Du sitzt da.
Dein Herz klopft wild.
Und deine Hände zittern.
Dann stehst du auf.
Und räumst die Scherben weg.
Es sind so viele.
Tausende!
Wie konnte das passieren?
Hundert mal machst du das.
Nimmst eine der Platten weg.
Auf dem Herd.
Und schaltest den Herd ein.
Eben.
Da hast du den falschen Schalter erwischt.
Und kurz darauf.
Zerbarst die Platte.
Und du hattest Glück.
Du bist nicht dort gestanden…
Was für ein Tag!
Du bist schon eine Chaotin.
Im Supermarkt.
Ist dir eine Flasche Sirup runtergefallen.
Aus der Tasche gerutscht.
Und du hast dich geschämt.
Vor den Leuten.
Und vor dir selbst…
An manchen Tagen.
Da ziehst du es an.
Das Chaos.
Heute.
War es besonders krass.
Und dabei hattest du Glück.
Wie gesagt.
Scherben hätten dich treffen können.
Ins Gesicht…
Du schüttelst den Kopf.
Ein Schneemann.
Aus Plastik.
Hübsch bemalt.
Er fiel zu Boden.
Durch den Druck.
Und brach!
Plastik!
Ein Geschirrtuch.
Es wurde vom Haken gerissen.
Und eine Vase.
Sie kippte um…
Die Katze.
Sie erschrak furchtbar.
Und verkroch sich unter dem Schreibtisch!
Du brauchst einen Kaffee.
Einen ganz starken.
Und dann musst du telefonieren.
Dringend.
Du musst reden…
Einfach nur reden.
Dann wird dir leichter.
Bestimmt!
Chaotin.
Du hasst das so an dir.
So sehr!
Du wärst lieber perfekt.
Die jede Situation im Griff hat…
Manchmal.
Da bist du das auch.
Durchaus.
Aber meistens nicht.
Und dein Problem ist.
Dass du das nicht akzeptierst.
Dich anzunehmen.
Wie du bist.
Mit einem Augenzwinkern.
Es würde dich weiter bringen.
Viel weiter.
Du willst es nicht zugeben.
Aber wenn du das könntest.
Dann würdest du dich selber mögen.
Endlich.
Dann würdest du aufhören.
Jemand sein zu wollen.
Der du nie sein wirst.
Und dein Chaos.
Es wäre gar nicht so schlimm!
Vivienne/Gedankensplitter