Aprilregen – Gedankensplitter

Böiger Wind.
Und kalter Regen.
Das Fenster hab ich geschlossen.
Längst.
Ich trage eine Weste.
Und meine Hände.
Klamm und leicht bläulich verfärbt.
Der Himmel Grau in Grau.
Wolkenfetzen.
Die sich rasch bewegen.
Ein einsamer Vogel in der Luft.
Er steigt hoch.
Verliert sich in den Wolken.
Ich ziehe die Jacke eng um mich.
Ich friere.
Und kann mich nicht wärmen…
Ja.
Vor ein paar Tagen.
Da war es noch so warm.
Unwiderstehlicher Frühling.
Heute hat er sich eine Auszeit genommen.
Leider…
Ich gehe in mich…

Erfahrungen.
Erste Eindrücke.
In der Kindheit.
Wenn man jung ist.
Und oft ins offene Messer läuft.
Vor Vertrauensseligkeit.
Vor Gutgläubigkeit…
Ja.
Manches hat mich geprägt.
Manches werde ich nie vergessen.
Wunden.
Die nie ganz heilen.
Du reagierst manchmal extrem.
Sagt man mir.
Ich weiß.
Dort.
Wo meine Grenzen verletzt wurden.
Ich möchte mein Leben leben.
Endlich.
Wie ich möchte.
Vielleicht ist das extrem.
Wenn man immer gemacht hat.
Was die anderen rieten…
Vielleicht muss man extrem sein.
Um sich abzugrenzen.
Um sich nicht mehr verletzen zu lassen.
Vielleicht baut man sich auch ein Nest.
Wo man sich sicher fühlt.
Und geborgen.
Und sich auch ein wenig abschirmt…
Das muss nicht falsch sein.
Wenn es für einen selber passt…

Der Regen wird stärker.
Frisch sieht das Grün aus.
Wie gewaschen.
Die Straße glänzt.
Da und dort Pfützen.
Wasser spritzt auf.
Wenn die Autos fahren…
Mein Leben.
Und ich möchte ich selbst sein.
Neu erblühen.
Als wäre ich noch einmal jung.
Fast im Herbst des Lebens angelangt…
Vielleicht.
Mache ich mich lächerlich.
Das kann schon sein.
Vielleicht schlage ich mir die Nase an.
Oder den Kopf.
Aber ich lasse es mir nicht nehmen.
Ich weiß nicht was kommt.
Aber was auch immer.
Ich möchte es annehmen.
Auf meine Weise.
Auch wenn das nicht jeder versteht.
Ich kann nicht anders…
Was ich auch immer versäumt habe.
Es sollte so sein.
Und nicht anders.

Muss das jeder verstehen?

Vivienne/Gedankensplitter

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