An die, die ich liebe

Du hast mich kennen gelernt, so wie ich mich zu geben vermochte,
aber du kennst mich deswegen noch lang nicht ganz und gar.
Das KENNENLERNEN geht weiter und wird am besten im zusammen LEBEN gehen.
Nichts ist von Dauer, außer die Veränderung und so verändert sich auch jeder
Mensch und wird so nie gekannt werden können, denn wir können nur kennen,
was schon abgeschlossen ist.
Doch das Leben ist nie abgeschlossen, es ist wie ein Fluss, der am Quell beginnt
und zum Ziel, dem Meer entgegen hinabfließt. Und auch deswegen muss die
Liebe auch immer wieder neu entstehen, denn man liebt nie den Mensch, den
man vom letzten Tag her kannte, denn an jedem Tag bist du neugeboren.

Zu viele DENKEN nur und verrennen sich in ein beständiges BILD von dem
Menschen, den sie angeblich lieben und können es dann nicht ertragen, wenn
sich dieser Mensch verändert oder man eine neue Seite an ihm kennen lernt,
die man so bislang nicht entdecken konnte.
Nur wer all diese Veränderungen liebt, kann von Liebe reden.

Die Nähe zu dir – sie mag zwar den Alltag zum grauen Verhängnis haben,

aber dann lebt die Liebe doch erst, indem man um sich ringt

und sich jeden Tag neu lieb gewinnen muss.

Die Entfernung zu dir – deine Abwesenheit – sie ist nur dann erträglich,
wenn ich dich unproblematisch wieder zu erreichen in der Lage bin.

Auch wenn wir ständig beisammen – zum Greifen nah – wären, würde ich auf den
Abstand nicht verzichten können, denn dieser ist wie das Ende,

der den täglichen, stündlichen Neubeginn ermöglicht.

Die LIEBE ist etwas, was immer wieder neu entstehen muss, sie ist nichts,
dass, ist sie einmal da, beständig wäre, wenn man sie nicht immer wieder aufs NEUE lebte.

Liebe ist keine Konstante, denn sie ist Leben und Leben befindet sich in
ständiger Veränderung.

(C) Wolf

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