Einmal.
Da wollte ich auch ein Kind.
Vor vielen Jahren.
Obwohl ich wusste.
Eigentlich.
Dass ich nicht konnte.
Nicht durfte…
Ich träumte trotzdem.
Ich träumte mit offenen Augen.
Und verliebt.
Sehr verliebt.
Aber in den Falschen.
Wie so oft.
Ich war nicht gut genug für ihn.
Er benutzte mich nur.
Wie manche vor ihm.
Sein Lügenschloss zerbrach.
Wie mein Traum vom Kind.
Von ihm.
Es hatte seinen Sinn.
Begriff ich.
Viele Tränen später.
Es hat seinen Sinn.
Das weiß ich heute.
Kein Kind für mich.
Und es war gut so…
Das weiß ich.
Wenn ich an meine Katze denke.
Als sie zu mir kam.
Und mein Leben umkrempelte.
Wie ein richtiges Baby.
Nur viel lebhafter.
Und schneller…
Was hat sie mich auf Trab gehalten!
Was hat sie mich Nerven gekostet.
Von Anfang an…
Eine Katze gehorcht nicht.
Und lotet ihre Grenzen aus.
Immer wieder auf’s Neue.
Ich musste lernen.
Ich musste mich anpassen.
Und ich begriff.
Ein Baby.
Das hätte mich.
Noch mehr Kraft gekostet.
Es hätte mich…
Überfordert.
Ganz sicher.
Sagen wir es ruhig so.
Ein Kind.
Es hätte es wohl nicht gut gehabt.
Bei mir.
Aber ich durfte üben.
Ich durfte begreifen.
Und nun ist es leichter.
Mit dem Endgültigen zu leben…
Und mit meiner Katze!
Einmal.
Da träumte ich von all dem.
Von Mann und Kind.
Von einer eigenen Familie.
Es sollte nicht sein.
Ich schrieb es in den Wind.
Und formte einen Traum daraus.
Wunderschön.
Und bezaubernd.
Und begrub ihn im Garten.
Unter lauter Rosen.
Ein guter Platz…
Und die Wahrheit ist.
Meine Familie.
Die habe ich.
Die liebe ich.
Wir gehören zusammen.
Und das allein zählt.
Wir rufen uns.
Wenn wir uns brauchen.
Und wenn ich wieder träume.
Und Geschichten erfinde.
Und Märchen erzähle.
Und Gedichte schreibe.
Dann weiß ich.
Der Traum von der eigenen Familie.
Er war nie real.
Ein Luftwesen wie ich.
Ist nicht dafür geschaffen.
Das Schicksal.
Es hatte Besonderes vor mit mir.
Ich lebe für das Schreiben.
Und für das Schreiben allein.
Wurde ich geboren…
Vivienne/Gedankensplitter