Den Schatten fangen – Gedankensplitter

Was bist du für ein munteres Kätzchen!
Durchspringst den Raum.
Bremst auf dem Teppich.
Schiebst ihn dabei zur Seite.
Und hascht dann nach den Lichtreflexen.
Der Glaskristalle am Fenster.
So flink bist du!
Aber die hellen Flecken.
Auf dem Boden.
Die regenbogenfarbenen Kreise.
Sie sind viel zu schnell für dich.
Viel zu schnell…
Und du suchst dir ein anderes Spielzeug.
Plötzlich drehst du dich im Kreis.
Fasst nach deinem Schwanz.
Folgst deinem Schatten.
Drehst dich immer schneller.
Und landest auf deinem Rücken.
Schließlich.
Stehst du wieder auf.
Mit großen Augen.
Und siehst mich an.
Öffnest dein Schnäuzchen.
Miaust ganz zart.
Und dann kommst du zu mir.
Springst auf meine Brust.
Legst dich auf meinen Hals.
Und schnurrst.
Glücklich.
Mit der Welt zufrieden.
Was für ein aufregender Tag!

Später folgst du mir ins Bad.
Kletterst an den Rand der Badewanne.
Hüpfst hinein.
Und turnst munter herum.
Leckst ein paar Wassertropfen auf.
Begierig.
Springst auf das Fensterbrett.
Beknabberst meine Pflanzen.
Und miaust empört auf.
Als ich wieder aus dem Bad gehe.
Das geht doch nicht!
Nein.
Wie kannst du nur…!
Gleich schlüpfst du zwischen meine Beine durch.
Dass ich fast auf deinen Schwanz steige…
Aber nur fast.
Denn du bist schneller.
Wirbelst die Fellmaus durch die Luft.
Beißt hinein.
Knabberst ein wenig daran.
Um sie weiter zu werfen.
Spielerisch.
Und sie erneut zu packen.
Mit grimmigem Gesicht.
Auf einmal fauchst du.
Und läufst weg.
Im Rückwärtsgang.
Was ist da nur?
Was tost da so laut?
Motorengeräusch.
Ein LKW.
Aber wieder vorbei.
Und schon turnst du meine Garderobe hoch.
Unverdrossen.
Klammerst dich an Schals.
Und Jacken.
Flink.
Und sehr schnell!
Kletterst du höher.
Bis ich nach dir greife.
Warum darf ich nicht spielen?
Ein Klaps auf  den Rücken.
Und du purzelst auf den Boden.
Du siehst hoch zu mir.
Beleidigt.
Dann stürmst du wieder davon.
Fasst nach deinem Schwanz.
Das Abenteuer beginnt von neuem…

Vivienne/Gedankensplitter

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