Herbstgefühl – Gedankensplitter

Strahlend blauer Himmel.
Das Laub der Birken.
Es schimmert schon golden.
Da und dort.
Aber wären nicht die Wolkenstreifen.
Die das Blau durchbrechen.
Und das matte Licht der Sonne.
Wie durch einen Filter…
Man könnte noch an Sommer glauben.
Man könnte noch auf Sommer hoffen…
Ich liebe diese Tage.
Wenn mich der Wind sanft berührt.
Und ein Leuchten in der Luft liegt…
Nicht durch die Sonne.
Nein.
Durch das Laub.
Und die reichen Früchte.
Rotbäckige Äpfel.
Blaue Zwetschken.
Goldene Birnen…
Und dazu der Vollmond.
Wenn er im Osten aufgeht.
Herbstmond…

Ich bin nachdenklich.
Ein Hauch von Melancholie.
Aber keine zu trüben Gedanken.
Harmonische Abenstimmung.
Der Wind weht stärker.
Und die Sonne.
Gleitet in den Westen.
Wenn ich mich vergleiche.
Mit der Sonne.
Wie hoch stehe ich noch?
Oder wie tief…?
Plötzlich bin ich traurig.
Ein wenig nur.
Und ich weiß warum…
Sterblich.
Sind wir alle.
Manche.
Sie gehen den Weg voran.
Und sie halten das Licht hoch.
Das uns die Richtung zeigt.
Wir müssen ihm nur folgen…
Ich wische den Schleier weg.
Der auf meinen Augen liegt.
Kein Grund traurig zu sein.
Kein Grund…

Bei einer Schale Kaffee.
Wird mir wieder warm um’s Herz.
Ich denke an meinen Neffen.
Jüngstes Mitglied der Familie.
Neugeboren.
Erst wenige Tage alt.
Ein Herbstkind.
Ein Septemberkind.
Wie ich.
Seine Geburt.
Sein Dasein.
Macht uns Mut.
Schenkt uns Hoffnung.
Nach Trauer und Schmerz.
Ein Symbol.
Dass die Tränen wieder versiegen…
Ja.
Das tun sie…
Die Bäume wiegen sich im Wind.
Das Blau des Himmel.
Es wird fahl.
Und die Schatten fallen.
Nie.
Ist die Welt bunter.
Als im Herbst.
Nie.
Wir fahren reiche Ernte ein.
Was wir gesäht…
Was wir gegeben haben.
Es kommt zurück.
Zu uns…
Zigfach.

Vivienne/Gedankensplitter

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