{"id":9760,"date":"2011-06-25T12:21:11","date_gmt":"2011-06-25T11:21:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/?p=9760"},"modified":"2011-06-25T12:21:11","modified_gmt":"2011-06-25T11:21:11","slug":"machen-grosstadte-depressiv-ansichtssache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/machen-grosstadte-depressiv-ansichtssache\/","title":{"rendered":"Machen Gro\u00dfst\u00e4dte depressiv? &#8211; Ansichtssache"},"content":{"rendered":"<p>Im englischsprachigen Fachjournal \u201eNature\u201c, welches sich vorwiegend mit naturwissenschaftlichen Disziplinen auseinandersetzt, wurde k\u00fcrzlich eine Studie \u00fcber die psychische Situation der Bewohner von Gro\u00dfst\u00e4dten ver\u00f6ffentlicht. Das Zentralinstitut f\u00fcr seelische Gesundheit im deutschen Mannheim h\u00e4tte in einer Studie zu belegen versucht, da\u00df Stadtbewohner einem h\u00f6heren Risiko ausgesetzt w\u00e4ren an Depressionen oder Angstst\u00f6rungen zu erkranken, als Menschen die auf dem Land aufgewachsen sind. Auch w\u00e4ren Kinder, die in Gro\u00dfst\u00e4dten aufwachsen sind, einem zwei- bis dreimal so gro\u00dfen Schizophrenierisiko ausgesetzt.<\/p>\n<p>Bevor ich meine Gedanken zur Studie ein wenig beleuchten werde m\u00f6chte ich die Leser gerne auf meine pers\u00f6nliche Einstellung zu dem oft strapazierten Vergleich eines Lebens in der Stadt mit dem Leben am Land aufkl\u00e4ren. Ich habe selbst immer in Wien gewohnt, wenn auch in unterschiedlichen Bezirken der Stadt. F\u00fcr mich ist es praktisch unvorstellbar dauerhaft in einer l\u00e4ndlichen Umgebung zu leben. Das ergibt sich  wahrscheinlich auch daraus, da\u00df  ich in Wien aufgewachsen bin \u2013 der Geburtsort ist aber bestimmt nicht der einzige Grund  daf\u00fcr, warum ich in einer Gro\u00dfstadt leben will. Diese Aussage soll  selbstverst\u00e4ndlich keine Beurteilung des Lebens im l\u00e4ndlichen Raum darstellen, sondern vielmehr meine h\u00f6chstpers\u00f6nliche Einstellung f\u00fcr mich selbst wiedergeben. Es mag sein, da\u00df mir die Annehmlichkeiten einer urbanen Gro\u00dfstadt mehr wert sind als die Vorz\u00fcge einer l\u00e4ndlichen Umgebung.  Ich m\u00f6chte aber auch betonen, da\u00df diese Entscheidung aus meiner Sicht jeder f\u00fcr sich selbst treffen soll.<\/p>\n<p>Als ich von der eingangs erw\u00e4hnten Studie heute  erstmals las war ich schon nach wenigen Zeilen von einer gewissen Skepsis befallen. Dies  ergab sich aber nicht  aus dem Abschneiden der Stadtbewohner , sondern eher daraus da\u00df ich die getroffenen Schlu\u00dffolgerungen nicht ganz teilen kann. Der Studie zufolge w\u00e4re das Depressionsrisiko bei St\u00e4dtern um 39 Prozent h\u00f6her, da die Amygala \u2013 \u201eeine Art primitiver Gefahrensender\u201c \u2013 deutlich aktiver sei als bei Menschen, die am Land leben. Die Forscher vermuten, da\u00df dies damit zusammenh\u00e4ngen w\u00fcrde da\u00df viele Menschen auf engem Raum zusammenleben.<\/p>\n<p>Ich lebe selbst in einem Wohnhaus mit rund 280 Wohnungen \u2013 da\u00df dieser Umstand meinen Stre\u00dfpegel beeinflussen soll ist aber f\u00fcr mich nicht nachvollziehbar. Es ist nat\u00fcrlich richtig, da\u00df ich den \u00fcberwiegenden Teil meiner Nachbarn gar nicht kenne \u2013 ein Umstand der f\u00fcr mich v\u00f6llig normal ist, f\u00fcr andere aber auch das Schreckgespenst der Anonymit\u00e4t darstellen kann. Ich f\u00fchle mich bestimmt nicht anonym in der Stadt, umgekehrt ist f\u00fcr mich aber auch die Vorstellung der kleinen Gemeinde, in der sich jedermann kennt kaum vorstellbar. In einer Diskussion zwischen einem \u00fcberzeugten Landbewohner mit einem \u00fcberzeugten Stadtbewohner wird dazu auch kaum eine Einsicht m\u00f6glich sein \u2013 au\u00dfer nat\u00fcrlich wenn die beiden einsehen, da\u00df jeder Mensch anders ist und andere Bed\u00fcrfnisse, Ansichten und Vorlieben hat.<\/p>\n<p>Nicht bestreiten l\u00e4\u00dft sich, da\u00df die Zahl der psychischen Erkrankungen in \u00d6sterreich deutlich im Steigen begriffen ist. Insgesamt nahmen im Vorjahr 900.000 Menschen eine entsprechende Leistung der Krankenversicherung in Anspruch. Dieser Umstand ist alarmierend und sollte zum Umdenken f\u00fchren \u2013 in welcher Form auch immer\u2026<br \/>\nWer sich f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Studie interessiert findet auch zahlreiche deutschsprachige Artikel dazu unter anderem im \u201eSpiegel\u201c oder auf orf.at.<\/p>\n<p>Liebe Leser! Ihr seid herzlich dazu eingeladen uns eure Sichtweise zu dieser Studie im Kommentarsystem der Bohnenzeitung mitzuteilen.<\/p>\n<p>Pedro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im englischsprachigen Fachjournal &bdquo;Nature&ldquo;, welches sich vorwiegend mit naturwissenschaftlichen Disziplinen auseinandersetzt, wurde k&uuml;rzlich eine Studie &uuml;ber die psychische Situation der &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Machen Gro\u00dfst\u00e4dte depressiv? &#8211; Ansichtssache\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/machen-grosstadte-depressiv-ansichtssache\/#more-9760\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Machen Gro\u00dfst\u00e4dte depressiv? &#8211; Ansichtssache\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-9760","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ansichtssache","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9760"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9760\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}