Schlimm ist es.
Die Welt besteht nur mehr aus Köstlichkeiten.
Scheinbar.
Wohin das Auge reicht.
Schokolade.
Torte.
Tiramisu…
Nicht hinzusehen.
Ist fast unmöglich.
Vorbeizugehen.
Nicht machbar.
Stehen zu bleiben…
Und der Mund ertrinkt.
Wenn das Wasser im Munde zusammenläuft.
Wenn der Hunger in den Eingeweiden tobt.
Wie ein hungriger Wolf.
Ehrlich.
Zwei Scheiben Knäckebrot sind wenig.
Zum Frühstück.
Viel zu wenig.
Besonders.
Wenn der Kaffee nur mit Sacharin gesüßt wird…
Was war die Motivation zu Beginn nicht groß!
Dreißig Kilo wollte ich abnehmen.
Jetzt habe ich ein Kilo abgenommen.
Mehr Recht als schlecht.
Trotz allem Verzicht.
Trotz Schokoladeentzug.
Die Hose passt ein wenig besser.
Das stimmt.
Aber sonst…?
Ich esse lustlos.
Und träume von Schokolade.
Und wieder beginne ich zu sabbern…
Wer versteht schon?
Was in meiner hungernden Seele vorgeht?
Niemand.
Sie sehen mich nur alle an.
Mit großen Augen.
Wenn ich grantig bin.
Empfindlich.
Oder schnell eingeschnappt.
Was wissen die schon?
Was ich leide?
Auf mich wartet nur eine dünne Suppe.
Daheim.
Und ein wenig Obst.
Aber ich friere ständig.
Weil ich nicht mehr so viel esse.
Und die Sehnsucht sieht jetzt aus wie eine riesige Schokopraline…
Torten sind meine Feinde.
Ich zweifle nicht daran.
Aber ich habe sie so lieb!
Und ich würde alles geben…
Fast alles…
Für einen einzigen letzten Genuss…
Sachertorte mit Schlag…
Bis zum Umfallen.
Sterben würde ich dafür.
Aber ich schiebe das Bild weg.
Völliger Unsinn.
Essen ist doch unwichtig.
Kalorien.
Fett.
Kohlehydrate.
Das macht mich nicht nur fett.
Es schadet mir auch.
Cholesterin.
Verstopfte Arterien.
Herzinfarkt…
Das will ich doch nicht?
Ich starre ein Loch in die Luft.
Alles würde ich jetzt dafür geben.
Für Eispalatschinken mit Schokosauce.
Ich bin eine ganz Süße.
Viel zu süß.
Und viel zu verletzbar.
Darum auch der Panzer.
Den ich um mich aufgebaut habe.
Mit Kuchen und Schokolade.
Schoko macht glücklich.
Vielleicht.
Glücklicher zumindest als die meisten Männer.
Oder ?
Ich nehme einen Schluck vom Kräutertee.
Ohne Zucker.
Und zumindest der schmeckt mir.
Noch.
Er macht mich warm.
Von innen her…
Auch was!
Wird fortgesetzt!
Vivienne