Die Launen des Mai – Gedankensplitter

Der Wind peitscht die Bäume.
Rüttelt sie durch.
Und lässt die mächtige Fichte zittern…
Es ist.
Als wäre er wütend.
Der Frühling.
Wütend auf irgendwen.
Oder einfach nur zornig.
Weil ihm eine Laus.
Über die Leber gelaufen ist…
Ein graues Wolkenzelt.
Es hängt über der Stadt.
Der Himmel.
Er scheint in Aufruhr.
Zerrüttet.
Aufgeregt…
Es wird noch regnen.
Heute Nacht.
Und manch einer.
Er flucht.
Über das kühle Wetter.
Kühl und nass…

Du rührst in deinem Tee.
Und findest kein Ende…
Das Wetter da draußen.
Fast ein Spiegelbild deiner Seele.
Aber du sagst nichts.
Du rührst nur immer weiter.
In deinem Tee.
Das Leben wiederholt sich.
In verschieden langen Zyklen.
Es  wiederholt sich.
Immer wieder.
Im neuen Kleid.
Oder besser gesagt.
Verkleidet.
Eine neue Aufgabe.
Des  Lebens.
Ist immer dieselbe.
Eigentlich.
Aber ob man sie erkennt?
Bisweilen.
Stolpert man drüber.
Immer wieder…
Ja.
Das Leben wiederholt sich.
Was kommt auf dich zu?
Und was kannst du annehmen?
Und was nicht?
Und was musst du?
…Vielleicht…?

Du hast aufgehört zu rühren.
Blickst in die Tasse.
Nachdenklich.
Der Wind tobt weiter.
Und du frierst.
Mit der heißen Tasse in der Hand.
Es gibt Tage.
Da würdest du davonlaufen.
Am liebsten.
Vor dem.
Das du deine Pflicht nennst.
Pflicht.
Du fühlst dich.
Wie jedermanns Mistkübel.
Man kann schimpfen über dich.
Lachen.
Und dich schlecht machen…
Nach Belieben.
Denn du.
Du lässt dir alles gefallen.
Du darfst auch nicht aufschreien.
Du drehst dich um.
Du beißt dir in die Lippen.
Und schweigst…
Du schweigst solange.
Bis du gehen wirst.
Eines Tages.
Für immer.
Denn du hast genug.
Das Wolkenzelt.
Es ist brüchig geworden.
Ein wenig blauer Himmel.
Schimmert durch.
Und der Wind.
Er treibt die Fetzen weiter…

Vivienne/Gedankensplitter

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