Freitagabend… – Gedankensplitter

Ich dekoriere die Wohnung.
Weihnachtlicher Krimskrams.
Und an der Tür.
Ein Weihnachtsgesteck…
Eigentlich ist es noch früh.
Früh für Weihnachten.
Für den Advent.
Aber die Weihnachtsmärkte.
Sie öffnen morgen.
Früher als je zuvor.
Also dachte ich…
Genau.
Und nun weihnachtet es sehr.
In meiner kleinen Wohnung.
Ich trinke Tee.
Und er schmeckt ein wenig nach Zimt…
Es ist kalt draußen.
Und morgen.
Trinke ich meinen ersten Punsch.
Heuer.
Und ich werde mich fragen.
Ob es sich schon anfühlt.
Wie Weihnachten….

Ich war einkaufen.
Vorhin.
Eine riesige Pflanze.
Steht nun auf dem Schreibtisch.
Riesige Blätter.
Dekoratives Muster.
Ich konnte nicht widerstehen…
Grün.
Bringt Frohsinn ins Leben.
Vor allem im Winter.
Wenn alles grau ist.
Und tot…
Ein paar Kerzen brennen.
Verbreiten freundliches Licht.
Licht.
Das wärmt.
Und etwas entzündet in mir.
Das alles positiv stimmt.
Für den Moment.
Die Nacht ist dunkel.
Kein Mond.
Und keine Sterne.
Nur schwarz…
Ein seltsamer Herbst.
Mal frühlingshaft warm.
Dann wieder frostig.
Und kein Hauch von Schnee.
Nur kahle Bäume.
Und viele Wolken.
Wolken.
Die auf den Hügeln liegen.
Rund um die Stadt…
Den ganzen Tag…

Ich trinke die Tasse leer.
Das Leben.
Es kann eine Last sein.
Und manchmal.
Wird diese Last unerträglich…
Der Bruch mit Menschen.
Die einem nahe standen.
Bisweilen.
Sehr nahe.
Mich missbrauchten und benutzten.
Und die sich verstecken.
Hinter frechen Lügen.
Um den Konsequenzen zu entgehen.
Dabei.
Wäre ich leicht zu versöhnen.
Ganz leicht.
Mit einem Geständnis.
Und dem einfachen Wort.
Es tut mir Leid…
Viel zu schwierig.
In einer Welt der Falschheit.
Und der Verlogenheit…
Und der Besserwisserei.
Macht nichts.
Denke ich mir.
Ich bekehre niemanden.
Ich lebe mein Leben.
Steuere mein Schiff.
Durch die stürmische See.
Leicht resignierend.
Aber unnachgiebig.
Mein Weg ist steinig.
Aber der einzige.
Den ich gehen kann…
Ich lösche die Kerzen aus.
Eine nach der anderen…

Vivienne/Gedankensplitter

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