e4nger, das ist halt die andere Seite von mir: das bringt Nachteile, birgt aber f\u00fcr mich auch unglaubliche M\u00f6glichkeiten \u2013 und wer mich daran hindern w\u00fcrde, w\u00fcrde mich zerbrechen\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen Tagen j\u00e4hrt sich meine Zugeh\u00f6rigkeit zur Bohne zum achten Mal. Ich kann mich noch gut an die Anf\u00e4nge erinnern und ich bin stolz, auf das, was ich in den folgenden Jahren geleistet habe. Und das lasse ich mir von niemandem wegnehmen. Nicht von Leuten, die mich auf Erotik reduzieren und nicht von denen, die meinen, mein \u201eGeschreibsel\u201c w\u00e4re ohnehin nichts wert\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a9 Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder Leser macht sich sein eigenes Bild &uuml;ber mich und das, was, wie und wor&uuml;ber ich schreibe. Kaum ein Autor, &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"\u00dcber mich selbst\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/uber-mich-selbst\/#more-821\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber \u00dcber mich selbst\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-821","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-in-eigener-sache","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=821"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/821\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}