Ein Eintrag ins Tagebuch – Teil 21

Ich warte.
Warte, dass du mich anrufst.
Wie immer um die Zeit.
Du wirst dich nicht verspäten.
Ganz sicher nicht.
Nach dir könnte ich die Uhr richten.
Jeden Abend.
Den du nicht bei mir verbringen kannst…
Ein schönes Gefühl.
Das mir mehr Wärme schenkt als die Sonne…
Man könnte sich daran gewöhnen.
An die langen Nächte.
Zuerst vor dem Haus den Sonnenuntergang beobachten.
Und dir dabei immer näher rücken.
Ganz nah.
In Vorfreude.
Und in Begehren…
Ja, ich schlafe gerne mit dir.
Sehr gern.
Du hast die Körperlichkeit zurückgebracht in mein Leben.
Ich weiß gar nicht, was ich sie vermisst habe…

Ich sehe auf die Uhr.
Noch fünf Minuten.
In etwa.
Dann wird das Handy läuten.
Und du wirst mich begrüßen.
Lachend.
Voller guter Laune…
Und ich werde aufblühen.
Ich kann es nicht anders nennen.
Wenn das Glück sich in mir ausbreitet.
Mich umfasst.
In die Finger- und Zehenspitzen fließt.
Warm und irgendwie prickelnd.
Dabei ziere ich mich noch immer.
Ein gemeinsamer Urlaub?
Geht das nicht zu schnell?
Ich möchte nichts falsch machen.
Gar nichts.
Ich wünsche mir nur den Augenblick zu genießen.
Mit dir.
So oft es geht…

Alt werden miteinander?
Ist es nicht zu früh davon zu sprechen?
Für dich scheinbar nicht.
Du redest oft davon.
Immer wieder.
Ich bekomme fast Angst davon.
Große Angst.
Diese Nähe lässt mich fasst erschrecken.
Ich will noch nicht von „für immer“ sprechen.
Nein.
Weiß man das überhaupt?
Für immer?
Wer weiß überhaupt, auf was er sich da einlässt?
Ewig hält nichts.
Gar nichts.
Alles zerbricht irgendwann…
Oder doch nicht?
Vielleicht will ich mich noch nicht binden.
Nicht wirklich.
Vielleicht will ich nur Sex mit Georg haben.
Momentan.
Mit ihm schlafen.
Weil mir das wirklich gefehlt hat.
Weil mir das so gefehlt hat.
Als Frau begehrt zu sein.
Trotz meiner Hüften…

Das Handy läutet.
Du begrüßt mich mit Worten wie ein Rosenstrauß.
Worte, die ich nicht nur mit den Ohren aufnehme.
Sondern auch mit allen Poren.
Es ist ganz egal was du sagst.
Nur sprich mit mir.
Hör nicht auf zu sprechen.
Vielleicht ist es ja doch nicht nur Körperlichkeit.
Körperlichkeit, die uns verbindet.
Vielleicht liebe ich dich auch.
Auch wenn ich mich wehre dagegen.
Es zu sagen oder zu denken.
Noch.
Aber ändert das etwas daran?
Dass ich es wirklich tue?
Ganz sicher nicht!

Vivienne

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