20 Jahre Bohnenzeitung – In eigener Sache

2021 wird in mancherlei Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr für mich werden – speziell auch deswegen, weil sich im April mein Kontakt zur Bohne zum 20. Mal jährt und im Mai desselben Jahres auch meine ersten Beiträge eben dort veröffentlicht wurden. Zeit daher, einmal zurückzublicken an die damaligen Ereignisse und was sich seither getan hat. Das Jahr 2001 war kein einfaches Jahr für mich – ich war nämlich arbeitslos und das mit Unterbrechungen schon ein paar Jahre immer wieder. Zwangsweise saß ich in einem AMS Kurs – zur Schönung der Statistiken und meine Zukunftsaussichten waren nicht unbedingt rosig…

 

In dieser Misere hörte ich abends einen Aufruf auf Life Radio – die damalige Stimme der Nacht, Constanze Hill, gab ihn durch: Ein gewisser Klezi suchte Leute für sein Online-Projekt, eben jener Bohnenzeitung. Aus einer gewissen Hoffnung heraus, dass sich da vielleicht auch etwas Hauptberufliches für mich ergeben könnte, wandte ich mich ein paar Tage später an Klezi. Wir schrieben uns in Folge einige Mails und am 20.05. 2001 erschienen meine ersten Beiträge auf der Bohne, die damals noch ein komplett anderes Layout hatte. Mit Peter wurde ich erst später bekannt, so nach und nach bis wir schließlich ein Treffen in Linz vereinbarten: am 19.01.2002…

 

Zu der Zeit, Anfang 2002, hatte ich schon etliche Geschichten und Beiträge für die Bohne verfasst. Die Arbeit machte mir große Freude, auch wenn mir rasch klar wurde, dass diese Plattform kein berufliches Sprungbrett für mich darstellen würde. So lernte ich also Peter und Werner/Klezi persönlich kennen und war dann auch einige Wochen später bei einer der ersten Rätsel Rallyes dabei, die Werner veranstaltete… In Folge war ich dann öfter Gast in Wels, aber vorrangig wegen Peter – was ihn betrifft, war der Funke schnell übergesprungen. Die Bekanntschaft mit Werner hingegen blieb eher distanziert – wir waren und sind viel zu verschieden…

 

Im Frühjahr 2002 hatte ich dann wieder einen Job angenommen und dergestalt abgesichert konnte ich mich auf das Abenteuer Bohne richtig einlassen: ich wurde Moderatorin des Talk Salons, später Chefredakteurin. Vor allem aber: ich konnte meine Kreativität voll ausleben, wobei mich Peter auch tatkräftig unterstützte. So bekam die Bohne auch ein anderes Gesicht, als Werner wohl ursprünglich geplant hatte – er überließ relativ rasch uns beiden die Zügel um sich sich anderen Projekten zu widmen. Laufend stießen auch andere Redakteure zu uns, und letztlich mutierte die Bohne zu einer Literatur-Plattform, die mit dem Satire-Projekt am Beginn nur mehr wenig zu tun hatte.

 

So sind die Jahre ins Land gezogen, es ist viel passiert und die Bohne hat ihre Position im Web eingenommen. Auch ich selber war seither nicht mehr arbeitslos (*klopf auf Holz*), ich fand Stabilität in meinem Leben und in der Bohne die Erfüllung meines Lebens. Auch wenn ich meinen eigentlichen Broterwerb nicht in seiner Bedeutung schmälern möchte: mein Glück habe ich hier gefunden. Peter ist nicht nur mein Mitstreiter sondern vorrangig mein Lebensmensch geworden, mit dem ich Freud und Leid in der ganzen Zeit geteilt habe… Wohl dem, der auf solche Weise seine Bestimmung findet!

 

Mit Stolz kann ich darauf zurückblicken, was wir in den vergangenen Jahren geschaffen haben. Gemeinsam mit den Redakteuren und ihren unterschiedlichen Rubriken ist die Bohne in all den Jahren gewachsen und zeigt sich heute von ihrer besten Seite! Wer hätte das am Anfang gedacht…!

Ich selber kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen, als für die Bohne zu arbeiten – mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der ich unter der Woche meinem Job nachgehe. Für die Bohne habe ich immer Zeit und ich bin dankbar für diese Erfahrung. So habe ich auf diese Weise mein eigentliches Glück erfahren…

 

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich damals nicht an Werner/Klezi geschrieben hätte um mich als Redakteurin zu bewerben. So kann es passieren, dass scheinbare Kleinigkeiten dem Leben erst die richtige Richtung, den richtigen Drall geben… Ich denke aber, dass mir diese Wendung immer vorherbestimmt war. Auf die eine oder andere Weise hätte sich die Begegnung nicht vermeiden lassen… Was sein muss, muss einfach sein – kann ich nur rückblickend anmerken. Und ich bin sehr froh darüber…

 

Großartig gefeiert werden wird wohl mein heuriges Jubiläum nicht, ich werde es verbringen, wie alle Tage, an denen ich Zeit für die Bohne habe: mit Schreiben, mit dem Konstruieren von Geschichten und dem Ausleben meiner Fantasien… Das ist ohnedies das Schönste, wie man so einen Jahrestag begehen kann… Und ich bin schon gespannt, wie sich die Bohne in den nächsten Jahren noch weiter entwickeln wird und welche Redakteure und Leser uns auf dieser Reise begleiten werden, die noch lange nicht zu Ende ist… wie ich hoffe!

In diesem Sinne auf die nächsten 20 Jahre!

 

Vivienne/In eigener Sache

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