Neue Bohnen Zeitung


von Vivienne  –  Mai 2004



Gedanken über  die Veränderung, Teil 2

Veränderung heißt nicht nur, dass positivere mit negativeren Zeiten abwechseln.
Manchmal ändern sich einfach Lebensumstände.
Rasch, und unerwartet.
Oder wir gehen durch eine Periode des Wandels.
Nichts hat Bestand.
Immer dann, wenn uns am liebsten wäre:
Alles bleibt so, wie es ist.
Müssen wir der Veränderung Tribut zollen.
Wir sollen ja nicht stagnieren.
Wie ein Teich.
Mit fauligem, gärenden Wasser.
Ja, das ist viel Leben drin.
Vielfaches Leben.
Das stimmt.
Bakterien.
Mikroben.
Alles, das die Fäulnis fördert.
Irgendwann kippt das Wasser.

Wollen wir so leben????

Ich denke nicht.
Das heißt auch.
Veränderung akzeptieren.
Wie sie kommt.
Wie eine Tür, die aufschwingt.
Eine neue Chance.
Eine neue Möglichkeit.
Eine Herausforderung.
Alles ist anders.
Natürlich haben wir Angst.
Wie auch nicht?
Durch diese neue Tür zu schreiten, ist wie eine Geburt.
Auch bei der Geburt hat man Schmerzen.
Steht plötzlich vor total neuen Gegebenheiten.
Alles ist fremd.
Wer fürchtet sich da nicht?
Gleichzeitig müssen wir aber auch durch.
Wir können nicht davonlaufen.
Wir versuchen zwar, der Tür auszuweichen.
Aber je länger wir warten, desto schwieriger wird es.

Irgendwann ist da nur mehr die Tür.
Und vielleicht stößt uns dann jemand durch.
Unsanft.
Es tut weh.
Sehr weh.
Wir versuchen fest zu halten, was wir lieben.
Aber alles entgleitet uns.
Die Menschen.
Die Dinge.
Wir sitzen dann am Boden.
Hinter der Tür.
Und sie fällt zu.
Wir können nicht zurück.
Ein neuer Lebensabschnitt hat begonnen…
Wir orientieren uns neu.
Neue Menschen.
Ein neuer Job vielleicht.
Oder plötzlich zu zweit.
Auch das muss man erst lernen.
Besonders das.

Einfacher ist es, sich gleich den Zeichen der Veränderung zu stellen.
Veränderung kommt ja nicht immer über Nacht.
Sondern viel öfter poltert sie schon von weitem laut.
Bevor sie endgültig in unser Leben tritt.
Wer die Zeichen richtig deutet, tut sich leichter.
Kann sich vorbereiten.
Und gestärkt den neuen Gegebenheiten entgegentreten.
Wer Glück hat, findet auch nicht eine einzige Tür.
Sondern zwei oder drei.
Und kann sich dann aussuchen, durch welche er geht.
Aber nicht zu lange wählen.
Sonst fallen die Türen zu.
Eine nach der anderen.
Und einer verliert vielleicht die große Chance seines Lebens.
Weil er zu lange pokerte.
Weil er sich mit der Entscheidung zu viel Zeit ließ.

In einen neuen Lebensabschnitt eintauchen ist nie einfach für uns.
Wir sind Anfänger.
Veränderung heißt auch immer Verlust.
Aber auch Gewinn.
Es liegt in unserer Hand die neue Chance zu nutzen.
Wir können schon beeinflussen, was uns hinter der Tür erwartet.
Steine.
Morast.
Oder ein Feld mit vielen Möglichkeiten.
Durch unseren Mut.
Unser Hoffnung.
Und unsere Stärke.
Ziehen wir uns also warm an.
Dann kann uns der raue Wind zu Beginn nicht mehr so viel ausmachen…

Vivienne

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