{"id":954,"date":"2010-01-18T19:49:13","date_gmt":"2010-01-18T18:49:13","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=954"},"modified":"2018-09-29T10:07:11","modified_gmt":"2018-09-29T08:07:11","slug":"zeitkritisches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/zeitkritisches\/","title":{"rendered":"Zeitkritisches? &#8211; Frankie Millers Einsichten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMiller, wir brauchen etwas Zeitkritisches!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4, was war das denn? Zeitkritisches f\u00fcr unser K\u00e4seblatt? Das Blatt, in dem, wie ich erst neulich wieder auf dem Wochenmarkt in Neukirchen befriedigt feststellte, der Eisbergsalat von den kr\u00e4ftigen H\u00e4nden der B\u00e4uerin eingewickelt wurde.<br \/>\nM\u00f6glicherweise sollte ich einfach mal \u00fcber die nahe Symbiose von Eisbergsalat und Presseerzeugnissen schwadronieren.<br \/>\nBeide bestanden, soweit es mir jedenfalls \u00fcber Salate bekannt war, zu 98% aus Wasser und weiteren 2 % aus Zellstoff.<br \/>\nVon Vitamin \u201eC\u201c, bei beiden keine Spur.<br \/>\nBei Presseerzeugnissen allerdings w\u00fcrde wohl das Prozentuale Verh\u00e4ltnis genau umgekehrt sein.<br \/>\nAllerdings d\u00fcrfte der Anteil von Vitamin \u201eC\u201c bei unserer Zeitung, genau so gering wie in Eisbergsalaten sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIrgendwas von Dieselpreisen an Tankstellen und der Schwemme an Benzinen, die schon jetzt nicht mehr in gen\u00fcgender Menge an den Autofahrer zu bringen sind, Miller!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritisches \u00fcber Dieselpreise und Benzine, die den Markt \u00fcberschwemmen?<br \/>\nNa gut, Editor, dir und deinem Audi-A6-Diesel-Kombi zuliebe und deiner Aversion zu den scheinbar immer in Urlaubszeiten best\u00e4ndig kletternden Spritpreisen.<br \/>\nAber wieso Benzinschwemme? Hatte ich da was verpasst?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAch ja, und packen sie die Sache von der neumodischen Seite aus an. Da, wo sich die Deutsche Automobil-Industrie selber auf die Schenkel klopft in Frankfurt, nur weil es nun scheinbar gelingt, die schon eine Zeitlang verstaubten E-Mobile aus den Abstellkammern, einer staunenden \u00d6ffentlichkeit als den Vorsprung in Innovation zu pr\u00e4sentieren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da wird in Frankfurt, dem Eldorado vergangener PS-seliger Zeiten, heute nun das Produkt der Zukunft in Form stromlinienf\u00f6rmiger Boliden mit Emission-Null-Versprechen dem Publikum in die K\u00f6pfe geh\u00e4mmert, ohne damit die wirkliche Problematik der n\u00e4chsten Jahre in irgendeiner geeigneten Form anzusprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun gut Editor, die Zeit f\u00fcr Kritisches auch in unserem K\u00e4seblatt ist wohl endlich gekommen. Genauso, wie die f\u00fcr Kritisches \u00fcber Eisbergsalat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd, Miller, denken sie an die Gef\u00fchle unserer Inserenten.\u201c<br \/>\nDieses Zusatzes, verehrter Editor, h\u00e4tte es nicht bedurft, ich danke trotzdem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also nun, Frankie Miller, die deathline r\u00fcckt n\u00e4her.<br \/>\nWie war das also? Erd\u00f6l wird gecract, also destilliert.