Neu und doch nicht neu
Leben heißt Bewegung.
Leben heißt auch:
Immer bereit sein.
Für das, was kommt.
An Neuem.
An Schönem.
An Dingen, die meine Kraft fordern.
Immer wieder scheint es aber:
Das Leben wiederholt sich auch.
In gewissen Facetten.
Fast vertraut wirkt manches.
In Positivem.
Wie im Negativen.
Man freut sich.
Oder man fürchtet sich.
Je nach dem.
Ähnlich heißt nicht immer gleich.
Wenn dich jemand einst verletzt hat.
Dann muss dich ein anderer nicht jetzt auch verletzen.
Nur weil er ihm ähnlich ist.
Ähnlich ist nicht gleich.
Und oft sind es nur die Umstände.
Die den Unterschiede ausmachen.
Kleinigkeiten.
Fügungen.
Ein Schritt oft nur.
Vielleicht hasse ich ihn noch immer.
Für ein bizarres Schicksal.
Das uns einen Streich gespielt hat.
Vielleicht hasse ich ihn für et was.
Für das er nichts kann.
Umstände, die nicht zu ändern waren.
Vielleicht.
War uns keine gemeinsame Zukunft vorherbestimmt.
Vielleicht.
Wollte ich das nicht wahr haben.
Vielleicht.
War es besser so.
Dass es so kam und nicht anderes.
Macht es Sinn, ihn zu hassen?
Ihn für all das verantwortlich zu machen?
Was nicht sein sollte?
Vielleicht.
Hat der andere mich geliebt.
Vielleicht.
Sah er in mir die Frau seiner Träume.
Und vielleicht.
Hat er mir das nie verziehen.
Dass ich sie nicht sein wollte.
Dass ich ihn hasste.
Für seinen Opportunismus.
Und für den blinden Glauben.
Ich müsse froh sein seiner Liebe wegen.
Ich war es nicht.
Und hab auch ihn nicht wieder gesehen
Jetzt wirft mir das Leben wieder Spielzeug zu.
Es sieht aus wie damals.
Und ich frag mich, was kommen wird.
Liebe ich wieder den Falschen?
Und sehe den Richtigen nicht?
Den, der mich liebt?
Fast verkrampft ziehe ich Vergleiche.
Es tut weh zu denken.
Und es macht mir Angst.
Damals wollte ich einmal sterben.
Damals war ich so nah dran.
Zu springen.
Ich fürchte mich.
Dass mir wieder einer weh tut.
Unsagbar weh.
Dass ich verletzt werde.
Und ausgenutzt.
Ich will nicht mehr!
Aber ist es nicht so?
Keine Liebe ohne Schmerzen?
Keine Liebe ohne Risiko?
Kein neuer Lebensabschnitt?
Ohne die Wehen einer Geburt?
Wozu Angst?
Wenn es irgendwann doch zu meinem Vorteil sein wird?
Und so fange ich das Spielzeug.
Werfe es weiter.
Spiele damit.
Und warte, was kommt.
Und warte, was zu tun ist.
Und traue mich.
Mich zu freuen.
Erwartungsvoll.
Die Dinge gleichen sich.
Aber sie müssen nicht völlig gleich sein.
Die Details machen den Unterschied.
Wer sich vor Angst versteckt.
Wird das nie herausfinden