Der Tod – Gedankensplitter

Was wäre das Leben ohne den Tod?
Was wäre unser Dasein ohne die Endlichkeit?
Und dennoch.
Wir weinen am Krankenbett von den Unseren.
Die schwer krank sind.
Wir weinen an den Gräbern derer.
Die von uns gegangen sind.
Lange Zeit.
Oft viel zu lange.
Und wir fürchten uns in Todesangst.
Wenn unsere Zeit gekommen ist.
Wir wissen fast vom Beginn unseres Lebens.
Unsere Zeit ist begrenzt.
Wir leben aber.
Als wären wir ewig hier.
Ewig.
Und wir bauen uns ein Reich auf.
Für die Ewigkeit.
Obwohl wir gehen müssen.
Früher oder später.
Wir können nicht loslassen.
Wir haben es selten gelernt.
Und wenn wir einen Menschen verlieren.
Fehlt uns oft selber die Kraft zum Leben…

Der Tod ist eine Gnade.
Eine Tür in eine neue Welt.
Völlig neu.
Wir reden immer wieder davon.
Aber begreifen können wir es nicht.
Nicht wirklich.
Wir klammern uns sogar oft ans Leben.
Wenn es elend und mühselig geworden ist.
Andere werfen es wieder weg.
In verzerrten Gedanken.
Verbogen durch Kummer und Leid.
Sie wissen nicht, was sie aufgeben.
Wir wissen nicht, was wir hinausschieben.
Wenn wir dem Tod ausweichen.
Wie in einem Spiel.
Bei dem es darum geht solange wie möglich zu leben.
Ein gesegnetes Alter ist schön.
Noch schöner sind Weisheit und Glück.
Die man in sich trägt.
In einem erfüllten Leben.
Immer bewusst.
Jetzt könnte ich gehen.
Jetzt auf der Stelle.
Denn ich habe so reich empfangen.
Und ich habe den Sinn meines Lebens begriffen…

Der Mensch würde sie gerne meiden.
Lieber als alles andere.
Seine eigene Beerdigung.
Und doch gehört der Tod zum Leben.
Macht es erst sinnvoll.
Und zeigt uns unsere Grenzen…

Vivienne/Gedankensplitter

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