<br \/>\nHierbei wird in einer Art Ofen, die klebrige, schwarze und \u00fcberaus z\u00e4hen Masse, in ihre Bestandteile zerlegt und zwar meist, in geringster Variationsbreite, in der ewig gleichen Verteilung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3% Fl\u00fcssiggas, 3% Naphta, 24% Benzin, 4% Kerosin, 21% Diesel\/Heiz\u00f6l, 11% Schwer\u00f6l\/Heiz\u00f6l, 3,5% Bitumen, 1,5% \u00d6le als Schmierstoffe, 2% Sonstige Produkte und Verluste durch Raffineriebetrieb.<br \/>\nDonnerwetter, wer h\u00e4tte das gedacht?<br \/>\nWahrscheinlich ein jeder, der nicht Kritisches \u00fcber den neuen Trend in der Automobilbranche schreiben muss.<br \/>\nDas Null-Emissionsauto!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sodella, 24% Benzin und 21% Dieselkraftstoff stecken in jedem Fass\/Barrell Erd\u00f6l!<br \/>\nF\u00fcr jeden Liter Diesel braucht`s den Konsumenten f\u00fcr mehr als einen Liter Benzin oder wenn weiter veredelt, Super-Benzin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da aber in den letzten Jahren Unmengen an Dieselfahrzeugen auf unseren Stra\u00dfen f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige Staus sorgten und der Anteil an Benzinern stetig zur\u00fcckging und der Anteil an dieselfahrenden Lastkraftwagen durch die Globalisierung und die dazu gestiegenen Transportkilometer f\u00fcr Waren aller Art, mussten die Destillationskapazit\u00e4ten der Raffinerien stetig erh\u00f6ht werden.<br \/>\nMehr Diesel bedeutete dann aber auch, noch mehr Benzin!<br \/>\nUnd wenn alle Welt Diesel fahren muss, wohin mit den Mengen an Benzinkraftstoffen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Wunder, dass Dieselkraftstoff teuer wird, wenn das bei der Produktion dabei abfallende Produkt f\u00fcr Otto-Motoren, vor der Vermarktung erst kostspielig gelagert werden muss.<br \/>\nZeitkritisch genug, Editor? Nein, nicht wirklich, ich weiss.<br \/>\nAlso ein paar Takte zu Null-Emission\u00e4ren, den E-Mobilen in Frankfurt.<br \/>\nZeitgleich zur Innovationszusammenrottung in den geheiligten Hallen Frankfurts, kommen die \u201eallseits gut unterrichteten Kreise\u201c mit der Nachricht heraus, dass die Deutsche Bundesregierung eine Studie in Auftrag gegeben hatte, die die Notwendigkeit neuer Atommeiler in Germanien zu begr\u00fcnden h\u00e4tte und wohl auch auftragsgem\u00e4\u00df hat.Dumm nur, dass Wahlkampf ist und diese Meldung nicht bis nach der Wahl stillschweigend in der Schublade der Regierenden schlummerte. Der noch Regierenden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also kritisch hinterfragt! Mehr E-Mobile bedeuten mehr Elektrizit\u00e4t, also noch mehr Kraftwerke. Denn, merke auf, ohne Kraftwerke kommt auch kein Strom aus der Steckdose. Auch kein gelber oder violetter. Noch nicht einmal gr\u00fcner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Windm\u00fchlen der Neuzeit k\u00f6nnen daran, auch unter freundlichster Betrachtung der leider nicht \u00fcberall und immer vorhandenen Windenergie, nicht wirklich etwas \u00e4ndern, liebe Freunde aus Birkenstockkreisen.<br \/>\nWobei ich, um Himmels Willen, nichts Kritisches gegen \u00fcberaus bequemes Schuhwerk aus Deutschen Landen gesagt haben will.<br \/>\nSoweit meine Sorge um die Inserenten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiterhin kritisch angemerkt. Gro\u00dfe Dieselmengen bedeuten noch gr\u00f6\u00dfere Benzinmengen, die wenn nicht verkauft, so doch gelagert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also was haben wir bisher?<br \/>\nZu viele Dieselfahrzeuge, zuwenig Benziner!