Ein Blick ins neue Jahr – Gedankensplitter

Kalt ist es wieder.
Und die Nacht.
Sie fällt auf die Stadt.
Wie ein dunkler Umhang.
Der kein Licht durchlässt.
Aber da ist die Kälte.
Die greift.
Die dich umfasst.
Die dich würgt.
Ein Ring aus Eis.
Über deiner Gurgel.
Schmerzhaft.
Schnürt er dir die Luft ab.
Und du keuchst…

Abend.
Ich sitze daheim.
Trinke Saft.
Und die Katze.
Liegt auf meinem Schoß.
Selig.
Sie hat mich so lieb.
Anhänglich.
Zittert sie vor Glück…
Sie hat so wenig von mir.
Weihnachten.
Da war sie alleine.
Und richtig grantig.
Weil ich nicht da war.
Noch ein Schluck.
Und viele Streicheleinheiten.
Ich werde müde.
Langsam.
Streichle die Katze.
Denke nach.
Was ich Silvester machen werde.
Aber wenn ich ehrlich bin.
Schreckt mich die Kälte.
Mal sehen.
Vielleicht.
Feiere ich mit der Nachbarin…
Wie letztes Jahr…
Ich seufze.
Letztes Jahr.
Unser Vater.
Gezeichnet.
Von der schweren Krankheit.
Er starb.
Noch vor Ostern…

Der Tod.
Er ist allgegenwärtig.
Wie die Liebe.
Beides kann uns erfassen.
Unerwartet.
Und unser Leben ändern…
Die Szenerie vor dem Fenster.
Melancholisch.
Und ich denke nach.
Was wohl passieren wird.
Nächstes Jahr.
Alles ist möglich…
Am späten Nachmittag.
Als ich an der Haltestelle stand.
Und in den Himmel blickte.
Da hatte ich ein Gefühl.
Einen Moment.
Als ob Sommer wäre.
Eine warme Sommernacht.
Und der Stern ganz oben.
Er strahlte mich an.
Zwinkerte mir zu.
Und es war.
Als würde er flüstern.
Bald ist es so…
Bald!

Ich erinnere mich.
Während ich den Saft austrinke.
Und wie schön.
Wenn es wahr wäre.
Eine zauberhafte Sommernacht.
Voller Romantik.
Und eine sanfte Brise.
Die mich streichelt.
Das Glück.
Ich fühlte es.
In diesem Moment.
Ich fühlte es.
Als wäre es echt.
Als würde es wahr sein.
Irgendwann…
Ich lächle.
Es wärmt das Innerste.
Wie eine zärtliche Berührung…
Ich muss gähnen.
Zeit.
Ins Bett zu gehen.
Schön langsam…
Es ist spät.

Vivienne/Gedankensplitter

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