Eine mächtige Frau.
In ihren Ausmaßen.
Sie heißt wie ich.
Und am Anfang.
Da zuckte ich zusammen.
Wenn man sie rief.
Denn ihr Name.
War ja meiner.
Sie.
Anlaufstelle.
Für alle.
Geschickt.
Manipuliert.
Big Mama!
Dachte ich bald.
Big Mama.
Nimmt jeden in den Arm.
Spricht ihm zu.
Mit Engelszungen.
Aber in Wirklichkeit.
Falsch wie eine Katze.
Mit dem einen so.
Mit dem anderen ganz anders.
Gerade was gefragt ist…
Eine mächtige Frau.
Mit barocken Formen.
Die auch beißen kann.
Wie eine Schlange.
Wenn sie Schuldgefühle.
Wecken möchte.
Sie weiß.
Wo die Nadeln weh tun.
Ganz besonders weh…
Sie kennt die Schwächen.
Gehen doch alle zu ihr.
Weinen sich aus…
Sie hat Macht.
Über die Leute.
Aber.
Sie nutzt sie nur selten.
Wenn.
Dann gezielt.
Und im Verborgenen.
Sie zieht die Fäden.
Von der letzten Reihe aus.
Macht sich unersetzbar.
Was man braucht.
Bekommt man von ihr.
Opium für das Volk!
Ob es Haarspray ist.
Oder die Schmerztablette…
Big Mama.
Hat alles.
Für ihre Jungen.
Selbst kinderlos.
So wie ich.
Und doch.
Haben wir nichts gemeinsam.
Sonst…
Trotzdem.
Manche Ziele.
Erreicht sie auch nicht.
Obwohl sie strebt.
Heftig.
Sie redet nicht oft davon.
Aber wenn.
Dann setzt sie die Worte.
Gezielt.
Jammert.
Doch nicht zu sehr.
Die richtige Tonlage.
Die rechte Dosierung.
Zwischen Schmerz.
Und Resignation.
Das macht Eindruck.
Das wirkt.
Nachhaltig.
Gelernt ist gelernt.
Darf ich kurz stören?
Beginnt sie ihre Telefonate.
So oft.
Dabei.
Stört sie fast immer.
Mit ihrer Präsenz.
Bringt Unruhe.
Und auch manchen Zwist.
Und wäscht die Hände in Unschuld…
Aber die Leute.
Sie merken es nicht…
Vivienne/Gedankensplitter