Im Innersten verletzt – Gedankensplitter

Stimmt schon.
Du reißt dich zusammen.
Meistens.
Du funktionierst.
Und niemand merkt.
Auf dem ersten Blick.
Wie sehr du dir alles zu Herzen nimmst.
Was so anfällt.
Tag für Tag.
Für alles.
Fühlst du dich schuldig.
Die Seele gebrandmarkt.
Ich bin ein Versager…
Während du dein Tagwerk schaffst.
Manchmal besser.
Manchmal schlechter.
Aber glücklich.
Das bist du nie…
Und an manchen Tagen.
Da würdest du sterben.
Gern.
Einfach nicht mehr sein…
Wofür lebst du?
Fragst du dich?
Wofür?

Man hat dich verraten.
Mehrfach.
Als du Hilfe brauchtest.
Am nötigsten.
Da demaskierte sich mancher.
Degradierte dich.
Zum Bauern auf dem Schachfeld.
Geopfert.
Wichtigeren Dingen…
Deine Bedürfnisse.
Unwesentlich…
Oder man meinte sich.
Bereichern zu müssen.
An dir.
Obwohl du nichts hattest.
Ein Charakter.
Wie eine Eiterbeule.
Fraglos.
Aber solche gibt es viele.
Nicht aufhalten damit!
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Schau auf dich!
Sagst du dir dann!
Schau auf dich.
Sonst tut es keiner…

Du streifst ihn dann wieder ab.
Den grauen Schleier.
Du wischt sie weg.
Die ungeweinten Tränen.
Und wenn die Sonne scheint.
Dann fühlst du wieder.
Du lebst.
Du bist lebendig.
Und manchmal…
Dann auch wieder glücklich.
Kaum zu glauben.
Du lachst auch.
Bisweilen.
Und die Kraft.
Zu kämpfen.
Die dir oft fehlte.
Du fühlst sie wieder.
Nein.
Das Leben.
Es hat dich nicht angefasst.
Mit Samthandschuhen.
Noch nie.
Und du schlägst dich herum.
Unter deinem Wert.
Aber du gibst nicht auf.
Im Innersten verletzt.
Stehst du auf.
Und lebst trotzdem…

Vivienne/Gedankensplitter

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