Die Enge des Lebens.
Man spürt sie immer mehr.
Je älter man wird.
Wenn jeder Tag vorbeirast.
Und die Schritte kürzer werden.
Dennoch.
So wie die Dämmerung.
Sich auf den Tag legt.
Wird das Leben immer schneller.
Für immer kürzere Schritte.
Es ist vorbei.
Irgendwann.
Das weiß man jetzt.
Was man früher nur registrierte.
So nebenbei.
Wie eine unangenehme Geschichte.
Die man nicht hören will.
Nicht wirklich.
Doch eines Tages.
Da muss man sie hören.
Laut und lauter.
Und das macht Angst…
Manchmal.
Da schirmt man sich ab.
Gegen diese Wahrheit.
Und andere Wahrheiten.
Die manchmal mehr wehtun.
Und manchmal weniger…
Wahrheiten wie.
Ich werde nie ein Kind haben.
Ich werde nie heiraten.
Ich werde nie vertrauen können.
Nie restlos.
Weil ich nicht mehr will.
Und all die.
Die so tun.
Als wollten sie mir helfen.
Die sind Besserwisser.
Oder Zwangsbeglücker.
Beides kann ich nicht brauchen.
Nicht für mein Glück.
Nicht für das.
Was ich sein möchte.
Was ich mir wünsche.
Und erträume.
Manches.
Wird nie wahr werden.
Und anderes wieder.
Bisweilen doch.
Vielleicht unerwartet.
Aber selbst entschieden und gewählt.
Nicht aufgezwängt.
Ich folge nicht mehr.
Den Binsenweisheiten anderer.
Sollen sie selber tun!
Was sie für richtig halten!
Ich gehe meinen Weg…!
Leben und Tod.
Sie sind sich nahe.
Sehr nahe.
So wie Wahrheit und Lüge.
So wie die Lüge erwächst.
Bisweilen.
Aus dem Wunsch.
Macht auszuüben…
Zu dirigieren…
Tiefe, wahre Liebe.
Ich werde sie wohl nie kennen lernen.
Ich werde sterben.
Ohne dieses Glück gekostet zu haben.
Nicht einen Bissen.
Weil man anderen Frauen nachläuft.
Und die dürfen oft alles.
Aber ich darf nichts.
So wie ich bin.
Drum bleibe ich.
Drum lebe ich.
Wie ich möchte.
Viel lieber.
Stark und eigenständig…
Auch wenn die Freiheit bitter schmeckt…
Vielleicht ist es die Enge meiner Gedanken.
Die mich so resignieren lässt.
Mit Trotz.
Aber eben doch.
Die Enge des Lebens allein.
Die lehrt mich das nicht.
Denn das Leben.
Ist oft auch nur so eng.
Wie man es selber wahrnimmt…
Durch seinen Tunnelblick.
Vivienne/Gedankensplitter