Ein Hauch von Blau am Himmel.
Ein paar blasse Wolken.
Rötlich gefärbt.
Von der untergehenden Sonne…
Bald wird es dunkel.
Eine Amsel.
Sie sitzt auf der Stromleitung.
Stimmt ihren Gesang an…
Voller Gefühl.
Voller Herz.
Doch ich muss das Fenster schließen.
Es wird kalt bei mir.
Kein schöner, warmer Frühlingstag.
Nicht heute…
Ich blicke aus dem Fenster.
Ein wenig melancholisch.
Und ich knöpfe die Weste zu.
Weil ich friere.
Ein Schleier auf meiner Seele.
Unsicherheit.
Angst.
Angst vor dem Tod…
Heute Mittag.
Da hätte man mich fast überfahren.
Ein Klein-Laster.
Er raste auf mich zu.
Als ich über den Zebrastreifen ging.
Der Fahrer.
Er muss von Sinnen gewesen sein!
Er bremste nicht.
Er wollte über die Kreuzung.
Es schien ihm egal zu sein.
Dass ich dort war.
Dass ich die Straße querte.
Und dass ich Grün hatte…
Ich wich zurück.
Als ich ihn kommen sah.
Schnell ein paar Schritte.
Und der Kleinlaster.
Er fuhr an mir vorbei.
Der Fahrer.
Er blieb nicht stehen.
Ich ärgerte mich.
Und sah ihm nach.
Wie er seinen Weg fortsetzte…
Als wäre nichts gewesen.
So einer gehört angezeigt!
Dachte ich mir.
Aber mittlerweile.
Ist er über alle Berge…
Und ist es nicht egal?
Geht mir durch den Kopf.
Während ich am Fenster stehe.
Nachdenklich…
Mir ist nichts passiert.
Ich hatte Glück.
Ein Schutzengel…
Vielleicht.
Einfach Glück…
Die Lichter vor dem Schloss.
Sie gehen an.
Man wird ihn nicht erwischen.
Diesen Fahrer.
Ich kann es nicht ändern.
Es ist wie es ist…
Ich bin müde.
Ein wenig kraftlos.
Die Katze.
Sie turnt durch das Wohnzimmer.
Klettert auf die Wohnwand.
Jung und lebendig.
Dann springt sie auf meinen Schoß.
Und schmiegt sich an mich…
Warum…
Warum Gedanken verschwenden…
An diesen Fahrer?
Der mich töten hätte können?
Heute Mittag?
Oder schwer verletzen…?
Aber…
Passiert ist mir nichts.
Wichtig ist eines.
Dass ich diesen Moment genieße.
Mit der Katze im Arm.
Die zärtlich schnurrt.
Alles andere…
Spekulation.
Nicht real.
Es ist wie es ist…
Vivienne/Gedankensplitter