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24.10.2005, © Vivienne

Novemberregen 

Nebel.
Nichts zu erkennen.
Nur Schemen.
Umrisse.
Und dazu der Nieselregen.
Beständig.
Der sich in den Körper frisst.
Durch die Jacke.
Durch die Kapuze.
Durch die Schuhe.
Meine Hände.
Kalt und klamm.
Ich spüre sie fast nicht mehr.
Ich bin halb erfroren.
Obwohl es noch gar nicht so kalt ist.
Aber ich sauge den Regen auf.
Wie ein Schwamm.
Und der Nebel hüllt mich ein.
Fast wie in Eis.
Ich setze.
Schritt um Schritt.
Ich sehe nicht den Weg vor mir.
Ich gehe nur mechanisch.
Und weiß nicht, wo ich  bin.
Nicht mehr.
Kein Zeitgefühl.
Ich habe es verloren.
Wie lange gehe ich hier schon?
Eine Stunde?
Oder erst fünf Minuten…?
Ich bekomme Angst.
Ich bleibe stehen.
Und blicke um mich.
Alles Grau in Grau.
Angst schleicht sich in mein Denken.
Bin ich noch auf dem richtigen Weg?
Ich weiß es nicht.
Nicht mehr.
Kein Auto.
Kein Mensch.
Ich bin allein.
Gefangen im Nebel.
Wie in einem Verließ.
Während der Regen stärker wird.
Ich friere.
Und  ich bekomme Angst.
Ich gehe wieder weiter.
Mechanisch.
Setze kleine Schritte.
Ich spüre Panik aufkommen.
Habe ich mich verlaufen?
Komme ich je wieder heim?

Da!
Vor mir.
Ein Hauch von Helligkeit im Grau.
Dann erkenne ich:
Eine Straßenlaterne.
Und ich weiß, wo sie steht.
Ganz genau.
Hier gabelt sich der Weg.
Und dort oben bin ich daheim.
Ich kann die Lichter der Siedlung erkennen.
Ganz hell.
Aber sie weisen mir die Richtung.
Ich werde dem Nebel entkommen…

Vivienne/Gedankensplitter

 

 

 

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