Der Sommer ist noch nicht vorbei – Gedankensplitter

Blassblauer Himmel.
Ein paar Wölkchen.
Und die Sonne lässt sich nicht lumpen.
Kondensstreifen eines Fliegers.
Ich folge ihm mit den Augen…
Wie spät ist es?
Ich weiß es nicht.
Aber ich sitze im Hof.
Und atme den Sommer ein.
Durch die Haut.
Dazwischen Motorengeräusch.
Autos.
Laster.
Kein Vogelzwitschern.
Und Schmetterlinge muss ich suchen.
Aber die Sonne ist dieselbe.
Und auch der Himmel…
Und wenn ich am Schreibtisch arbeite…
Ich sitze noch immer an einem Fenster.
Und mein Blick fällt auf Grün.
Auf Grün und Orange.
Auf Himmelsblau…
Was will ich mehr?

Der Sommer ist noch nicht vorbei.
Die Sonne treibt mir den Schweiß auf die Stirn.
Und lässt mich vor der Hitze flüchten…
Manchmal.
Das Leben pulsiert am Fenster vorbei.
Leben, wie ich es nicht immer kannte.
Großstadtlärm.
Und nicht immer reine Luft.
Die Fensterscheiben von einem Grauschleier belegt.
Gleich und doch nicht gleich.
Ich habe einen Neuanfang gewagt.
Bin in eine neue Welt eingetaucht.
Ohne mich umzudrehen.
Jetzt.
Nach so vielen Jahren…
Und keinen Tag zu spät.
Es sollte jetzt sein.
Und der neue Ausblick gefällt mir.
Ich bin gespannt, was noch kommt.
Aus der Einbahn der Gleichförmigkeit entkommen.
Der Sommer ist noch nicht vorbei.
Ich glaube an das Leben…

Fast wäre ich eingedöst.
Ich bin müde.
Und die ungewohnte Luft macht Kopfschmerzen.
Ich setze mich auf.
Gehe zum Fenster.
Beobachte das Treiben auf der Straße.
Eine weiße, bedruckte Fahne bewegt sich im Wind.
Die Farben tun mir gut.
Das Haus in Orange.
Die dunkelgrüne Tanne.
Und das braunrote Ziegeldach…
Ich habe es nicht schlecht getroffen.
Nein.
Der erste Schritt ist getan.
Und die neue Welt hat mich gut aufgenommen…
Vor einem Jahr konnte ich es mir nicht vorstellen.
Nun lebe ich hier.
Als hätte ich schon immer hier her gehört.
Ich weiß nicht was kommt.
Im Gebälk kracht es.
Gerade dort, wo ich an Stabilität glaubte.
Wo ich nicht an Änderung dachte.
Nicht im Geringsten.
Aber ich habe mich getäuscht.
In Menschen und in Gegebenheiten…

Sorge.
Unsicherheit.
Aber ich lasse mich nicht aufhalten.
Ich gehe weiter.
Bereit mich weiter zu verändern.
Wenn nötig.
Wenn nötig…
Ich weiß nicht was kommt.
Manche Anzeichen machen mich skeptisch.
Und ich verlasse mich auf niemanden mehr.
Ich erwarte mir nichts.
Von niemandem.
Und ich stehe für mich selbst…
Die Schatten werden länger.
Aber die Sonne blendet mich noch immer.
Ich muss blinzeln.
Der Sommer ist noch nicht vorbei…

Vivienne/Gedankensplitter

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