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17.05.2005, © Vivienne

Was ist mit Liebe?

 Ich träumte von Liebe.
Von großen Gefühlen.
Und natürlich von Leidenschaft.
Von Ehrlichkeit und Offenheit.
Jemandem, der mich liebt.
Um meiner selbst Willen.
Der mich trifft.
Um mit mir zusammen zu sein.
Weil er sich nach mir sehnt.
Und mich begehrt.
Nicht meines Körpers sondern um meiner Seele Willen.
Das Leben leerte mich etwas anderes.
Oft.
Und aufrichtig geliebt wurde ich selten.
Viel zu selten.
Ich hätte es verdient.
Aber ich war es mir wohl selber nicht wert.
Ich hätte es verdient.
Und verdiene es noch…

Skepsis hat sich breit gemacht bei mir.
Aufrechte Liebe ist eine seltene Blume.
In meinem Leben hat sie nie wirklich geblüht.
Ist es nicht zu spät?
Auf ein Neues zu hoffen?
Man wird eigen mit dem Alter.
Stellt Ansprüche.
An das Leben.
Wie an den Geliebten.
Verständlicherweise.
Manchen Fehler möchte man vermeiden.
Schon im Vornhinein.
Ich bin nicht immer leicht zu nehmen.
Vielleicht weil ich eine Künstlerseele habe.
Vor Kreativität überfließe.
Und mich in meine Werke verbeiße.
Das mag manchem eigen erscheinen.
Wie die eine oder andere Seite in mir.
Ich bin durchaus streitbar.
Und sehr misstrauisch.
Manchmal.
Erfahrungen prägen.
Aber ich weiß worauf es ankommt im Leben zu zweit.
Ich kann geben und nehmen.
Und mich auf einen Menschen einstellen.

Schon seltsam.
Wie oft ich auf Männer stieß.
Die das alles vernachlässigten.
Und meine Gefühle letztlich mit Füßen traten.
Noch seltsamer.
Dass ich nie einen andern traf.
Der mich genommen hätte.
So wie ich bin.
Der Liebe wegen.
Genau genommen.
Habe ich es zweimal übersehen.
Vielleicht ist es auch öfter passiert.
Zweimal kam ich dahinter.
Als es zu spät war.
Verpasste Gelegenheit.
Wo hatte ich meine Augen?
Vielleicht gibt es gerade jetzt einen.
Der mit verträumtem Blick an mich denkt.
Aber nicht zu reden wagt.
Nicht zu sprechen wagt.
Über Gefühle.

Selbstbewusste Vivienne.
Die alle in Grund und Boden redet.
Einen mit Worten erschlägt…
Die eine Seite.
Die zweite sieht ganz anders aus.
Verletzbar.
Schüchtern.
Wenn es um Gefühle geht.
Und darum sich zu öffnen.
Nach Leid und Demütigung.
Einsamkeit.
Die mich alle Kraft der Welt kostet…
Sollte es da wirklich niemanden geben?
Den nicht gerade diese Mischung reizt.
Der eine Frau zu nehmen weiß.
Die so viel Kostbares in sich trägt?

Es sollte schon merkwürdig sein.
Wenn es da niemanden geben sollte.
Ich glaube vielmehr:
Dass ich ihn nicht sehe…
Wieder.

Vivienne/Gedankensplitter

 

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