Was für ein Tag!
Regen!
Nichts als Regen!
Und ich flüchte vor den Tropfen.
Als ich aus der Straßenbahn steige.
Aber vergeblich.
Denn ich werde nass.
Ganz nass.
Bis ich die Haustür aufsperre.
Und im Stiegenhaus stehe.
Es ist trocken.
Endlich.
Ich gehe die Stufen nach oben.
Langsam.
Müde.
Ich bin daheim.
Sicher vor der Nässe…
Das war vor einer Stunde.
Jetzt räkle ich mich in der Badewanne.
Ein heißes Schaumbad.
Es hat mich umfangen.
Ich habe ihn ausgezogen.
Den nasskalten Mantel.
Der mich gefangen hielt.
Mir ist wieder warm.
Im Schlafanzug.
Mit einer kuscheligen Decke.
Ich gähne.
Und es regnet noch immer…
Es ist Juni.
Nicht wahr?
Ich blättere die Zeitung durch.
Lese das eine.
Oder das andere.
Eigentlich.
Sollte ich einen Abendspaziergang machen.
Im Park da vorne.
Oder in einem Kaffeehaus sitzen.
Im Gastgarten.
Träumen.
In der untergehenden Sonne…
Stattdessen faulenze ich.
Auf der Couch.
Zugedeckt.
Und ich überlege.
Ob ich Socken anziehen soll…
Verrückt!
Klimawandel!
Selbstgemacht.
Trotzdem.
Der Mensch leidet.
Und vor allem seine Seele.
Er sehnt sich nach Sonne.
Nach Sommer.
Aber kein Hauch davon.
Weit und breit…
Ich strecke mich.
Gähne laut.
Ich fühle mich müde.
Verrückt.
Ich bin doch hellwach.
Normalerweise.
Sicher bis Mitternacht!
Ich döse sanft.
Manchmal zucke ich zusammen.
Und bin wach.
Für einen Moment.
Aber nicht lange.
Dann fallen mir die Augen wieder zu…
Schließlich stehe ich auf.
Das kann doch nicht sein.
Der Abend ist noch jung!
Nur…
Verregnet…
Es soll ja warm werden.
Irgendwann.
Der Sommer kommt bestimmt!
Vielleicht.
Wer weiß?
Vielleicht schneit es in einem Jahr.
Genau am 1. Juni.
Und ich trage Winterschuhe.
Schneematsch auf den Straßen….
Ein Albtraum!
Ich verdränge das Bild.
Vor meinem inneren Auge.
Ein Schluck Wasser.
Und ein Aspirin.
Gegen das Kopfweh.
Mein Gott.
Es regnet noch immer!
Vivienne/Gedankensplitter