Es ist wieder kalt!
Regen.
Heftige Güsse.
Immer wieder.
Und die Sonne…
Ich vermisse sie.
Ihre zärtlichen Berührungen.
Die so wärmen…
Bis ins Innerste.
Man zweifelt.
Dass dieser Spätwinter ein Ende haben könnte.
Irgendwann.
Man nennt sie Schafskälte.
Aber ehrlich gesagt.
Fing sie nicht schon früher an?
Ende März?
Der Wind.
Er rüttelt an den Bäumen.
Er brüllt sie an.
Und mich fröstelt.
Wenn ich nach draußen blicke.
Versteckt hinter einer Schale Kaffee.
Der Frühling.
Er hat doch noch gar nicht begonnen.
Oder?
Das da.
Ist nicht der Frühling.
Ganz bestimmt nicht!
Ich lehne mich zurück.
Die Katze.
Sie ist zu mir geklettert.
Heischt nach Zärtlichkeiten.
Ich denke an das Wochenende.
Das mich so wärmte.
Innerlich.
Das mich auftaute.
Trotz des Gewitters.
Und der Regengüsse.
Es gibt Menschen.
Die wärmen.
Besser als die Sonne es vermag.
Sogar wenn sie scheint.
Ab und an.
Es gibt sie noch.
Diese Menschen.
Und dafür bin ich dankbar.
Dann ist es schön zu leben.
Und man kann wieder vertrauen.
Aus dem Mantel der Angst flüchten.
Und wieder Mensch sein.
Selber.
Man traut sich…
Ich schließe das Buch.
Mit der Erinnerung.
Aber das wärmende Gefühl.
Es bleibt…
Graublaue Wolkenbanken am Himmel.
Wie eine Schafsherde.
Die sich über das Land legt.
Dicht an dicht gedrängt…
Ich bin müde.
Aber nicht schwerfällig.
Nicht kraftlos.
Ein wenig müde nur.
Nach eines Tages Last…
So sagt der Poet.
Und die Sorgen.
Sie liegen ein gutes Stück weg von mir.
Sie sind nicht weniger geworden.
Bestimmt nicht.
Aber die Wärme in mir.
Sie schirmt sie ab.
Heute noch.
Vielleicht auch morgen…
Man weiß es nicht.
Schöne Gefühle.
Sie kommen und gehen.
Wie sie wollen.
Und halten kann man sie nicht.
Wie den Frühling.
Wild und eigensinnig.
Und stürmisch.
Und doch auch…
Unwiderstehlich!
Vivienne/Gedankensplitter