Übelkeit.
Kopfschmerzen.
Die bei jeder Bewegung stärker werden.
Das Monster im Bauch.
Das sich durch die Eingeweide frisst.
Brüllend.
Bis ich wieder aufstehe.
Auf die Toilette laufe…
Nichts.
Nichts kann ich behalten.
So geht es die halbe Nacht.
Mir ist schwindlig.
Und die Zunge klebt am Gaumen.
Weil ich so durstig bin.
Aber ich traue mich nicht zu trinken.
Ich schwitze.
Aber irgendwie unangenehm.
Kalt.
Mir wird speiübel.
Wenn ich den Kühlschrank öffne.
Fleisch.
Wurst.
Es steigert meinen Brechreiz.
Ich brühe mir Tee.
Und schütte ihn aus.
Versehentlich.
Ich möchte weinen.
Aber dann wische ich auf.
Und koche mir noch eine Tasse…
Zum Doktor?
Ich muss wohl sonst sterben…
Denke ich mir.
Dann lächle ich.
Irritiert.
Das ist wohl das Fieber.
Das mich so denken lässt.
Ich suche die Telefonnummer heraus.
Die Arzthilfe versteht mich kaum.
Aber ein Lichtblick.
Kommen Sie um 9:30 Uhr.
Wirklich?
Vielleicht lebe ich noch bis dahin…
Ich dusche mich.
Wasche den unangenehmen Schweiß ab.
Und ziehe mich an.
Keuchend.
Weil ich wieder schwitze.
Dann mache ich mich auf den Weg.
Ich schnaufe wie ein Marathonläufer.
Stakse wie ein Kind.
Hilfe!
Eine familiäre Ordination.
Das übliche Prozedere.
Ich setze mich in den Warteraum.
Lese ein englisches Kinderbuch.
Leute mustern mich.
Eine Frau hat Atemnot.
Schläft immer wieder ein.
Ob sie vor mir stirbt?
Es dauert so lange.
Drinnen sitze ich nur kurz.
Ein Rezept.
Diättipps.
Obwohl ich nichts behalten kann.
Oja.
Ich trinke verdünnten Saft.
Und ich esse Soletti.
Ganz bestimmt…
„Maria hilf“.
So heißt die nächste Apotheke.
Göttlicher Wink?
Eine halbe Stunde später.
Ich liege auf der Couch.
Und gleich muss ich wieder auf das WC.
Das Monster im Bauch.
Es wütet wieder.
Und ich bin so müde…
Es wird wieder.
Hat die Ärztin gesagt.
Dauert nur ein paar Tage…
Dabei liege ich im Sterben!
Wie konnte sie das übersehen?
Ich schlafe wieder ein.
Irgendwann.
Dazwischen ein paar Schluck Saft.
Am Abend ist das Monster tot.
Und nicht ich.
Ich kann es kaum fassen.
Mein Körper.
Verklebt durch den komischen Schweiß.
Ich gehe ins Bad.
Schwankend.
Um zu duschen.
Und sehe einen Geist im Spiegel.
Kalkweiß im Gesicht.
Mit schwarzen Ringen unter den Augen.
Der Kampf hat mich mitgenommen.
Mein Kopf tobt.
Aber ich lebe…
Vivienne/Gedankensplitter