Die Katze sieht mich an.
Schnurrend.
Mit leuchtenden Augen.
Dann springt sie hoch.
Auf meinen Schoß.
Schmiegt sich an mich.
Ich kraule ihre Ohren.
Streichle sie zärtlich.
Und das Schnurren.
Es pflanzt sich fort.
In mir.
Ich bin zufrieden.
Eben aus der Badewanne gestiegen.
Eingecremt.
Gut duftend.
Weich.
Und ein wenig müde…
Ich liege auf der Couch.
Die Beine angewinkelt.
Ich fühle mich so leicht.
Leicht wie selten.
Ich trinke Saft.
Die Katze springt auf.
Unvermittelt.
Landet auf dem Fensterbrett.
Und blickt hinaus…
Was für ein Tag!
Denke ich mir.
Und die letzten Wochen.
Ja, Monate.
Sie waren nicht einfach.
Alles andere als das.
Aber ich will nicht daran denken.
Heute Abend einmal nicht.
Heute will ich faul sein.
Sorglos.
Ich will keinen Ballast tragen.
Heute einmal nicht.
Noch eine Tasse Kaffee!
Noch ein wenig fernsehen.
Und die Katze halten.
Die wieder auf meinen Schoß sitzt.
Mich verliebt anblickt.
Und schnurrt.
Und wie…
Und sie macht mich glücklich.
Ich habe ihr Leben gerettet.
Aber was ist das schon?
Im Vergleich zu dem?
Was sie für mich tut?
Jeden Tag?
Sehr wenig…
Es ist dunkel geworden.
Draußen.
Die Lichter.
Sie sind ausgegangen.
Eine Ahnung von Licht.
Hinter den Fenstern.
Eine Straßenbahn.
Sie fährt über die Kreuzung.
Fast stört sie.
In der Dunkelheit.
In dieser schwarzen Nacht.
Neumond.
Wenn der Mond eins wird.
Mit dem Himmel.
Sternlos.
Ein schwarzes Samttuch.
Das sich über die Stadt legt…
Regen.
Dazwischen Schneegestöber…
Ich lehne mich zurück.
Die Katze.
Sie legt sich um meinen Hals.
Unendlich zärtlich.
Und ich träume.
Mit geschlossenen Augen.
Morgen ist ein anderer Tag.
Dann darf ich wieder grübeln…
Dann ist genug Zeit.
Morgen…
Heute.
Genieße ich den Feierabend.
Heute einmal…
Vivienne/Gedankensplitter