In die Einsamkeit? – Gedankensplitter

Im Beitrag Beziehungsweise.
Da führte ich manches an.
Zu meinen Sorgen und Ängsten.
In einer Beziehung überrollt zu werden.
Degradiert zur Putzfrau.
Wie oft höre ich es im Job.
Wenn ich am Telefon verlaufe.
Dass eine Frau sagt.
Quasi entmündigt.
Mein Mann hat gesagt.
Wir brauchen das nicht…

Eine Leserin kritisierte meine Gedanken.
Konstruktiv und freundlich.
Sie meinte.
Mein Weg führe  in die Einsamkeit.
Und zur Resignation…

Ich bin ein Einzelgänger.
Ganz bestimmt.
Ich bin sicher nicht die Norm.
Ich träumte nie von Familie.
Von Kindern.
Von einer weißen Märchenhochzeit…
Seltsam.
Ich weiß.
Ich wusste das schon als Kind.
Während andere lachten.
Weil ich nicht heiraten wollte.
Nie.
Schon mit zehn Jahren…
Das ist ungewöhnlich.
Und ich frage mich oft selber.
Warum.
Was wusste ich damals schon!
Von schmutziger Männerwäsche.
Die es zu waschen gilt!
Was ahnte ich davon.
Dass es nicht wichtig ist.
Was im TV-Gerät läuft.
Aber der Mann hat die Fernbedienung.
Bestimmt das Programm.
Trotzdem…

Ich wusste nichts davon.
Und von manchem mehr.
Und hatte trotzdem keine Lust zu heiraten…
War es vielleicht die Ehe meiner Eltern?
Die mich so prägte?
Sie war nicht lustig.
Viele Kinder.
Kein Geld.
Ein halbfertiges Haus…
Und manchmal.
Da hing sie am seidenen Faden…
Mag sein.
Dass mich das beeinflusste.
Aber das nicht allein.
Das ganz sicher nicht.
Es war schon in mir.
Als ich geboren wurde.
Als ich gezeugt wurde…
Jeder muss seinen Weg finden.
Das schrieb ich auch der Leserin.
Aber wenn ich so nachdenke.
Den Mann für mich.
Den gibt es wohl nicht.
Nicht dauerhaft.
Weil ich nach Unabhängigkeit strebe.
Viel mehr.
Als danach geliebt zu werden.
Denn wenn ich so nachdenke.
Die Liebe der meisten.
Sie war ohnedies nicht echt.
Man wollte mich nicht.
Wie ich bin.
Sondern wie ich sein sollte…
Sagen wir mal zynisch.
Sie war „zweckgebunden“.
Wenn ich mich aufgeben würde.
Wenn ich mich opfern würde.
Und meine Träume.
Und meine Freuden.
Um in einer Beziehung aufzugehen.
In der ich nur die zweite Geige spiele.
Weil ich immer benutzt würde.
Und benutzt werden würde.
Dann wäre ich wirklich unglücklich.
Ich weiß.
Das ist nicht der Weg jeder Frau.
Aber es ist meiner.
Ich lebe.
Was ich leben möchte.
Und so.
Ist ein Teil von mir glücklich.
Und erfüllt.
Wenigstens.

Das zählt.

Vivienne/Gedankensplitter

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