Kalt – Gedankensplitter

Bezaubernde Winterwelt!
Leicht beschneit.
Und die Wintersonne.
Sie strahlt über allem.
Am wolkenlosen, blauen Himmel…
Und so apart sieht die Landschaft aus.
Wie nach einer Rundumüberholung…
Fast.
Ich lächle vor mich hin.
Während der Zug weiterfährt.
Durch das Weiß!
Warm verpackt.
Oder im geheizten Zug.
Da lässt es sich leicht genießen.
Dass der Winter regiert.
Streng.
Mit fester Hand.
Kalt…

Später daheim.
Da ist mir die Kälte in die Glieder gefahren.
Ich spüre meine Zehen kaum.
Alles ist kalt!
Die Welt!
Sie sieht noch genauso bezaubernd aus.
Allein.
Sie hat an Charme verloren.
Für mich.
Denn ich friere…
Ich friere auch abends noch.
Und hänge meinen Gedanken nach.
Was es wohl für einen Sinn hat.
Mein Leben.
Die großen Philosophen.
Sie sehen alle keinen Sinn im Dasein.
Und ich verstehe das nicht.
Alles hat seinen Sinn.
Meine ich.
Dabei pflege ich keinen strengen Glauben.
Nein.
Die Erkenntnis.
Sie kam über mich.
Nach und nach.
Wenn ich mein Leben reflektiere.
Dann eröffnet sich mir ein Schatz.
Ein Schatz des Wissens und Begreifens.
Und des Verstehens…

Das Schloss im Schnee.
Im sanften Licht der Laternen.
Es lädt fast zum Spazieren ein.
Jetzt gleich.
Sofort hinaus!
Ich schüttle den Kopf.
Nicht in die Kälte!
Wenn der Schnee knirscht.
Unter meinen Schritten.
Und die Kälte mich auffrisst.
Mit Haut und Haar…
Die großen Philosophen…
So klug sie sind.
Und so weise…
Sie sahen dieselbe Welt wie ich.
Aber sie haben die Zeichen nicht erkannt.
Die ich sehe.
Oder rede ich mir das nur ein?
Müssen die großen Philosophen nicht klüger sein?
So viel klüger als ich?
Das Leben ist absurd.
Sagt Albert Camus.
Aber ist das nicht viel zu einfach gedacht?
Denn.
Das Leben ist nicht absurd.
Bestimmt nicht.
Wir sehen halt nur einen Ausschnitt davon.
Und selbst in diesem Ausschnitt.
Lässt sich manches erkennen.
Lässt sich die Wahrheit erahnen…
Der Tod ist nicht absolut.
Nein.
Er ist nur ein Tor.
Das wir durchschreiten.
Wie bei der Geburt…

Ich friere.
Noch immer.
Und meine Hände.
Sie fühlen sich klamm an.
Obwohl ich warm angezogen bin.
Und die Wohnung geheizt ist…
Ich werde ein heißes Bad nehmen.
Das mich wärmt.
Von innen her…
Ja.
Das werde ich tun…
Ich wische die Gedanken weg.
Die mich so beschäftigt haben.
Genug.
Meine ich.
Genug für heute.
Ein weiser Philosoph.
Er weiß im Grunde auch nichts.
Nicht mehr als ich.
Ja.
Oft scheint es mir modern zu sein.
Den Sinn des Lebens zu leugnen.
Und Gott…

Vivienne/Gedankensplitter

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