Es reicht! – Gedankensplitter

Du sprichst nicht mehr.
Nicht mehr mit mir.
Du schweigest mich an.
Mal leidend.
Dann voller Verachtung.
Und manchmal auch mit Wut.
Du ignorierst mich.
Wo immer es möglich ist.
Du weichst mir aus.
Wortlos.
Nur deine Augen.
Die sprechen.
Voller Ablehnung.
Manchmal funkeln sie.
Wütend.
Wie glühende Kohlen.
Bisweilen.
Da sehe ich Tränen.
Oh ja.
Du bist so verletzt.
Tu dir nur selber Leid!
Aber ich muss büssen.
Denn du erwartest eine Entschuldigung.
Ich soll dich beknien.
Und sagen.
Dass es mir Leid tut.
Du Verrückte!
Nie werde ich das sagen.
Aber du lebst auf dem Mond.
Du meinst.
Alles müsse nach dir gehen.
Nach deinen verschrobenen Ansichten.
Die kein moderner Mensch lebt…

Es reicht!
Hörst du?
Es reicht!
Komm runter von deinem Trip!
Werd’wieder normal.
Und vor allem.
Komm wieder ins Bett.
Die Sache mit der Kollegin.
Nichts Ernstes.
Sie und ich.
Wir hatten beide getrunken.
Da ist es passiert.
Da ist doch keine Tragödie.
Wir sind doch erwachsene Menschen.
Und das Fleisch…
Es ist manchmal schwach.
Komm.
Ich will dich wieder küssen.
Und in den Armen halten…
Ich weiß doch.
Wie du es magst…
Komm Kätzchen.
Komm und schnurr…

Verdammt!
Wie lange soll das gehen?
Ich gebe sicher nicht nach.
Irgendwann habe ich die Nase voll.
Und wenn du so weitermachst.
Okay.
Ich treffe mich mit der Kollegin.
Ganz einfach.
Oder mit einer anderen.
Ich hole mir.
Was ich brauche.
Was mir zusteht.
Und du mir verweigerst.
Dabei bist du nur zufällig dahinter gekommen.
Dass da was war.
Wenn du nichts wüsstest.
Dann wäre doch alles okay für dich.
Weiterhin.
Was für eine kranke Moral!
Aber du.
Du hörst mir nicht einmal zu.
Läufst weiter vorbei an mir.
Mit verkniffenem Mund.
Als wäre ich nicht da…
Ich würde dich übers Knie legen.
Am liebsten.
Mit Freuden…

Es reicht!

Vivienne/Gedankensplitter

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