Neue Bohnen Zeitung


von Vivienne  –  Juli 2004



Der Lauf des Lebens…

Mancher vergleicht sein Leben mit dem Lauf eines Flusses.
Alles in Bewegung.
Alles in Fluss.
Im wahrsten Sinn des Wortes.
Das Leben ist Veränderung.
Und die ständige Veränderung eins Gewässers.
Das mal durch enge Schluchten.
Dann wieder in der Ebene.
Oder auch durch bergiges Land fließt.
Versinnbildlicht die stetige Mutation des Lebens.
Einmal kann so ein Flussbett durch Geröll verstopft werden.
Dann muss sich das Wasser einen neuen Weg bahnen.
Wenn durch Hochwasser ein Bach gefährlich anschwillt.
Kann er auch das Land um ihn verwüsten.
Wie ein unbedeutender Mensch, der ungeahnt zu großer Macht gelangt.
Wenn der Regen aufhört.
Bricht die Macht des Wassers wieder.

Aber auch das Meer lässt sich mit dem Leben gut vergleichen.
Mal brandet es bedrohlich auf.
Mal erfrischt es an einem heißen Sommertag.
Bisweilen ist die Bewegung auch sehr flach.
Nur kleine Wellen.
Die die bedrohliche Kraft dahinter kaum ahnen lassen.
Dichter haben schon beredtere Worte gefunden als ich.
Wenn sie sich Gedanken über unser Dasein gemacht haben.
Über den Sinn.
Und über unseren Weg.
Der sehr steinig sein kann.
An dem wir jedoch reifen können.
Wie ein Apfel in der prallen Sonne.
Wenn wir einen Baum betrachten.
Nicht aus jeder Blüte bildet sich ein Apfel.
Und im Sommer fällt manche Frucht halbreif vom Baum.
Gebeutelt vom Sturm.
Und verfault.
Nicht wenige Äpfel werden auch wurmig.
Auch sie fallen.
Früher oder später.
Wer jedoch all dem trotzt.
Wird im Herbst gepflückt.
Ausgereift.
Blickt auf ein reiches Leben zurück.
Die Mühe hat sich gelohnt…

Das ist Leben ist Veränderung.
Und doch auch kennt mancher bisweilen das Gefühl.
Er kommt nicht von der Stelle.
Er stagniert.
Er klebt fest.
Ohne zu wollen.
Was immer er tut.
Oder tun möchte.
Erstickt im Keim.
Ein hilfloser Zustand.
An dem wir nichts wirklich ändern können.
Manchmal sind wir zum Nichtstun verurteilt.
Warten.
Ein unproduktiver Zustand.
Kostet oft mehr Kraft.
Als der Kampf gegen die Unbillen des Lebens.
Der andere wiederum muss zuviel Veränderung auf einmal verarbeiten.
Von allen Seiten Neues.
Kommt kaum dazu, Luft zu schnappen.
Sich zu erholen.
Jeder Schritt birgt eine neue Überraschung.
Damit ist auch nicht jeder glücklich.
Das Leben kann voll mit Extremen gepackt sein.
Ob wir wollen oder nicht.
Der Mensch wird nicht gefragt.
Welches Los er begehrt…

Jeder sieht also sein Leben anders.
Nicht alle sind zufrieden damit.
Hadern mit ihrem Schicksal.
Die Kunst des Lebens ist es.
In allem den tieferen Sinn zu begreifen.
Oder zumindest zu erahnen.
Und am Dasein zu reifen.
Einen Hauch von Weisheit zu erahnen.

Glücklich wird nicht der.
Dem alles in den Schoß gelegt wird.
Glück erkennt nur der.
Der die richtigen Schlussfolgerungen aus den Lehren zieht.
Die unser Dasein ihm aufwartet.

Vivienne

Link: Alle Beiträge von Vivienne

 

Schreibe einen Kommentar