<br \/>\nStrom kommt nur dann aus der Steckdose, wenn am anderen Ende der Leitung ein Kraftwerk h\u00e4ngt.<br \/>\nDie Bundesregierung will bis zum Jahre 2020 den E-Mobil-Anteil an PKW auf den Stra\u00dfen auf mindest 5% bringen, notfalls mit Abwrackpr\u00e4mien bis zu 7.500 EUR.<br \/>\nKenner der Materie, hinter vorgehaltener Hand auch aus der Autoindustrie, nennen als realistisch h\u00f6chstens 0,5%!<br \/>\nMarketingexperten aus der Werbewirtschaft nennen als Ziel, die notwendigen Mittel von wem auch immer bereitgestellt, sogar 20%!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei 0,5 % Anteil an E-Mobilen k\u00f6nnten die Nachstunden zur Ladung der ben\u00f6tigten Energiespeicher genutzt werden.<br \/>\nBei 5% d\u00fcrfte es da schon sehr viel schwieriger sein, mittels Emission-Zero-Fortbewegung, sein bisheriges spritschluckendes Auto f\u00fcr obsolet zu erkl\u00e4ren, es sei denn, die Industrie erfindet zum E-Mobil auch noch das elegante Schnellladen.<br \/>\nEines, das unn\u00f6tiges Warten darauf f\u00fcr die Halter ausschlie\u00dft.<br \/>\nBei angestrebten 20%, bekommen wir ein Problem!<br \/>\nDie heutige Dichte an Fahrzeugen zum Ma\u00dfstab genommen und die restlichen Fl\u00e4chen der Republik auch noch mit zus\u00e4tzlichen Windfl\u00fcgeln best\u00fcckt, d\u00fcrften uns dann trotzdem noch etwa 80 bis 100 Kraftwerke, mit der heute durchschnittlichen Betrieblichen Leistung fehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woran lassen einen solche Szenarien denken?<br \/>\nMich jedenfalls an meine Jugendtage, als man sich um seine Energieversorgung keine ernsthaften Sorgen machen musste. Strom kam aus der Steckdose. Sprit gab`s an der Tanke, die zum Sprit lediglich Keilriemen, Motor\u00f6l und Z\u00fcndkerzen f\u00fchrte und kein Mensch \u00fcber verschiedene Biersorten und Lagerzeiten von Bordeaux-Weinen aufgekl\u00e4rt wurde, wenn die hinter ihm Stehenden lediglich ihre Tankrechnung von S\u00e4ulennummer sechs und m\u00f6glicherweise neun begleichen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tja, womit macht man Kritisches auf? Zeitkritisches wom\u00f6glich. Fr\u00fcher war alles besser. So k\u00f6nnte es gehen, riecht aber schon etwas abgehangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also die Deathline, drauf geschiss\u2026! Ich fahre mal hin. Nach Frankfurt, zur IAA. Mal sehen, womit sich die Inovatioren nun wirklich rausreden. Und wie sie uns die Attraktivit\u00e4t von Null-Emmision-Kutschen ins Gehirn pflanzen wollen, die alles andere, nur keine Null-Emmision-Kutschen sein k\u00f6nnen.<br \/>\nWetten, dass sie es trotzdem versuchen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie war noch mal mein Vergleich zwischen Presseprodukt und Eisbergsalat?<br \/>\nAch ja, gleicher Beschiss, nur mit umgekehrten Vorzeichen! Und Null-Vitamin \u201eC\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach ja, Benzinschwemme. Warum wird dann Benzin nicht endlich billiger, wenn es anstatt teuer zu lagern, genauso gut billiger verkauft werden k\u00f6nnte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich muss doch mal versuchen hier etwas ausf\u00fchrlicher zu recherchieren. Obwohl, der Chef f\u00e4hrt ja `nen Diesel!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Chefschlumpf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Miller, wir brauchen etwas Zeitkritisches!&ldquo; H&auml;, was war das denn? 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