{"id":9465,"date":"2011-05-07T13:40:01","date_gmt":"2011-05-07T12:40:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/?p=9465"},"modified":"2011-05-07T13:40:36","modified_gmt":"2011-05-07T12:40:36","slug":"menschliche-schwachen-alles-muss-seine-richtigkeit-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/menschliche-schwachen-alles-muss-seine-richtigkeit-haben\/","title":{"rendered":"Menschliche Schw\u00e4chen&#8230; &#8211; Alles muss seine Richtigkeit haben"},"content":{"rendered":"<p>Sie atmen tief, in ihrem Seelenkummer, sehnen sich nach der w\u00e4rmenden Sonne, die ihnen ein launiges L\u00e4cheln abringen k\u00f6nnte. Denn tief sitzt der Schmerz in ihrer angeschlagenen Seele.<\/p>\n<p>Auch wenn die Blumen im Sommer ihre strahlenden Farben im Spiel mit der Natur offenbaren und Liebespaare sich unbeschwert k\u00fcssen, in dieser doch heiligen Natur, die sich noch eine Art Unschuld aufbewahrt hat. Die Welt hingegen kann man wohl als das gr\u00f6\u00dfte, aller \u201eIrrenh\u00e4user\u201c bezeichnen. Aber die Menschen haben es trotz ihrer Irrt\u00fcmer geschafft, das unsere Demokratie \u00fcberlebt hat, auch wenn \u201efriedloser Geister\u201c, versuchen werden, unser freiheitliches System aus den Angeln zu heben. So wird aber wie ein rei\u00dfender Fluss, dass Leben weiter gehen und auch die Natur, mit ihren B\u00e4umen, Pflanzen und Tieren, wird immer wieder zur Bl\u00fcte erwachen, selbst wenn ein nahender Krieg etliche St\u00e4dte dem Boden gleich machen wird.<\/p>\n<p>Das Weinen und das Lachen, jene Ambivalenz, die, wenn wir nur eine davon kennen w\u00fcrden, also nur das Lachen oder nur das Weinen, uns wahrscheinlich in den \u201eWahnsinn\u201c treiben w\u00fcrden, so wie es Mann und Frau, als Gegensatz der Geschlechter gibt. Jetzt m\u00fcsste man sich die schwierige Frage stellen, welches dieser Ausdrucksformen vorzuziehen w\u00e4re. W\u00e4re es ausschlie\u00dflich das Weinen, dann m\u00fcsste man das Individium wohl als ausgemachten \u201eMelancholiker\u201c diagnostizieren und w\u00e4re jemand daran gelegen sich nur noch dem Lachen hinzugeben, l\u00e4ge wahrscheinlich eine ausgepr\u00e4gte \u201eManie\u201c vor. So erscheint das Individuum, welches sich einseitig nur f\u00fcr eine Gem\u00fctsverfassung entscheidet, sich beinahe als \u201epsychisches Symptom\u201c zu manifestieren. D.h. folglich, wenn der Mensch, entweder nur noch ausschlie\u00dflich lacht bzw. weint, dass jene schwierige Problematik, f\u00fcr ihn kaum auszuhalten ist. Deshalb hat das Individuum viele Facetten entwickelt und hat eine Auswahl verschiedener M\u00f6glichkeiten parat, sich anderen Menschen mitzuteilen und anzuvertrauen und nicht einseitig, mit nur einer Gem\u00fctsverfassung zu versuchen, seinen Mitmenschen verst\u00e4ndlich zu machen, was eigentlich los ist. Zum Beispiel, dass das Individuum, seinen Gegen\u00fcber Fragen stellt und mal l\u00e4chelnd, mal mehr mit traurigen Mienenspiel, seinem Gegen\u00fcber, eine Vielzahl von Geb\u00e4rden anbietet und nicht auf einer einzigen verharrt.<\/p>\n<p>Beruflich gibt man sich ohnehin ganz anders, als im privaten Leben, welches sich nicht so einfach gestaltet, wie es im ersten Augenblick erscheint. Ein \u201eEhekrach\u201c ist immer schwer zu ertragen und wenn am n\u00e4chsten Tag die Arbeit ruft, \u00fcberlagern sich jene privaten Probleme, so dass der Berufst\u00e4tige w\u00e4hrend der Arbeit im Unterbewusstsein st\u00e4ndig \u00fcber seine privaten Angelegenheiten nachdenkt, nachdenken muss, so dass ihm seine Arbeit an jenem Tage schwerer fallen d\u00fcrfte als sonst und sollten sich seine Launen auf seiner Arbeitsstelle wegen seiner Probleme im Privatleben  drastisch verst\u00e4rken, welches ihm nur eine einzige M\u00f6glichkeit bleibt, einen Arzt zu konsultieren und sich gegebenenfalls einige Tage krank schreiben zu lassen.                                                    <\/p>\n<p>Man hat also am Leben, an so manchen Tagen, schwer zu tragen, wei\u00df aber auch, das es auch die sch\u00f6nen Momente auf diesem Planeten noch gibt und so nimmt man  schwere Belastungen, seien sie beruflicher Art, als auch privater Natur billigend in Kauf.  Das Individuum ist m.E. eben nicht altruistisch, wie so mancher glaubt, sondern es verf\u00e4llt manchmal in eine Gier, alles haben zu k\u00f6nnen und zu wollen. Bei besonders erfolgreichen M\u00e4nnern ist es meistens der holde Drang, ein junges, h\u00fcbsches M\u00e4dchen zu erobern, um sich mit ihrer jungen Sch\u00f6nheit zu schm\u00fccken. Bestes Beispiel hierf\u00fcr -wenn ich ausnahmsweise einmal Prominente der G\u00fcteklasse A erw\u00e4hnen d\u00fcrfte- sind \u201eKaiser\u201c Franz Beckenbauer oder Schlagerstar Udo J\u00fcrgens. Ich will hier an dieser Stelle nicht moralisieren, ob etwa ein in die Jahre gekommener m\u00e4nnlicher Prominenter, sich ein blutjunges M\u00e4dchen angelt oder zumindest in die Versuchung ger\u00e4t. Aber warum sollte er es denn nicht tun d\u00fcrfen? Das Leben ist auch f\u00fcr den Prominenten ein kurzes und junge h\u00fcbsche Frauen sieht man \u00fcberall. Wo liegt da also das Problem?<\/p>\n<p>Sensible Naturen, die sich in der Liebe und im Leben schwer tun, aber anderseits das Leben intensiver wahrnehmen d\u00fcrfen und k\u00f6nnen, so das sich nach einer kurzen Freude, ein trauriger Impuls manifestiert, dem der Sensible voller Entsetzen nachgeht, um dann erst recht der Traurigkeit zu verfallen und dann r\u00f6ten sich seine schmalen Augen von all den Tr\u00e4nen, die aus ihr herausstr\u00f6men. Und wenn dann die Liebe noch ihrer F\u00fchler ausstreckt, dann kann das f\u00fcr den Sensiblen manchmal zu viel sein und der entsetzliche Gedanke nimmt Gestalt an, einen Suizid vorzubereiten und auch auszuf\u00fchren. Gerade gro\u00dfe K\u00fcnstler, zum Beispiel auch Literaten, mit einem ausgepr\u00e4gten sensiblen Charakter und hochgradiger Intelligenz und einem Schuss Egozentrik, sind in diesem Kontext sehr gef\u00e4hrdet. <\/p>\n<p>Es w\u00e4re dann wohl besser ein \u201eDurchschnittsmensch\u201c zu sein, wie Prof. Fromm konstatiert, mit nur wenigen Talenten ausgestattet, aber auch mit weniger zwischenmenschlichen Problemen und so taucht man in der anonymen Masse einfach unter. Man ist dann einer von vielen und wird kaum oder gar nicht mehr zur Kenntnis genommen . Deshalb besch\u00e4ftigen sich begabte und intelligente Menschen, mit dem Sch\u00f6nen in unsere Kultur, mit den geistigen Rarit\u00e4ten des Lebens, denn Gutes und qualitativ hoch stehendes gibt es auf dieser Welt nur wenig, aber genau jenes wenige, kann so kostbar sein und das Leben in einem Ma\u00dfe bereichern, dass es das Individuum m\u00f6glicherweise zur \u201eGl\u00fcckseligkeit\u201c f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Wilhelm Westerkamp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie atmen tief, in ihrem Seelenkummer, sehnen sich nach der w&auml;rmenden Sonne, die ihnen ein launiges L&auml;cheln abringen k&ouml;nnte. 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