Gewitter – Gedankensplitter

Sonne oder Regen?
Der Sommer.
Er kann sich wieder nicht entscheiden.
Heute.
Vorhin.
Da strahlte der Himmel blau.
So richtig sommerlich.
Mit leichtem Wind…
Nun.
Bläst der Wind stärker.
Eine bedrohliche Wolkenbank.
Wo eben noch alles tiefblau leuchtete.
Und die Wolken.
Sie werden dunkler und dunkler.
Und wachsen.
Noch ist der Horizont vor mir hell.
Aber die Wolken.
Wuchern.
Wie ein Geschwür.
Bösartig.
Breiten sich aus.
Und fressen das letzte bisschen Blau…
Ein Blitz zuckt.
Der Donner rollt.
Die ersten Tropfen fallen.
Schwer.
Schließlich prasselt der Regen.
Der Himmel weint.
Und ich beobachte die Urgewalten.
Blitz um Blitz.
Den böigen Wind…

Ein Gewitter.
Es reinigt die Luft.
Es entspannt.
Auch im übertragenen Sinn.
Ein heftiger Streit.
Kann Gräben schließen.
Und die Wahrheit offenbaren.
Ich weiß.
Wovon ich rede.
Vor über zwei Jahren.
Kamen meine Pläne ins Wanken.
Träume.
Von meinem neuen Leben.
Ich fiel tief und hart.
Stand auf.
Stolperte weiter.
Schrumpfte mich gesund.
Im wahrsten Sinn des Wortes.
Warf Menschen weg.
Die mich verformt hatten.
Es war.
Als hätte so manches.
Das Fass zum Überlaufen gebracht.
Ich hatte genug.
Ich wollte nicht mehr.
Nur Lügen.
Falschheit.
Manipulation…
Und irrte dennoch weiter.
Meinen Weg.
Durch den strömenden Regen.
Ständig am Abgrund.
Trotz helfender Hände.
Aber die.
Die nahm ich nicht an.
Ich stürzte oft.
Doch glücklich.
Wenn auch meine Seele weinte.
Blutige Tränen…

Der Sturm hat nachgelassen.
Kein Donner mehr…
Regen tröpfelt leicht.
Fast sanft.
Über zwei Jahre Hölle.
Neigen sich dem Ende.
Vielleicht.
Fast allein gekämpft.
Fast allein…
Und immer am Weg geblieben.
Kein Aufstieg.
Wie Phönix aus der Asche.
Nein.
Stattdessen Flattern.
Unsicher.
Kraftlos.
Ob ich es geschafft habe?
Wer weiß?
Ich blicke zum Himmel.
Jetzt ist er blau.
Mit sanften Wolken.
Man weiß nicht was kommt.
Der Regen.
Er kann wieder kommen.
Ein Gewitter.
Die Straße.
Sie ist noch nass.
Nein..
Ich weiß nicht.
Ob ich es geschafft habe.
Aber ich habe Ballast abgeworfen.
Menschen.
Die mich nur benutzen wollten.
Im Augenblick der größten Not.
Ohne sie ist es leichter.
Viel leichter…

Vivienne/Gedankensplitter

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