Gedankenflut – Gedankensplitter

Was für ein trüber Morgen!
Ich schlürfe meinen Kaffee.
Goldfarben.
Der mich so schön wärmt.
Und spinne meine Gedanken.
Ein neues Jahr.
Heute ist Dreikönig.
Und in Griechenland.
Da wird erst heute Weihnachten gefeiert!
Ist das nicht kurios…?
Weihnachten.
Ich denke an den Baum.
Daheim.
Bei meinen Eltern.
Wunderschön habe ich ihn herausgeputzt.
Aber bald geht er auf den Kompost.
Der Baum.
Und wird Teil der Erde…

Mein Leben.
Ich grüble.
Ich zweifle.
Ich ahne nichts Gutes.
Manches wird sich verändern.
Zerreißt das Band?
Endgültig?
Nachdem es nur mehr lose hing?
Zuletzt?
Ich weiß es nicht.
Was Abfallen muss, fällt ab.
Und vielleicht.
Muss es sein.
Was wehren gegen das Unabänderliche?
Eben.
Eine Tür fällt zu.
Vielleicht für immer.
Aber es sind noch so viele Türen da.
Ich muss sie nur öffnen.
Ich muss es nur wagen.
Mich trauen.
Man wird sehen.
Was sich dahinter verbirgt.
Ich muss mich nicht fürchten.

Angezuckert sieht die Welt hübsch aus!
Und mit zwei Tassen Kaffee im Bauch.
Wirkt sie nicht mehr so verloren…
Ob die Sonne heute kommt?
Vertrauen.
Es fehlt mir zusehends.
Vertrauen.
Ob die Sonne kommt.
Vertrauen.
Was auf mich zukommt.
Vertrauen.
Weil die Vergänglichkeit manchmal so schmerzt…
Aber Abschluss…
Ist auch immer wie eine Geburt.
Man fürchtet das Unbekannte.
Menschlich.
Das Leben ist kein Spaziergang im Frühling…

Manche sagen.
Ich igle mich ein.
Einigeln?
Nun.
Es stört mich nicht allein zu sein.
Ich bin eine Einzelgängerin.
Vom Grunde meines Herzens.
Einigeln?
Weil ich Leuten die Tür weise?
Die nur kommen weil sie etwas brauchen?
Einigeln?
Ich halte dagegen.
Leute in ständiger Gesellschaft.
Dir fürchten doch nur.
Die Konfrontation mit sich selbst!
Ich kann mir ins Gesicht sehen.
Allein mit mir selbst.
Und es ist nicht alles schön.
Das ich sehe.
Aber ich ertrage den Anblick.
Andere verstecken sich lieber im Vergnügen…
Um der Konfrontation auszuweichen.
Der Konfrontation mit sich selbst…

Vivienne/Gedankensplitter

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