In fremdem Revier – Gedankensplitter

Du stellst etwas dar.
Steile Harriere.
Geliebt.
Von Frau und Sohn.
Ein echtes Vorbild.
So sagt man.
Du hast es zu etwas gebracht.
Dass man nur staunt.
Man wendet sich an dich.
Wenn man Probleme hat.
Und Sorgen.
Und du hilfst.
Du tust was du kannst.
Das weiß man längst.
Und doch.
So untadelig auch dein Ruf.
Deine Weste ist nicht sauber.
Du sollst nicht begehren.
Deines nächsten Frau!
So liest man in der Bibel.
Auf die du schwörst.
Ohne mit der Wimper zu zucken.
Und doch.
Du kannst nicht lassen von ihr.
Sie gehört einem anderen.
Und doch.
Du verzehrst dich nach ihr.
Du liebst sie.
Und du betrügst deine Frau…

Die weiß es längst.
Aber sie hat sich arrangiert.
Du bist großzügig.
Schmuck und teure Kleider.
Und ein eigenes Cabrio.
All das hat sie versöhnt…
Aber er.
Der Mann deiner Liebsten.
Du könntest ihn nicht besänftigen.
Mit Gut und Geld.
Er würde dich töten.
Er würde dich erschlagen.
Wenn er es ahnte.
Und deine Liebste.
Die wohl auch…
Sie sagt es dir nicht.
Aber wenn ihr beisammen liegt.
Gehetzt.
Denn mehr als eine Stunde.
Gehört euch selten.
Dann fühlst du ihre Gedanken.
Ihr Mann.
Er könnte hereinkommen.
Und euch entdecken.
Und sie fürchtet sich.
Todesangst…

Du wilderst in fremdem Revier.
Du weißt es.
Du selbst bist Jäger.
Und du hasst alle Wilderer.
Von Herzen.
Aber selber wilderst du.
Bist du selber nicht anders.
Und wenn du daran denkst.
Dann trinkst du.
Oft mehr als du sollst.
Es ist die Sucht.
Nach dieser einen Frau.
Sucht.
Ihre weiche Haut zu fühlen.
Ihre üppigen Kurven berühren.
Und zu wissen.
Dass sie dir gehört.
Dir allein.
In Gedanken.
Mit ihrem Herzen.
Auch wenn du ihren Körper teilst.
Mit ihrem Mann.
Sie lässt dich nicht los…

Vivienne/Gedankensplitter

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