Du und ich – Gedankensplitter

Man neigt dazu.
Dich zu unterschätzen.
Man neigt dazu.
Auch mir ist es passiert.
Jetzt steht eine Mauer zwischen uns.
Die du einreißen möchtest.
Immer wieder.
Aber sie steht fest.
Das sollte dir klar sein.
Wie ähnlich wir uns nicht sind!
Wie oft hast du das gesagt.
Immer und immer wieder.
Aber heute ist mir klar.
Wir sind so verschieden.
Wie hell und dunkel.
Wie eckig und rund.
Wie Feuer und Wasser.
Und all das.
Bekämpft sich.
Es läuft nicht konform…

Du.
Du bist der König.
Selbstverliebt.
Du scharst einen Hofstaat um dich.
Der dich bewundert.
Der deinem Darstellungstrieb dient.
Ja.
Du brauchst Leute um dich.
Du kannst nicht allein sein.
Mehr noch.
Du musst der Mittelpunkt sein.
Des Geschehens.
Der König.
Braucht Untertanen.
Die ihn anbeten.
Ohne Menschen um dich.
Die dir zuhören.
Deinem Geschwätz lauschen.
Dir Bedeutung schenken.
Die du gar nicht hast.
Gehst du ein.
Wirst du klein.
Und mickrig.
Und erst wirklich das.
Was du in Wahrheit bist.
Unbedeutend…

Ich.
Ich bin die One-Man-Show.
Ich stehe nicht im Vordergrund.
Ich muss es auch nicht.
Aber dafür stehe ich für mich selbst.
Ich brauche niemanden.
Wer nicht gern kommt.
Und meinetwegen.
Der muss nicht kommen.
Denn.
Ich kann allein sein.
Sehr gut.
Und ich vermisse niemanden.
Der nur Anbetung braucht.
Um sich bedeutsam zu fühlen.
Obwohl er ein Narziss ist.
Im Grunde.
Und nur sich selbst liebt…

Du siehst.
Wir beide.
Wir könnten nicht unterschiedlicher sein.
Und ich bin nicht eifersüchtig auf dich.
Nicht im Geringsten.
Sieh dich doch an!
Da gibt es nichts.
Das ich haben möchte…
Was du dir auch einredest!
Bleib nur.
In deiner Ecke des Feldes.
Bleib dort.
Und stör nicht meine Kreise…
Bedenke.
Ich muss nicht kämpfen.
Ich kann auch gehen.
Für immer…

Vivienne/Gedankensplitter

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