Früh genug… – Gedankensplitter

Ungeduld.
Nicht in die ferne Zeit verliere dich…
Den Augenblick ergreife.
Er ist dein…
Warten.
Das konnte ich nie.
Nie im Leben.
Alles niederlaufen.
Vorpreschen…
Jetzt!
Manches.
Habe ich vermasselt dadurch.
Warten.
Nur ein klein wenig warten.
Das fiel mir so schwer.
Und doch.
Wenn ich daran denke.
Was schief gelaufen ist.
Weil ich nicht warten konnte.
Was verloren ging.
Unwiderruflich.
Das tut heute weh.
Das wird mir weh tun.
Bis ans Ende meines Lebens…

Warten.
Schadet niemandem.
Warten.
Ist ein Zeichen von Stärke.
Von Charakter.
Warten.
Jahre sind nichts.
Auch wenn es furchtbar scheint.
Die Zeit muss reif sein.
Und man selber bereit.
Nicht warten.
Ist wie das Essen von unreifem Obst.
Oder halbgaren Mahlzeiten.
Niemand wird das tun.
Aber Gelegenheiten.
Die will man nicht erwarten.
Das Gute.
Das Schöne.
Das Besondere.
Das sollte sofort sein.
Auf der Stelle.
Ohne Umschweife…

Ich habe Jahre gebraucht.
Das zu begreifen.
Ich habe Jahre gebraucht.
Und bisweilen.
Da fällt es mir noch heute schwer.
Zu warten…
Manchmal.
Da kommen Leute zu mir.
Denen ich in die Sterne blicken soll.
Wie wird das Jahr?
Was wird passieren?
Wann kommt die Liebe?
Endlich?
Dieselben Fragen.
Fast immer.
Und wenn ich sage.
Warten.
Dann werden sie unwirsch.
Erst im Herbst?
In einem halben Jahr?
Das dauert doch so lange!

Ja.
Manches dauert.
Manches dauert sehr lange.
Doch nie länger.
Als es nötig ist.
Dass es dauern soll.
Warten.
Eine Lebensphilosophie.
Begreifen.
Das man nichts erzwingen kann.
Das nicht sein soll.
Und doch vieles bekommen kann.
Wenn man wartet.
Einfach nur wartet.
Auf die Tür.
Die aufgeht.
Bereit sein ist alles!
Wenn es soweit ist.
Nicht.
Dass wir die Chance übersehen.
Wenn sie sich bietet.
Weil wir mit dem Kopf durch die Wand wollen.
Warten.
Es ist früh genug.
Wenn es passiert.

Vivienne/Gedankensplitter

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