Herbst – Gedankensplitter

So kannte ich das lange nicht.
Diese innere Müdigkeit.
Die mich gefangen hält.
Von innen aushöhlt.
Und mir alle Kraft raubt…
Alle Kraft.
Mir kommt es vor.
Als wäre ich nur mehr  Hülle.
Die ihre Pflichten erfüllt.
Nach außen hin.
Oder es versucht…
Aber diese bleierne Müdigkeit.
Die in meinem Kopf sitzt.
Und mich dirigiert…
Ich bekomme kaum noch Luft.
Es ist Herbst in mir.
Und in meinem Leben.
Schlag auf Schlag.
In den letzten Jahren.
Schlag auf Schlag.
Demütigungen.
Zwangebeglückung.
Und Verlust.
Bitterer Verlust.
Wie ein Geschwür.
Das nicht mehr heilt…
Es heilt nie mehr.
Und es wird nicht das einzige bleiben…

Ich friere.
Ich friere nur mehr.
Kann mich kaum bewegen.
Weil ich dann noch mehr friere.
Ich friere.
Und das Frieren.
Es ist wie der Tod.
Der mich gepackt hat.
Und nicht mehr loslässt…
Die Traurigkeit in mir.
Noch schlimmer.
Wie Eis.
Alles zu schlucken.
Und nichts auszuspucken.
Und niemanden.
Und innerlich zu erstarren.
Es ist Herbst in mir.
Und in meinem Leben.
Wenn mich die Menschen leben ließen.
Endlich.
Was ich selber will.
Statt mir einzureden.
Beständig.
Was ich sein soll.
Und doch nie sein werde.
Nie!
Es zermürbt.
Es lässt mich noch mehr frieren.
In mir selbst.
Manchmal.
Da möchte ich nicht mehr sein…

Was für ein Leben!
Ewig Spielball anderer.
Die meinen.
Mich bescheißen zu können.
Und zu manipulieren.
Eine ewige Last.
Eine Bürde.
Kaum erträglich.
Wenn der Herbstwind weht.
Jetzt.
Mitten im Mai.
Mir mein Alter bewusst macht.
Und mein Schweitern.
Aber noch viel schmerzlicher.
Dass mich niemand achtet.
Oder respektiert.
Ich bin doch nur der Kasperl!
Oder?
Aber daran.
Bin ich selber schuld.
Sagen sie.
Ach wirklich?
Zu großes Vertrauen.
Zu große Naivität.
Das hinterließ Narben.
Heute meide ich die Menschen.
Und ich verachte sie.
Wer bin ich denn?
Dass ich ihnen nachlaufe?
Im Herbst meines Lebens…
Achte ich nur noch auf mich!

Vivienne/Gedankensplitter

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