Neue Bohnen Zeitung


von Vivienne  –  Juli 2004



Ich bin froh, dass es dich gibt

Das Leben ist nicht immer einfach.
Manchmal fragt man sich schon.
Womit man das eine oder andere verdient hat.
Denn nicht alles verschulden wir selbst.
Manches kommt auch wie ein Gewittersturm aus heiterem Himmel.

Was hab ich geweint!
Um vermeintliches Glück.
Und manche große Chance.
Und jetzt steh ich nervös vor dem Spiegel.
Trage Farbe auf.
Und such im Kasten hektisch nach einer hübschen Bluse.
Dazwischen sehe ich auf die Uhr.
Nur mehr eine Stunde…!
Und dann kommst du!
Wir gehen essen.
Machen uns einen schönen Abend.
Leeren das eine oder andere Glas.
Und werden einfach reden…
Ich bin schon gespannt, was du erzählen wirst.
Über dich.
Und überhaupt.
Weißt du, ich hab dich einfach gern.
Sehr gern.
Das hab ich schnell gespürt.
Als unsere Chefin dich vorgestellt hat.
Als neuen Kollegen.
Und das du ähnlich über mich denkst.
Hab ich mir fast gedacht.
Als ich ein paar Tage später vor Arbeitsbeginn noch die Blumen goss.
Plötzlich bist du dagestanden.
Unaufgefordert.
Und hast mir geholfen.
Nettes Lächeln.
Das dachte ich damals.
Und als du mir die Kanne abgenommen hast.
Hast du dabei Sekunden länger als nötig meine Hand berührt.
So schien es mir zumindest.
Ich hätte nicht geschworen darauf.
Nein.
Das traue ich mich einfach nicht mehr.
Nicht nach dem Reinfall mit Gerhard…
Was war ich nicht überzeugt von seinen Gefühlen!
Und hab mich doch nur selbst getäuscht.
Schon deshalb war ich bemüht nicht zu freundlich zu dir zu sein.
Ich hätte es nicht ertragen.
Alle merken es.
Alle wissen es.
Nein, so eine Situation will ich nicht mehr.
Wenn er mich mag, dann wird er es mich merken lassen.
Ganz sicher.
Irgendwann.
Ich habe mich fast abgeschottet von dir.
Je mehr mir bewusst wurde, dass…
Aber halt.
Dieses Wort wollte ich doch nicht mehr gebrauchen.
Bevor mir einer gesagt hat, dass er gern hat.
Nicht wahr?
Eben.
Und letzte Woche hast du mich dann zum Essen eingeladen.
Gerade.
Als ich dir ein paar Tage eher aus dem Weg gegangen war.
Es war so simpel.
Du hast mit mir geplaudert.
Und so mitten im Getratsche fielen deine Worte.
Gehst du mit mir essen?
Samstag?
Ich war so baff.
Ich sagte einfach ja.
Fragte nicht wo.
Oder wann genau.
Nur ja.
Mein Herz klopfte wie verrückt.
Ich weiß, mein Blutdruck.
Ich bin immer so schnell nervös.
Aber zum ersten Mal seit langer Zeit freute ich mich einfach.
Wie ein junges Mädchen.
Der Himmel war wieder blau.
Gestern kamen mir dann wieder die Zweifel.
Ich kenne mich ja.
Vielleicht möchte er ja einfach nur nett sein…
Aber das darfst du auch.
Ich freu mich auch so.
Einfach auf einen netten Abend mit dir.
Keine Erwartungshaltungen mehr.
Den Moment mit dir genießen.
Mit einem Mann, den ich mag.
Sehr.
Und der mich auch schätzt.
Unzweifelhaft.
So sehr, dass er auch privat Zeit mit mir verbringen möchte.
Das hat allein hat mich schon glücklich gemacht.
Alles andere ist Draufgabe…

Ich bin einfach froh, dass es dich gibt!

Vivienne

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