Neue Bohnen Zeitung


von Vivienne  –  Juli 2004



Was wäre, wenn…

Oft träum ich so vor mich hin.
Ich träume oft und viel.
Den ganzen Tag.
Und ohne Träume wäre das Leben nicht sehr leicht.
Träume.
Die einen Moment aufhellen.
Wie ein Glühwürmchen in der Nacht.
Man lächelt kurz.
Und dieser positive Kick gibt Kraft zum Weitermachen.
Die Gedanken schweifen.
Und vieles kommt mir in den Sinn.
Das ich mir wünschen würde.

Manches baue ich dann aus.
Zu einer richtigen Geschichte.
Was wäre, wenn…
Kein Hunger mehr auf dieser Welt herrschen würde?
Keine Not.
Kein Elend.
Nur miteinander.
Alle ziehen an einem Strang.
Wohl das Paradies auf Erden?
Und doch…
Der Zweifel packt mich schon im Tagtraum.
Geschäftsinteressen sind so viel wichtiger als eine geeinte Welt.
Am Hunger verdient so mancher.
Ungleichheit und Ungerechtigkeit wird sogar geschürt.
Um Kriege zu führen.
Durch die man Waffen verkaufen kann.
Was interessiert Geschäftsleute die Menschheit?
Und eine friedliche, „menschliche“ Welt?
Solange der Dollar rollt…
Mein Profit zählt.
Alles andere ist ganz  egal.
Ich allein kann die Welt auch nicht ändern…
Was kümmern mich zudem die anderen????

Unsanft erwacht.
Menschen können viel bewegen.
Wenn sie wollen…
Wenn einer den ersten Schritt macht.
Und voran geht.
Christus.
Gandhi.
Und so mancher andere.
Es gibt immer eine Möglichkeit.
Nicht von heute auf morgen.
Aber jeder lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
Wenn ich nicht anfange zu gehen, komme ich auch nicht weiter.
Und so sieht die Menschheit fast unbeteiligt zu.
Wie ein Teil von ihr leidet und hungert.
Krieg führt und Opfer beklagt.
Wendet sich gleichgültig ab.
Oder applaudiert.
Manche kritisieren.
Aber ihre Stimmen sind leise.
Werden nicht gehört.
Oder sie stehen zu weit hinten.
Und darum geht alles wie bisher dahin…

Vielleicht liegt es auch daran.
Dass wir manchmal Angst vor der Erfüllung unserer Träume haben.
Könnte man es sich überhaupt vorstellen, dass diese Welt ein Paradies wäre?
Keine Not?
Kein Neid?
Kein Hass?
Wäre unser Dasein dann nicht vielleicht…
…vielleicht sogar fad?
Das sicher nicht.
Es steckt genug im Menschen.
Dass ihn vom anderen unterscheidet.
Aber es mag schon richtig sein.
Manchmal fürchten wir uns vor dem was wir uns wünschen.
Was wir uns ersehnen.
Weil es zu unglaublich ist.
Man könnte ja vor Glück überschlagen.
Ist es dann wirklich so schön?
Soll nicht alles bleiben wie bisher?
Wäre es nicht sogar besser?

Wer nichts verändern will.
Wird auch das verlieren.
Das er bewahren möchte.

Der erste Schritt zur Veränderung beginnt im Grunde damit.
Ganz fest an das zu glauben.
Das man sich so sehr erträumt…

Vivienne

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