Ein Unwetter – Gedankensplitter

Der Sturm frischt auf.
Aus dem Nichts.
Rüttelt die Bäume.
Als wollte er sie ausreißen.
Ich meine sie schreien zu hören…
Schwarze Wolken.
Und der Sturm!
Er treibt den Müll der Straße vor sich her.
Wie ein Hirtenhund die Schafe…
Schwere Regentropfen.
Die sich zur Flut steigern.
Grelle Blitze.
Bedrohliches Donnergrollen.
Und plötzlich kommt der Sturm ins Wohnzimmer.
Reißt die Vorhänge auseinander.
Der Regen prasselt gegen das Fenster.
Der Tag ist in die Nacht übergegangen.
Und es scheint.
Als befände ich mich.
Im Auge des Sturms…
Für einen Moment…

Eine halbe Stunde später.
Alles vorbei.
Die Nacht ist dem Abend gewichen.
Mein Fenster ist voller Tropfen.
Sie trocknen langsam.
Und ich bin froh.
Dass ich die Fenster nicht geputzt habe.
Heute Nachmittag…
Es ist schwül.
Noch immer.
Aber die Bäume.
Sie stehen wieder still.
Sie fürchten sich nicht mehr.
Sie wiegen sich nur mehr leicht.
Im Wind.
Er ist geblieben.
Vom Sturm.
Vom Tornado…
Was immer das vorhin war…
Ich habe geduscht.
Mein Haar ist noch nass.
Mein Blick.
Er verliert sich im graublauen Himmel…
Das Leben.
Es birgt auch solche Stürme.
Solche Unwetter.
Nur dauern sie meist länger.
Viel länger.
Und sie verbreiten mehr als Angst.
Oder Chaos…
Sie reißen tiefen Wunden…

Die Luft wird kühler.
Die Schweißtropfen auf der Stirn.
Sie trocknen.
Während ich Tee trinke.
Und mit einem Ohr dem Film lausche.
Der läuft…
Merke ich.
Wie angespannt ich bin.
Ein schwerer Knoten.
In meinem Bauch.
Angst.
Sorge.
Vor diesen Unwettern des Lebens…
Ich fürchte sie immer.
Ich vermag es nicht.
Die Angst beiseite zu schieben.
Ich kann mich nicht fallen lassen.
Unbeschwert.
Unmöglich zu vertrauen.
Außer wenigen.
Und das mit Recht!
Ich weiß.
Zu oft hat man mich beschissen.
Und man wird es wieder versuchen…
Der Mensch ist so…
Und im Leid.
Da sind es wenige.
Die den Sturm abhalten.
Und den Regen…
Damit muss ich leben…

Vivienne/Gedankensplitter

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